Edelsteintage Konstanzhttps://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.mineralbox.biz

Autor Thema: Wollastonit im Hagental?  (Gelesen 32344 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Schatten

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.310
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #30 am: 18 Jun 04, 22:13 »
Hallo Moni,

ich muß Dir sagen : ich war schon vorher verunsichert...später war ich dann völlig verwirrt...is ja auch ein gemeines Stück, dieser olle Stein ;D

Bei meinem anderen Bestimmungsleichen konnte ich mit der Hilfe von Euch, ein ganzes Stück weiter kommen  :-*

Ich bin sehr froh hier gelandet zu sein und auch noch ertragen zu werden ;D (is ja fast ein Widerspruch, bin eigendlich ein Eigenbrödler)

der Schatten(mann)

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.427
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #31 am: 20 Jun 04, 11:27 »
Hallo Conny,

ich habe gerade noch mal diesen Thread durchgelesen und Deinen Eintrag gefunden, in dem Du " Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens" erwähnst. Ich hatte das Buch natürlich, habe es aber verborgt und dann leider aus den Augen verloren.

Darin ist auch das Zitat wiedergegeben:

Die Wissenschaft ist international, die Mineralogie jedoch ist sächsisch.

Kannst Du mal nachsehen, wer das wann gesagt hat ?

Glück Auf
Uwe

Offline Conny3

  • ******
  • Beiträge: 4.908
  • Seit 2002 im Atlas.
    • Geologie, Mineralogie und Fossilfunde im Raum Jena
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #32 am: 22 Jun 04, 20:51 »
Hallo Uwe,

leider habe ich bis jetzt das von Dir hier erwähnte Zitat noch nicht im Buch gefunden. Sowohl am Anfang (Historie) als auch bei der Mineralfundortebeschreibung (S. 205-214) war es nicht erwähnt. Kannst Du evtl. noch genauere Angaben machen?

Der Conny

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.427
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #33 am: 22 Jun 04, 21:58 »
Hallo Conny,

Das Zitat stand nach meiner Erinnerung nicht im Text sondern war, ähnlich einer Abbildung, an Seitenende aufgeführt. Ich denke es war im Kapitel "Minerale".

Gruß
Uwe

Offline Conny3

  • ******
  • Beiträge: 4.908
  • Seit 2002 im Atlas.
    • Geologie, Mineralogie und Fossilfunde im Raum Jena
Zitat gefunden
« Antwort #34 am: 23 Jun 04, 21:33 »
Hallo Uwe,

Was sonst noch geschah:
Prof. Dr. HANS BRUNO GEINITZ (1814 bis 1900) begann seine Vorlesung über Geologie an der Polytechnischen Hochschule Dresden (der heutigen TU) mit den Worten: "Die Wissenschaft ist international, die Mineralogie aber ist sächsisch!"

Herzliche Grüße

Der Conny

 (S. 205)

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.427
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #35 am: 25 Jun 04, 08:51 »
Danke Conny,

Kluger Mann, der Herr Dr. Geinitz. Der Spruch sollte zu einer Art Glaubensbekenntnis dieses Forums gemacht werden. ;)

Gruß
Uwe

Offline Conny3

  • ******
  • Beiträge: 4.908
  • Seit 2002 im Atlas.
    • Geologie, Mineralogie und Fossilfunde im Raum Jena
Buch
« Antwort #36 am: 25 Jun 04, 16:58 »
Hallo Uwe,

Ich hatte das Buch natürlich, habe es aber verborgt und dann leider aus den Augen verloren.

der Sache mit deinem Buch würde ich aber mal nachgehen. Das gibt es offenbar zur Zeit nicht mal mehr antiquarisch zu kaufen.

Herzliche Grüße
Conny

Offline Schatten

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.310
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #37 am: 29 Jun 04, 10:51 »
Hallo Leute...

habe jetzt eine Probe zur weiteren Untersuchung (ich sags mal so) an ein 'unabhängiges Labor' geschickt  ;) ;D.
Wenn die Ergebnisse da sind, werden sie natürlich umgehend bekanntgegeben.

Dank und Grüße vom Schatten
« Letzte Änderung: 29 Jun 04, 12:49 von Schatten »

Offline Schatten

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.310
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #38 am: 03 Jul 04, 17:59 »
Hallo Leute,

die Analyse ist fertig...einen Verdacht habe ich bereits, aber ich kenne das genaue Ergebnis noch nicht.
Ich denke wir sollten mal mein "unabhängiges Labor" zu Wort kommen lassen.
Ich danke für die superschnelle Bearbeitung und für das mehr als nette Angebot zur Analyse.  :D

Ich bitte hiermit um Bekanntgabe des Ergebnisses.....


« Letzte Änderung: 03 Jul 04, 18:01 von Schatten »

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #39 am: 04 Jul 04, 12:33 »
Hallo Schatten,

anläßlich meines 300. Beitrages  :D will ich Dich mal nicht weiter auf die Folter spannen und Dir folgendes mitteilen:

Deine Probe U24 “epidotischer Wollastonit mit Hang zum Diopsid” ist tatsächlich, wie Du bereits vermutet und dies hast Du gesagt, schnöder Epidot.

Härte: 6-7
(Wobei ich die Härte als subjektives Maß ansehe, da die Bestimmung am Einzelkristall auf der Stufe zum einem recht schwierig ist -z.B. bei sehr kleinen- und zum anderen die sogenannte Ritzprobe bei unterschiedlichen Personen auch unterschiedlich ausfallen kann. Mein persönliches Maß ist daher das unterschiedliche Verhalten der zu untersuchenden Kristalle beim Zermalen im Mörser.)

Strichfarbe: hellgrün bis schwach gelblich
Transparenz: durchscheinende Kristalle
radialstrahlig
HCl-Test: negativ, unlöslich

Hinsichtlich der wenigen Voruntersuchungen ist zu sagen:
Für Wollastonid ist das Material zu weich und außerdem müßte sich Wollastonid in HCl gut lösen - dies ist bei Deiner Probe nicht der Fall. Ferner stimmt die Strichfarbe nicht überein.
Diopsid ist viel härter und hat auch eine weiße Strichfarbe.

Die eigentliche IR-Untersuchung will ich Dir an Hand der Bilder erklären:

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #40 am: 04 Jul 04, 12:35 »
Bild 01:
Aufnahme Deiner Stufe, wobei ich die kleinere von beiden verwendet habe.

Bild 02:
saubere, ohne Matrix heraus präparierten Kristalle für die Untersuchung. Der Spatel soll die Größenverhältnisse dokumentieren.

[gelöscht durch Administrator]

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #41 am: 04 Jul 04, 12:36 »
Bild 03:
Nach dem die winzigen Kristallsplitter im Mörser pulverisiert sind, kann man jetzt deutlich die hellgrüne bis schwach gelbliche Strichfarbe erkennen. Vom homogenisierten Material wird nun wiederum ein Teil entnommen, abgewogen und zur Trägersubstanz Kaliumbromid hinzugefügt.

Bild 04:
Die ist die tatsächliche Menge (grün) auf einem kleinen Uhrglas zusammen mit KBr (weiß). Insgesamt wurden 1,4 mg Probe in 250,3 mg KBr gegeben. Alles wird nochmals in einer kleinen Achatmühle pulverisiert. Die Achatmühle ist auf Bild 07 abgebildet -steht zwischen Presse und Spectrometer.

[gelöscht durch Administrator]

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #42 am: 04 Jul 04, 12:37 »
Bild 05:
Nachdem die Probe schön in dem KBr verteilt ist, wird das gesamte Pulver in ein Preßwerkzeug “gesperrt” (Gerät unter der Spindel) und mit 10t/cm2 zu einer Tablette gepreßt.

Bild 06:
Die fertige Tablette, die dann wiederum in dem IR-Geräte auf Bild 07 vermessen wird.

[gelöscht durch Administrator]

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #43 am: 04 Jul 04, 12:39 »
Bild 07:
IR-Spectrometer
Ich glaube, wenn ich jetzt noch das IR-Meßverfahren beschreibe, geht es zu ins Detail.
Auf alle Fälle hängt hinter dem IR-Spectrometer der Computer (paßte nicht aufs Bild), mittels dem man dann alles steuert und auswertet.   
       
Bild 08:
Zeigt das IR-Spetcrum Deiner Probe (rote Linie) und an Hand von Bibliotheksspectren (pinke Linie) kann ich dann die Banden vergleichen.

Jede Substanz erzeugt im infraroten Strahl ein nur für diese Substanz typisches Spectrum oder  mit anderen Worten eine zwischen 400 und 4000 cm-1 charakteristische Linie. Alle “Zacken” müssen übereinstimmen.
Du siehst, daß Deine Probe mit dem aus der Bibliothek stammenden Spectrum sehr gut übereinstimmt.


[gelöscht durch Administrator]

Offline Moni

  • ******
  • Beiträge: 1.484
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Wollastonit im Hagental?
« Antwort #44 am: 04 Jul 04, 12:41 »
Sobald irgendwelche weiteren Banden dazukommen würde das einen Hinweis darauf geben, daß noch eine zweite Substanz mit im Spiel ist. Bei einem anderen Stück Epidot war es mir z.B. nicht gelungen die Matrix richtig von den Probekristallen zu trennen. Hier sah’s das Epidot auf Calcit und glatt waren auch die für Calcit typischen Banden mit im Spectrum zu sehen.
Auf Bild 09 habe ich dies mal abgebildet.
Hier ist im Vergleich zu Deiner Probe eine zusätzliche Bande zwischen 1400 - 1500 cm-1 zu erkennen. Dies ist die typische Hauptbande für Calcit.
Und genau hier dann auch die Schwierigkeit die einzelnen Substanz auseinander zu fisteln.

[gelöscht durch Administrator]

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge