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Der Müggelsee in Berlin

Steckbrief

Land

Deutschland

Region

Berlin / Müggelsee

GPS-Koordinaten

Müggelsee bei Berlin - N 52° 26' E 13° 39'

Anfahrtsbeschreibung

Mit der S3 von der Berliner Stadtmitte bis Bahnhof Friedrichshagen, von dort aus zu Fuß die Bölschestraße hinunter und dem Wanderweg in Richtung Gasthaus Rübezahl folgen. Am Ufer befinden sich immer wieder kleine Sandstrände, an denen die Schwerminerale gewaschen werden können. Ergiebigere Fundorte sind das Strandbad Rahnsdorf (vom S-Bahnhof Rahnsdorf ausgeschildert) oder der Strandabschnitt am Wasserwerk Friedrichshagen (vom S-Bahnhof Friedrichshagen mit der Straßenbahnlinie 61 bis "Wasserwerk".

Aufschlussbeschreibung

Schwermineralseifen

Zugangsbeschränkungen

keine

Letzter Besuch

17.09.2006

Verkürzte Mineralienatlas URL:

http://www.mineralienatlas.de/?l=347
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Der Müggelsee ist der größte See in Berlin. Nun denkt man, am Ufer des Sees stehend nicht, dass hier mineralogisch gesehen irgendetwas spannendes warten könnte.

Dennoch ist der Müggelsee nicht nur einen netten Tagesausflug in eines der zahlreichen Lokale um ihn herum wert. Dieses kann durchaus empfohlen werden, lässt sich aber mit einer kleinen Sammeltour verbinden. Voraussetzung ist einigermaßen schönes Wetter (andernfalls geht auch eine Wathose...), eine gute Lupe, einige Gefäße und eine Waschpfanne sowie ein Magnet. Die Experten wissen: hier geht´s um Schwerminerale.

Der Müggelsee geriet das erste Mal in den Fokus, als einige Mitglieder eines geologischen Vereins in Berlin-Kaulsdorf hier gediegenes Gold nachweisen konnten. Dieses wurde in Berlin röntgenographisch als sehr reines Gold bestimmt. Das Vorkommen fand sogar in die Lokalmedien Eintritt (s.u.). Das Thema erschien in einem großen Berliner Boulevardblatt. Das dicke Nugget auf der Zeitungsseite entsprach nicht, die Tatsache an sich aber sehr wohl der Wahrheit: es gibt Gold im Müggelsee. Außer Gold lassen sich Funde anderer Schwerminerale (äußerst selten auch gediegen Gold) auch an einigen Stellen am Müggelsee machen, so im Strandbad Rahnsdorf, an Strandstellen am Gasthaus Rübezahl und in der Nähe des Friedrichshagener Wasserwerkes.

Einigen Lesern mag der Müggelsee noch als bei Vollstädt erwähnte Fundstelle für Monazit in Erinnerung sein. Monazit kann man heute noch in winzigen braunen Kristallen finden, die sich durch ihren Flächenreichtum, den leicht fettigen Glanz im Anbruch und die höhere Strahlungsintensität vom Zirkon unterscheiden. Letzterer ist allgemein recht selten, trat aber in einer geringmächtigen Seife in Massen auf, darunter befanden sich farblose, gelbliche, rotbraune aber auch hellblaue und sogar rosafarbene Zirkonkristalle (zumeist lang gestreckte Doppelender). Weitere sammelwürdige Minerale sind Magnetit (selten bis 2 mm scharfkantige Oktaeder) und Almandin (sehr selten flächenreiche x bis 2/3 mm, meistens aber abgerollt). Daneben treten eine Reihe weiterer Schwerminerale auf, die aber selten und schwer zu bestimmen sind.

In der Nähe des Müggelsees gab es früher zahlreiche Kiesgruben, so in den Kanonenbergen in der Nähe des Müggelturmes und am Seddinberg in Müggelheim. Die letztgenannte Grube war früher einmal ein bedeutender Aufschlusspunkt des Rixdorfer Horizontes mit schönen Knochenfunden, Bernsteinen und anderen Geschieben mehr. Heute ist die Grube zwar noch zu erkennen, verrollt aber immer mehr.

Mineralien (Anzahl: 12)

Almandini
Almandin ist nach Magnetit der häufigste Bestandteil der Seifen am Müggelsee. Leider gilt für ihn, was auch für den Magnetit gilt: es dominieren abgerollte oder zersplitterte Körnchen. Daneben kommen aber auch typische Einzelkristalle vor, die noch scharfkantig ausgebildet sind und bis ca. 2-3 mm Größe erreichen können. Almandin tritt in den typischen Farben von braunrot bis rosarot auf.

M
HämatitM
Pyriti
Gelegentlich finden sich im Restmaterial in der Waschpfanne glänzende Körnchen sulfidischen Charakters. Dabei dürfte es sich um Pyrit handeln.
M
EpidotM
Magnetiti
Magnetit ist eines der schöneren Schwerminerale des Müggelsees und Hauptbestandteil der Schwermineralseifen. Das meiste von diesem Material ist zerrieben worden, aber es kommen durchaus schöne Oktaeder bis 2 mm Größe vor.

M
QuarzM
ForsteritM
Monazit-(Ce)i
Monazit wird schon bei Vollstädt vom Müggelsee erwähnt. Bei der Untersuchung von größeren Mengen an Schwermineralschlichen fällt oftmals die deutlich messbare Strahlungsintensität auf. Monazit lässt sich selten in idiomorphen, flächenreichen Kriställchen von ca. malzbrauner Farbe finden, die sich von manchmal ähnlichen Zirkonen durch den fettigen Glanz im Anbruch und durch die höhere Strahlung unterscheiden.

M
TitanitM
Goldi
Gediegen Gold kommt in sehr geringen Mengen in den Sanden von Berlin und Brandenburg vor. Auch am Müggelsee wurde Gold entdeckt. Dort traten winzigste Flitterchen auf (das größte misst gerade einmal 0.6 mm). An der TU Berlin wurde dieses Gold als sehr reines Gold analysiert, was bei Placer-Gold dieses Ausmaßes auch nicht weiter verwunderlich ist, da die weniger stabilen, silberreichen Zonen im Laufe der Jahrtausende ausgelöst werden. Was bleibt, sind zumeist sehr goldreiche, reine Partien. Einzelfunde von Gold (jeweils von etwa 0.1 mm Größe) wurden an den Strandabschnitten am Friedrichshagener Wasserwerk gemacht sowie an einer Badestelle zwischen dem Spreetunnel und dem Gasthaus Rübezahl gemacht.

M
Orthoklasi
Das Vorkommen von Orthoclas ist im Geschiebe nichts ungewöhnliches. Die Stücke, welche man zuweilen im Müggelsee finden kann, zeichnen sich manchmal durch ein hübsches adularisieren aus.

M
Zirkoni
Zirkon kommt in sehr schönen Einzelkristallen vor. Es dominiert der langgestreckte Typ, der ab einem gewissen Grad der Abrasion einem Reiskorn ähnlich ist. Daneben kommen selten blockige, gedrungene x vor. Das Farbenspektrum ist mannigfaltig. Zirkon ist hier häufig farblos-klar, daneben gelblich, orange (Hyazinth), braun und in manchen Fällen auch sehr blassblau oder rosa. Zirkon wurde bis jetzt nur an den Strandabschnitten am Wasserwerk in größerer Menge gefunden.
M
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Gesteine (Anzahl: 2)

FeuersteinG
SeifeG
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • VOLLSTÄDT, H.: Einheimische Minerale, Leipzig, 1979 (5. Auflage)

Quellenangabe


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