Allgemeines
In der Grube Michael wurden Bleierze abgebaut. Paragenetisch (und so außer am Silbereckle im Schwarzwald kaum mehr beobachtet) ist die starke Arsenführung des Ganges. Uranminerale -unter ihnen als weltweite Raritäten Hallimondit, Hügelit und Widenmannit- runden das Bild ab.
Geschichte
Eine erste Erwähnung fand der Bergbau im Bereich Reichenbach 1468 und 1482. Nach SELB(1805) waren die Gruben zu Beginn des 19. Jhd. aufgelassen. Nach SELB war der Gang zu diesem Zeitpunkt abgebaut und es bestand keinerlei Erfolgsaussicht.
Demnnoch berichtete KOLB 1816, dass es ehedem reiche Beute gegeben habe und der Bergbau unter einem Obersteiger fortgeführt werde. Der Gewinn reiche aber lediglich aus, die lokale Knappschaft zu unterhalten.
1827 wurde berichtet, dass der Lohn höher sei als die Ausbeute und die Gruben, die 1823 noch im Abbau gestanden haben sollen, verschüttet seien. Um 1900 ließ der Fabrikant RINGWALD aus Emmendingen den tiefen Stollen, den heutigen Michaelstollen vortreiben.
1911 findet der Harmersbacher Mineralienhändler C. GOLDBACH Uranminerale (u.a. Hügelit) auf der Halde. Der Stollen wird gewältigt.
1937/38 wird von der Schürfkolonne Dr. THEIKE der Stollen erneut gewältigt. Es sollten Erze für den Krieg gewonnen werden.
Ein letztes Mal wurde der Stollen 1956/57 vom Geologischen Landesamt Baden-Württemberg aufgewältigt und u.a. auf Uran untersucht. Der durchschnittliche Urangehalt von unter 0,5 % ist aber in keinster Weise bauwürdig.
Geologie
Der Gang streicht annähernd SSW-NNE und ist auf einer der Rheingrabenhauptverwerfung parallelen Abschiebung angelegt. Bezüglich der Mineralführung zeigt der Gang größere Ähnlichkeit zu den Gruben um Badenweiler, dem Freiamt und der Grube St. Josephi im Schuttertal. Es erscheint möglich, dass alle diese Vorkommen auf ein zeitgleiches hydrothermales Ereignis zurückzuführen sind. Nebengesteine sind granulitfazielle Paraneise (mit Biotit, Granat, Cordierit und anatektischer Aufschmelzung) im Süden und Granit im Norden. Am Nordende geht der Gang in den der Grube Silbereckle über.
Mineralien
Es werden nur solche Minerale erwähnt, die von smoeller aufgefunden werden konnten, bzw. die in seiner Sammlung vorhanden sind. Für weitere Angaben: Walenta (1992).
Gangarten
- Baryt: Hauptgangart, bildet bräunlichweisse knollige Aggregate mit körnigem Aufbau und in Drusen blättrige xx
Der typische Baryt der Rheingrabenhauptverwerfung
- Quarz: Weitere Gangart. In Drusen im Baryt und Hornstein kleine xx. Selten sammelwürdig. Typisch sind blaugraue, bräunlichgraue und schwarzgraue Hornsteinbrekzien, die Einschlüsse von Erzen (ged. Arsen) und Sekundärmineralien (Mimetesit, Tsumcorit) führen.
- Dolomit: extrem untergeordnete Gangart. Auf einer Stufe mit Quarz-xx bräunlichgelbe Rhomboeder
Primärerze
- Galenit: Haupterz im Baryt. Bildet bis zu 4 cm große gut ausgebildete bleigraue Würfel, die im knolligen Baryt eingewachsen vorkommen.Freie Kristalle sind mir nicht bekannt.
- Sphalerit: wichtiges Erz in den Hornsteinbrekzien. Meist schön braunrot (Rubinblende). In Drusen auf Quarz-xx auch gute xx bis ca. 2 mm.
- Arsen, ged.: In den Hornsteinbrekzien häufiges Erzmineral, das bevorzugt an den Salbändern gehäuft auftritt. Grauschwarze erdige Aggregate, seltener ist der sog. Scherbenkobalt. Arsen ist auch ein Farbpigment in den dunklen Hornsteinen.
Sekundäre Sulfide
- Greenockit: schwefelgelbe Krusten mit kleinflächiger Ausdehnung im Bereich zersetzten Sphalerites
- Realgar: zinnoberrote andeutungsweise Kristalle.Freie Kristalle sind selten, da die Realgar führenden Partien wenig drusig sind. Häufiger orangerote Krusten zusammen mit Arsen und Auripigment
- Auripigment: goldfarbige Krusten mit Realgar
Sekundärmineralien
- Smithsonit: kleine reiskornartige Aggregate rhomboedrischer xx auf Sphalerit
- Hydrozinkit: bläulich- bis schmutzigweisse Krusten auf Sphalerit
- Köttigit: hervorragende farblose bis blassbläuliche gipsähnliche prismatische bis nadelige xx auf sphaleritführendem Hornstein. Zum Teil Rosetten oder freistehende Büschel.
- Adamin: Adamin ist eines der schönsten Minerale der Grube und kommt in einer für deutsche Vorkommen hervorragenden Ausbildung und Vielfalt vor. Insbesondere farblose, weisse und blassgelblichgrüne prismatische xx, die Anglesitkristallen ähneln, verdienen Beachtung. Daneben finden sich Büschel,Rosetten und Halbkugeln siolcher xx auf Hornstein. Größere nierig-traubige Aggregate bis 5 mm Größe sind häufig durch Cu (Mischkristallbildung mit Olivenit) grünlich gefärbt, es liegt sog. Cuproadamin vor.
- Cerussit: Cerussit ist als Zersetzungsprodukt im unmittelbaren Bereich eines Galeniteinsprenglings anzusehen und tritt in den typischen diamantglänzenden grauweissen Krusten auf Galenit auf. Seltener sind bis ca. cm-große prismatische xx. Manchmal mit Galenit-Einsprenglingen als Schwarzbleierz. In größerer Entfernung zum Galenit tritt meist Mimetesit auf, der auch das wichtigste Begleitmineral des Cerussites darstellt.
- Mimetesit: Mimetesit ist im Baryt, aber auch im bleihaltigen Hornstein das wichtigste Sekundärmineral. Man kann zwei Arten unterscheiden: Mimetesit, der im Hornstein eingewachsen ist und als Farbpigment auftritt. Dieser Mimetesit kann im Allgemeinen nur im Anschliff identifiziert werden und ist sammlerisch von keinerlei Interesse. Er führt deutliche Urangehalte und ist neben Uranglimmern (s.u.) das wichtigste Uranmineral im Weiler.
Die zweite Generation kommt als gut ausgebildete, z.T. bis 5 mm große prismatische, nadelige und spindelförmige xx auf Baryt vor. Es konnten Handstücke mit bis handtellergroßen Krusten gefunden werden. Die Farbe reicht von zitronengelb über bräunlichgelb bis zu orangegelb. Nadelige xx können fast farblos sein.
- Wulfenit: Der Wulfenit kommt in kleinen zitronengelben tafeligen xx in der Paragenese mit Mimetesit vor und ist recht selten.
- Tsumcorit: Tsumcorit kann als Farbpigment neben Mimetesit im Hornstein auftreten, kommt aber auch als gelbbraune feinkristalline Substanz auf Baryt vor. Häufiger Pseudomorphosen nach Mimetesit-xx (innen hohl). Von WALENTA 1959 als unbekanntes Mineral vom Weiler beschrieben und später von anderen Autoren als Tsumcorit an Material aus Tsumeb/Namibia benannt.
- Hidalgoit: Arsenat der Crandallitgruppe, das erst vor wenigen Jahren im Weiler (Erstfund für den Schwarzwald) gefunden wurde. Farblose bis hellbräunliche winzige Rhomboeder auf Baryt, zus. mit Mimetesit,Cerussit und Wulfenit.
- Zeunerit: grasgrüne tafelige xx in Hornsteindrusen. Häufigster Uranglimmer im Weiler. Uranminerale treten im Pb-führenden Hornstein in Paragenese mit Cerussit,Galenit und Mimetesit auf, sind aber meist nicht in direkter Nachbarschaft mit diesen Mineralen.
- Meta-Heinrichit: hell grasgrüne winzige tafelige xx in Hornstein. Seltener Uranglimmer im Weiler. Starke Fluoreszenz im langwelligen UV.
Minerale des Nebengesteins
Hier werden nur einige Arten aufgeführt, die auch sammlerisch von Interesse sind. Nur diese habe ich auch in die Liste mit aufgenommen.Daneben treten auf: Biotit,Quarz,Feldspäte.
- Graphit: In den Paragneisen kommen gute sechsseitig begrenzte Täfelchen oder Schüppchen vor. Der Graphit ist metallisch bleigrau bis grauschwarz und völlig undurchsichtig, wohingegen der ähnliche Biotit unter dem Mikroskop bräunlich durchscheint und Glasglanz aufweist. Auch in den randlichen Partien des Ganges findet sich Graphit mitunter massenhaft als Schüppchen. Hier kommte er mit Quarz, Sphalerit, Arsen und Realgar zusammen vor. Dies ist von der hydrothermalen Fluide aus dem Nebengestein übernommener Graphit.
- Cordierit: Cordierit bildet violettgraue Körner in den Gleisen und ist selbst unter dem Mikroskop nur selten vom Quarz zu unterscheiden.
- Almandin: Sehr kleine unscheinbare Körner im Gneis. Selten.
Im Bereich des Pingenzuges können nur noch geringe Mengen an Mimetesit,Galenit,Cerussit und Baryt gefunden werden. Insbesondere die Zinkminerale waren auf den Tiefstollen beschränkt!
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