Dendriten
Begriff für netzförmig verästelte, bäumchenförmige dunkle Mineralabsätze auf Gesteins-, Schicht- und Kluftflächen. Diese werden sehr häufig als fossile Pflanzenreste gedeutet (Pseudofossilien ).
Mineralogisch
Dendriten sind Mineralaggregate im eigenen Sinne. Sie bilden sich sowohl aus wässrigen Lösungen sowie in der Dampf-Gasphase, wobei mineralhaltige Lösungen oder Gase durch Kapillarwirkung in Gesteinsspalten eindringen, bzw. sich auf Flächen ablagern. Dendriten entstehen auch durch Ausscheidung im festen Zustand (Beispiel: Langsame Abkühlung geschmolzener Lava, wobei Dendriten einen Interimszustand zwischen Glas (schnelle Abkühlung) und Kristallisation (langsame Abkühlung) darstellen können.
Ein weiterer Mechanismus, welcher zum Dendritenwachstum führt, ist Verzwillingung, wobei die Wachstumsgeschwindigkeit an einer Zwillingsebene durch wiederkehrende Flächenkeime in kristallographischer Richtung parallel zur Zwillingsebene stark erhöht wird.
Bekannt sind Dendriten von Gold, Kupfer, Silber, Fe-Hydroxiden, Mn-Oxiden, Fluorit u.a. Mineralien.
Dendriten sind auch sehr bekannt aus dem Solnhofener Plattenkalken, wo sie sehr schöne farnähnliche Ausprägungen annehmen, aber nur Eisen-Mangan Einlagerungen darstellen.
Bilder
Literatur
- Lieber,W., 1977; Gestricktes Metall; Lapis: 2, 12, 20-23
- Philipsborn, H.;1977; Whiskers, Hoppers und Dendriten; Lapis:2,12,8-15 ( auszw./tw. zitiert)
Quellenangabe
Einordnung