Deutschland/Sachsen/Erzgebirge/Annaberg, Revier/Königswalde/St.Briccius

 
 

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St.Briccius

Steckbrief

Land

Deutschland

Region

Sachsen / Erzgebirge / Annaberg, Revier / Königswalde / St.Briccius

GPS-Koordinaten

Unterer Stolln

Topographische Karte

Anfahrtsbeschreibung

Die Gruben "St. Briccius" und "Heilige Dreifaltigkeit" befinden sich am O-Hang des Pöhlberges auf den Fluren von Geyersdorf und Königswalde. Man kann anfahren über Geyersdorf, dann rechts hinter der Brotfabrik knapp 1 km bis ins nächste Dörfchen. Wenn man geradeaus durchfährt, ist am Dorfende ein Durchfahrtsverbots-Schild. Dort parkt man und läuft den Fahrweg "Alte Königswalder Str." ca. 2-3 km durch. Links steht das Huthaus des Freudenstollns und rechts geht ein steiler Fahrweg durch Wiesen hoch.

Aufschlussart

Stollen, Pingen, Halden, Schächte.

Geologie

Zugangsbeschränkungen

Letzter Besuch

9/2008

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

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Ausführliche Beschreibung

Es handelt sich dabei wahrscheinlich um den ältesten Annaberger Bergbau, der bereits um 1400 begann und erst 1892 endgültig eingestellt wurde. Damit ist dieses Grubenfeld zweifellos eines der geschichtlich interessantesten des gesamten Erzgebirges. Nachdem bereits um 1400 im Bereich der jetzigen Pinge hinter der Skihütte der Bergbau begann, also lange Zeit vor Gründung der Stadt Annaberg 1496, dehnten sich die Grubenbaue später bis in den Talgrund des Pöhlbaches aus. Zuerst wurden Zinn- und Kupfererze, später vorwiegend silberhaltige Kupfererze gewonnen. Nach chronikalischen Aufzeichnungen wurde "St. Briccius" bereits 1442 beim Bergamt Geyer erwähnt. Die älteste urkundliche Erwähnung stammt vom 23.02.1468. Das bedeutendste Dokument ist aber die Verleihurkunde des Kurfürsten Ernst und des Herzogs Albrecht an Erhart Altmann aus Geyer vom 19.03.1469. Darin wird an Altmann der "Tiefe Stolln" am Pöhlberg bei Rückerswalde und der "Suchstolln, den dy alden an haben gefangen" verliehen. Danach wurden allein von 1469 bis 1483 schätzungsweise 4000 Zentner Kupfer und ca. 4000 bis 7000 Mark Silber (etwa 0,94t bis 1,64t Silber) ausgebracht. Besondere Bedeutung erlangte "St. Briccius" im 16. Jahrhundert, als die Familie Uthmann ab 1543 Besitzer der Gruben am Pöhlberg war. Um die immer tiefer reichenden Grubenbaue vom Wasser zu lösen, legte man immer weiter Hang abwärts Entwässerungstolln an. Der tiefste dieser Stolln, der "Tiefe Freudenstolln", wurde bereits vor 1561 im Pöhlbachtal begonnen. Schon im Jahre 1650 baute man ein Wasserrad zur Wasserhebung am Pöhlbach und betätigte damit übertage ein 800 m langes Feldgestänge bis zum "Tiefen Briccius Stolln" und in diesem ein 260 m langes untertägiges Streckengestänge, um damit die Tiefbaue vom Wasser zu lösen. Von 1699 bis 1702 wurde untertage ein Kunstrad mit 11,80 m Durchmesser eingebaut und über eine 2800 m lange Röhrentour das benötigte Aufschlagwasser vom Flößgraben zugeführt. Mit mehreren Unterbrechungen zog sich der Bergbau bis 1892 hin, wurde dann aber endgültig eingestellt. 1935/36 wurden einige Grubenbaue wieder aufgewältigt, die Aufschlussarbeiten mussten dann jedoch aus Kostengründen wieder eingestellt werden.

St.Briccius baute vor allem auf dem Rotpfützner Spatgang, der 7-35 cm mächtig ist und im Bereich von Schwebenden ergiebige silberhaltige Kupfererze führte.

  • Gegenwärtig wältigt der Verein Gewerkschaft "St. Briccius" e.V. die historischen Grubenbaue wieder auf und hat schon einen Teil davon mit Genehmigung des Oberbergamtes Freiberg für die Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Die erhaltenen und sanierten übertägigen Anlagen sind mit Informationstafeln beschriftet und können am schönen O-Hang des Pöhlberges leicht erwandert werden.

Fundstellen-Bildertabelle (6 Bilder insg.)

Kaue St.Briccius, Tiefer Stolln
Aufrufe (Bild: 1223034581): 225

Kaue St.Briccius, Tiefer Stolln

Vereinskaue Gewerkschaft "St.Briccius". Revier Annaberg, Erzgebirge, Sachsen. 9/2008

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Doc Diether

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Doc Diether

Beitrag: Doc Diether 2008-10-03

Zusatzinfo   F 
Mittlerer Stolln St.Briccius
Aufrufe (Bild: 1223034216): 224

Mittlerer Stolln St.Briccius

Sehr schmales Profil des Altbergbaus. Revier Annaberg, Erzgebirge, Sachsen. 9/2008.

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Doc Diether

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Doc Diether

Beitrag: Doc Diether 2008-10-03

Zusatzinfo   F 
Halde St.Briccius, Fundgrube
Aufrufe (Bild: 1223033901): 230

Halde St.Briccius, Fundgrube

Revier Annaberg, Erzgebirge, Sachsen. 9/2008

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Doc Diether

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Doc Diether

Beitrag: Doc Diether 2008-10-03

Zusatzinfo   F 
Tiefer Stolln, St.Briccius
Aufrufe (Bild: 1223034412): 230

Tiefer Stolln, St.Briccius

Sehr schmales Profil des Altbergbaus. Revier Annaberg, Erzgebirge, Sachsen. 9/2008

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Doc Diether

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Doc Diether

Beitrag: Doc Diether 2008-10-03

Zusatzinfo   F 
Kaue St.Briccius, Mittlerer Stolln.
Aufrufe (Bild: 1223034042): 217

Kaue St.Briccius, Mittlerer Stolln.

Revier Annaberg, Erzgebirge, Sachsen. 9/2008

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Doc Diether

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Doc Diether

Beitrag: Doc Diether 2008-10-03

Zusatzinfo   F 
Fundgrube St.Briccius, Halde.
Aufrufe (Bild: 1223033753): 59

Fundgrube St.Briccius, Halde.

Links hinter der Skihütte war die Fundgrube. Revier Annaberg, Erzgebirge, sachsen. 9/2008

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Doc Diether

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Doc Diether

Beitrag: Doc Diether 2008-10-03

Zusatzinfo   F 

Mineralien (Anzahl: 24)

Legende: Mineral -> anerk. Mineral; Mineral (TL) -> Mineral Typlokalität; (TL) kursiv -> Typl. vererbt aus Teilfundstelle; 'Mineral' -> kein anerk. Mineral; B -> Bilder vorh.; 5 -> Anz. Fundst. d. Region in denen das Mineral vorkommt; M -> Verweis zur Mineralseite; i -> Informationen etc.; r -> Referenzangaben; Mineral ? -> Vorkommen zweifelhaft, fragwürdig

Allophan M
Cyanotrichit M
Namuwit M
Brianyoungit M
Djurleit M
Posnjakit M
Brochantit M
Fluorit M
Pyrit M
Cassiterit M
Hydrowoodwardit (TL) M
Quarz M
Chalkoalumit B M
Langit M
Schulenbergit M
Chalkopyrit M
Linarit M
Silber M
Chrysokoll M
Malachit B M
Sphalerit M
Cuprit M
Markasit B M
Woodwardit M

Gesteine (Anzahl: 0)

Fossilien (Anzahl: 0)

Mineralien-Bildertabelle (3 Bilder insg.)

Chalkoalumit
Aufrufe (Bild: 1242575867): 258

Chalkoalumit

Grube St. Briccius im Revier Annaberg BB. 16mm

Sammlung:

Daniel Neumann

Copyright:

Daniel Neumann

Beitrag: Daniel Neumann 2009-05-17

Zusatzinfo   MF 
Malachit
Aufrufe (Bild: 1223299203): 152

Malachit

Stufengröße: ca. 11x5x6 cm; Fundort: St. Briccius, Königswalde, ; Funddatum: Ostersonntag 2008

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Zerstreuter Professor

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Zerstreuter Professor

Beitrag: Zerstreuter Professor 2008-10-06

Zusatzinfo   MF 
Kyrosit
Aufrufe (Bild: 1206704484): 195

Kyrosit

Arsenhaltiger Markasit (Kyrosit) von der Grube St. Briccius, Annaberg, Erzgebirge, Deutschland. Historische, 7 cm breite Stufe.

Sammlung:

raritätenjäger

Copyright:

raritätenjäger

Beitrag: raritätenjäger 2008-03-28

Zusatzinfo   MF 

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Schindler,E. (1997). Grubenbericht über das Berggebäude "Tiefer Briccius Stolln" im Annaberger Revier. (1812) in Schriftenreihe "Akten und Berichte vom sächsischen Bergbau" von B.Lahl. Heft 1, Jens-Kugler Verlag, Kleinvoigtsberg 1997.
  • Weiß,S. (1999). Neue Mineralien: (Hydrowoodwardit). Lapis, Jg.24, Nr.6, S.48.
  • Witzke,T. (1999). Hydrowoodwardite, a new mineral of the hydrotalcite group from Königswalde near Annaberg, Saxony/Germany and other localities. N. Jb. Mineral. Mh., 1999, H.2, S.75-86.
  • Gröbner,J. & Kolitsch,U. (2006). Neufunde aus dem Erzgebirge (II)(St. Briccius Grube). Mineralien-Welt, Jg.17, Nr.3, S.22-27. (Hydrowoodwardit, Woodwardit, Schulenbergit, Namuwit, Langit, Brianyoungit, Allophan, Cuprit, Brochantit, Cyanotrichit, Chalkoalumit F, Posnjakit, Malachit, Chrysokoll, Chalkopyrit)

Weblinks


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