In der Nähe des kleinen Harzdorfes Tilkerode (heute zu Abberode eingemeindet) fand schon vor 1800 Bergbau auf Eisen statt, der bis 1865 andauerte. Nach WITTERN (1995, S.106) betrug die mittlere Jahresförderung an Erz in etwa 550 Tonnen.
Das Abbaugebiet ist in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufgegliedert. Im Süden wurde im Winter gearbeitet (Einestollen-Revier, benannt nach dem kleinen Flüßchen Eine vor dem Stollenmundloch), im Sommer förderte man im Eskeborner Revier im Norden der Lagerstätte.
Um 1825 wurde man auf die beträchtlichen Gold- und Selengehalte des Erzes aufmerksam, es wurde Gold gewonnen und zu Münzen verarbeitet, die dem Adel zur damaligen Zeit als Geschenke dienten ("Ex auro Anhaltino"). Besonders das Nordrevier, rund um den Goldberg (Name!) herum, zeichnet sich durch eine Vielzahl an Pingen, Halden, Stollenmundlöchern und sogar einigen kleinen Steinbrüchen aus. Fährt man von Tilkerode in Richtung Süden, nach Ritzgerode, zweigt linkerhand eine kleine Straße an einem Fluß entlang ab. Dieser Fluß ist die erwähnte Eine. Nach einigen Hundert Metern gelangt man zum Mundloch des Einestollens. Direkt am Stollen führt ein Weg nach Norden. Dort, wo dieser Weg auf den nächstgrößeren mündet, liegt der Birnbaumschacht nebst einigen Pingen. Man befindet sich nun nahe der Straße nach Stangerode. Ein wenig weiter nördlich zweigt rechts eine weitere kleine Straße ab. Auf dieser gelangt man, vorbei an einem kleinen Steinbruch und dem Mundloch des Martin-Kochsborner-Stollens zum Goldschacht. Auch hier befinden sich viele Pingen. Nun ist man bereits im Eskeborner Revier. Zwischen dem Goldschacht und der Straße nach Stangerode liegt der Eskeborner Berg mit dem Eskeborner Stollen und, wenig weiter östlich, dem Neuen Stollen. Das Gebiet an der Straße nach Stangerode ist durchzogen von Pingenzügen und einer Vielzahl von Halden.
Tilkerode ist die Typlokalität für die Minerale Naumannit und Eskebornit. Jüngst wurde ein weiteres Mineral hier neu entdeckt, der Tischendorfit. Neben dem Eskebornit wurde auch der Tilkerodit nach dem Vorkommen benannt. Heute ist der Tilkerodit aber kein eigenständiges Mineral mehr, er hat sich als ein Gemenge von Clausthalit und Tiemannit erwiesen. Insgesamt sind von Tilkerode über 20 (!) Selenverbindungen bekannt, manche davon sind in ganz Deutschland nur hier gefunden worden. Fast alle dieser Seltenheiten waren aber nur in erzmikroskopischer Form vorhanden, oder aber als winzigste Körnchen, die ohne geeignete Analysemethoden nicht zu unterscheiden sind. Was man an Selenmineralen heute noch finden kann, beschränkt sich fast ganz auf den Clausthalit, eventuell noch Tiemannit oder Naumannit. Finden kann man außerdem nette Hämatitstücke, die sich anschleifen lassen, oder Roter Glaskopf. Daneben einige Carbonate und etwas Pyrit. Allein der Name Tilkerode hat aber schon viele Sammler angezogen, so dass die Fundmöglichkeiten nicht besser werden.
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