Mineralienatlas
Steckbrief
| Rheinland-Pfalz / Trier / Butzweiler / Pützlöcher | ||
Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden. |
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Weitere Funktionen
Ausführliche Beschreibung
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Rund 1700 Meter nördlich der Kirche von Butzweiler am Hang des Butzerbachtales beobachtet man im Bereich der "Pützlöcher" umfangreiche Spuren einer von der Antike bis in die Neuzeit reichenden Erz- und Steingewinnung. Nach derzeitigen Erkenntnissen zählen die Pützlöcher, auch "Pützhecke" oder "Pützley" (Pütz beddeutet Wasserloch) genannt, zu einem der ältesten bekannten römischen Bergbaue in Deutschland. Er galt der Gewinnung von Azurit, der als mineralisches Blaupigment Verwendung fand. Erstmals wurden Sie um 1850 von Pfarrer Ph. Schmitt beschrieben. Eine erste Vermessung der Gruben und Steinrüche erfolgte durch das Rheinische Landesmuseum in Trier 1928. 1967 und 1990/91 wurden neben den 3 bereits bekannten Schächten 6 weitere Schachte durch umfangreiche Freilegungsarbeiten entdeckt. Eine 5x4 m große Weitung findet sich 8 Meter vom Eingang entfernt. Von dieser gehen ein ca. 45 m langer Hauptstoß mit mehreren Abzweigen sowie 3 Nebenstrecken ab. Die längste Nebenstrecke misst ca. 15 m. Zum Aufspüren der Erzadern wurden gewissenhaft erstellte, kreisrunde ovale Schächte senkrecht abgeteuft. Der Durchmesser liegt im Schnitt bei 1,15 bis 1,25m. Wurde der Abbau des Azurithorizontes als lohnend angesehen, wurden von der Schachtsohle aus Stollen horizontal vorgetrieben. Die 7 Schächte mit einer Tiefe zwischen 7 und 14 m dienten zudem der Bewetterung und Abtransport des Erzes. Bisher konnte einer der Sieben Schächte nicht vollständig ausgeräumt werden so dass unbekannt bleibt ob er aufgegeben wurde oder in einer tieferen Sohle endet. An der Mündung des Schachtes Nr. 6 wurden Keramikscherben aus dem 2.Jahrhundert gefunden, die als Anhaltspunkt für die Befahrung heran gezogen werden. Panoramablick über die Steinbruchsohle des römischen Steinbruches Putzlöcher mit fünf sichtbaren Schächten. Man beachte den geringen Abstand der Schächte zueinander, der in der Regel nur 3 - 4 m beträgt (vgl. auch Detailplan) Ein solch engständiges Abteufen aufwendiger Explorationsschächte erscheint aus heutiger Sicht kaum sinnvoll, zumal in den Schächten und dem modernen Stollensystem kaum Kupfererzspuren angetroffen wurden. Der wahre Sinn der rönischen Schächte, die eine Tiefe von bis zu 14 m erreichen (vgl.Profil) verbleibt somit weiterhin umstritten. Kultische Handlungen...?
Vermutlich dürfte die Inschrift MARCI, die rechts oberhalb des Stolleingangs zu sehen ist den Namen des Steinbruchbesitzers preisgeben. Der Steinbruchbetrieb war vermutlich noch im 3. Jahrhundert im Betrieb. Ein unterhalb der Pützlöcher gefundener Sesterz von Kaiser Maximus Thrax (235-238) lässt darauf schließen. Nach einer Zeit ohne nachweislichen Bergbaubetrieb wurde, wie die über dem Stolleneingang eingehauene Jahreszahl 1781 vermuten lässt, der Bergbaubetrieb nochmals aufgenommen, brachte jedoch auch diesmal kaum Erfolg. Eine letzte Verleihung des Grubenfeldes ist aus dem 19. Jahrhundert bekannt.
SchautafelDie Erklärungen auf der Tafel finden sich Sinngemäß im Beschreibungstext der Pützlöcher.
Der Stollen
Quellangaben
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