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Einschlüsse / Inklusion / Inkludien / Inclusion

sind im Kristallinneren eingeschlossene Fremdkörper wie Flüssigkeiten, Gase, Kohlenwasserstoffe (Erdöl, Asphalt), Sediment, NaCl, sowie andere Mineralien oder Kristalle.

Einschlüsse können eine Art Fingerabdruck einer Fundstelle sein. So zeigen Einschlüsse, unter welchen geologischen Bedingungen sich die Mineralien gebildet hatten. Dies ermöglicht wiederum Rückschlüsse auf die Fundstelle.

So glückte über Einschlüsse in Quarzen eines Kronleuchters des Schlosses "Sanssouci" die Zuordnung zur Fundstelle der Kristalle. Die Quarze stammen aus den Klüften Hegdorn und Wasenhorn im östlichen Wallis, der Kluft am Zinggenstock im Grimselgebiet, auf der Göscheneralp und aus dem Klüften Sandbalm und Urschlaui im oberen Reusstal in den schweizer Zentralalpen. Der Kronleuchter konnte nun mit Originalquarzen vervollständigt werden. (Quelle: Pressemitteilung der Universität Potsdam)


Entstehung

Einschlüsse durch Überwachsen/Umwachsen

Bilden sich in Klüften neue Kristalle, werden bestehende Kristalle oft nicht verdrängt, sondern mit in die neu wachsenden Kristalle eingebettet (z.B. Rutilquarz, Turmalinquarz). Dies kann auch mit Flüssigkeiten und Gasen geschehen.

Turmalinnadel in Rauchquarz
Turmalinnadel in Rauchquarz

Austrittsöffnung einer Turmalinnadel in Rauchquarz; Fundort: Wimhof bei Vilshofen, Bayern, Deutschland; Funddatum: 26.03.2005

Stefan
Rutil in Quarz
Rutil in Quarz

Rutil (Variation: Sagenit) in Quarz eingeschlossen; Bildbreite: 1 cm; Fo.: Bahia, Minas Gerais, Brasilien

thothie
Turmalin eingebettet in Rauchquarz
Turmalin eingebettet in Rauchquarz

Nadelige Aggregate von Turmalin eingebettet in Rauchquarz; Fundort: Wimhof bei Vilshofen, Bayern; Funddatum: 26.03.2005

Stefan

Einschlüsse durch gleichzeitiges Wachstum

Einschlüsse können auch durch gleichzeitiges Kristallwachstum gebildet werden. In der Nährlösung vorhandene Elemente lassen mit der Kristalloberfläche Einschlüsse mitwachsen. Dies kann u.a. an fadenähnlichen Einschlüssen, die oftmals während der Wachstumspausen des Mutterkristalls Verdickungen aufweisen, beobachtet werden.

Eisenkiesel
Eisenkiesel

Eisenkiesel (Quarz) aus Wölsendorf in der Nahaufnahme; Bildbreite ca. 5 mm; Der Eisenkiesel ist nur an der Oberfläche durch eisenhaltige Einschlüsse rostrot gefärbt. Im Bild sind die Eischlüsse als...

Stefan
Selenit
Selenit

Selenit mit kohlenstoffhaltigen Einschlüssen (Erdöl)

Stefan
Stinkquarz
Stinkquarz

Durch bituminöse Einschlüsse schwarz gefärbter Quarz, Fundort unbekannt

Stefan
Einschlüsse
Einschlüsse

Cosalit-Nadeln in Fluorit; Fundort: Yaogang Xian, Hunan, China

Collector
Einschlüsse von Rutil und Hämatit in Quarz
Einschlüsse von Rutil und Hämatit in Quarz

Fundort: Minas Gerais, Brasilien

Lourenco B. Santos

Einschlüsse durch Wachstumspausen

Schwankt die Nährlösung während des Kristallwachstums in ihrer Zusammensetzung, kann es zu Wachstumspausen kommen, die das Wachstum anderer Kristalle begünstigen. Setzen sich diese Kristalle der jüngeren Generation auf den Ursprungskristall ab, kommt es beim weiteren Wachstum des Ursprungskristalls zum Einschluss des jüngeren Kristalls.

lamellare Schichten von Kluftlehm in Quarz
lamellare Schichten von Kluftlehm in Quarz

Bildbreite: 10 mm

slugslayer
schwarze Einschlüsse in Quarzkristall
schwarze Einschlüsse in Quarzkristall

Fundort: Minas Gerais, Brasilien

slugslayer
Fluorit
Fluorit

Royeswiese, Donaustaufer Revier, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Stefan
Baryt
Baryt

Honigspat (Baryt) mit Einschlüssen; Grube Clara

Stefan
Bergkristall-Einschluss
Bergkristall-Einschluss

Bergkristall aus Brasilien mit Einschlüssen entlang der Wachstumskanten

Stefan

Einschlüsse durch Risse/Sekundäreinschlüsse

Bilden Kristalle während ihres Wachstums Risse z.B. durch tektonische Veränderungen, kann in die Risse Lösung eindringen. Es können sich u.U. Fremdkristalle, Dendriten, oder auch Kluftlehm ablagern. Verheilt der Kristall im Laufe der Zeit seine Risse, werden diese Fremdpartikel mit eingeschlossen. Auf diese Weise können auch Gas oder Fluide eingeschlossen werden.

Eine weitere denkbare Möglichkeit für Hohlräume in Kristallen ist das Herauserodieren eingeschlossener Substanzen durch Risse. Diese hinterlassen Hohlräume, die in ihrer Form und auch Hohlraumauskleidung den Anschein eines Kristalleinschlusses hinterlassen.


Flüssigkeits- und Gaseinschlüsse

Einschlüsse (z.B. eingeschlossene Lösungen und/oder Gasblasen), die während der Wachstums- oder Rekristallisationsphase in ein Mineral eingeschlossen werden, sind i.d.R. Überbleibsel der hydrothermalen Lösung, welche die Kluft während des Wachstums des Kristalls füllte. Sie werden als Primäreinschlüsse bezeichnet und befinden sich oft auf den Wachstumszonen von Mineralen.

Diese stofflich selbständigen Einschlüsse können auch sekundär durch verheilte Risse und Bruchstellen (und evtl. auch Zersetzung eingeschlossener Mineralien) entstehen und werden dann als Sekundäreinschlüsse bezeichnet.

Pseudo-sekundäre Einschlüsse wurden während des Wachstums von Mineralien gebildet, ähneln in ihrem Aussehen aber den sekundären Einschlüssen.

Die Gas- und Flüssigkeitseinschlüsse besitzen meist einen extrem kleinen Durchmesser (< 0,1 mm). Oft bestehen die Einschlüsse aus einer Flüssigkeit und einer Gasblase, die sich durch Ausdehnung der Flüssigkeit beim Abkühlen des Gesteins gebildet hat.

Die Einschlussflüssigkeit besteht häufig aus einer wässrigen Lösung, in der Natrium (Na)-, Kalium (K)-, Calcium (Ca)- und Magnesium (Mg)-Chloride gelöst sind.

Diese Form der Einschlüsse ist besonders häufig bei Quarzen, wo zwischen Ein-, Zwei- und Dreiphaseneinschlüssen unterschieden wird (Gasblase aus Kohlensäuregas, flüssige Kohlensäure, wässrige Lösung).

  • Einphasig: Gas: z.B. Methangas, gasförmige Kohlensäure
  • Zweiphasig: Flüssigkeit neben Gasblase
  • Dreiphasig: zwei nicht mischbare Flüssigkeiten neben Gasblase; z.B. wässrige salzhaltige Lösung, flüssiges und gasförmiges Kohlendioxid, oder Flüssigkeit neben kubischem Salzkristall und Gasblase.

Die Anteile der Gasblasen am Gesamtvolumen des Einschlusses variieren in weiten Grenzen. Sie wird als Füllungsgrad bezeichnet.

Manche Kristalle enthalten Vakuolen mit Flüssigkeitseinschlüssen in Form negativer Kristalle, welche als Libelle sichtbar werden. Sie enthalten als Gas Methangas (CH4) oder Schwefelwasserstoff (H2S), als Flüssigkeit leichte Kohlenwasserstoffe bzw. geringe Anteile höherer Kohlenwasserstoffe. Enthalten Einschlüsse über 23 % Salz, so kristallisieren bei Raumtemperatur kubische Salzkristalle aus.

Diese Einschlüsse können wichtige Informationen über die Herkunft des Kristalls, resp. zur Genese von Gesteinen enthalten. Einschlüsse können geologische Thermometer darstellen.

So werden bei Gas-Flüssigkeitseinschlüssen durch Aufheizen/Abkühlen unter dem Mikroskop (sog. Kühl-/Heiztisch) Temperaturen bestimmt, bei denen eine Homogenisierung, d.h. ein Verschwinden der Mehrphasigkeit, eintritt. Damit kann man dann Aussagen über die Bildungstemperaturen und -bedingungen treffen.

Gaseinschluss in Quarz
Gaseinschluss in Quarz

Fundort: Namibia; Bildbreite: 12 mm

Meinrad
Amethyst-Einschluss
Amethyst-Einschluss

Amethyste mit vermutlich Gaseinschluss, Mexiko; Foto u. Sammlung: Stefan Schorn

Stefan
Irisquarz
Irisquarz

Irisquarz = Quarz mit dünnem Lufthäutcheneinschluss, an dem sich das Licht bricht.

Stefan

Lichterscheinungen durch Einschlüsse

Sehr feine und massenhaft verteilte Einschlüsse rufen in manchen Mineralien besondere Licht- und Farbenerscheinungen hervor. So z.B. das Lichtspiel des Tigerauges und die lebhaften Farben des Labradorfeldspats (Spektrolith). Die baum- u. moosartigen Zeichnungen, die im Achat (Moosachat) öfters zu sehen sind und für pflanzliche Gebilde gehalten wurden, sind feine Mineralteilchen, die von durchsickertem Wasser zurückgelassen wurden.

Spektrolith
Spektrolith

Überwiegend hellblau labradorisierendes Farbenspiel der mit Wasser angefeuchteten Labradorit-Feldspat-Varietät Spektrolith; Stufengröße: 4 x 1,5 cm; Fundort: Ylämaa, Finnland

McSchuerf
Tigerauge
Tigerauge

Tigerauge (Trommelstein) in der Nahaufnahme

Stefan
Chrysoberyllkatzenauge
Chrysoberyllkatzenauge

Chrysoberyllkatzenauge als Trommelstein

Stefan
Moosachat
Moosachat

Fundort: Ebersbach, Sachsen, Deutschland; Größe: 11,5 x 7,5 cm

Bernd G

Mineralien mit besonders häufigen Einschlüssen

Diamant

Diamanten mit Einschlüssen sind eine wichtige Bestimmungshilfe für den Aufbau der Erde. Auch kann über deren Einschlüsse das Alter der Diamanten bestimmt werden. Die Anzahl und Art der Einschlüsse in Diamanten bestimmt erheblich ihren Wert.

  • Silikatmineralien

Fluoriteinschlüsse

Quarzeinschlüsse

Einschlüsse in Quarz sind besonders häufig. Quarze ohne jegliche Einschlüsse sind eher die Ausnahme.

Selenit

Calcit


Weitere Begriffe

  • Libellen sind gasförmige Einschlüsse (Gasblasen) in flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen (Vakuolen), welche sich während der Abkühlung hydothermaler Lösungen bilden.

siehe > Diamant, Risse in Kristallen


Bilder

Bilder (12 Bilder gesamt)

Anorthit mit ged. Messing Einschlüssen
Aufrufe (Bild: 1288215893): 1531
Anorthit mit ged. Messing Einschlüssen

geschliffener Anorthit mit ged. Messing Einschlüssen Miyake Tokio, Japan; geschliffen von Yuko; gefunden von Alfrdo Petrov; 0.52 ct

Sammlung: alfredo
Copyright: Stefan
Beitrag: Stefan 2010-10-27
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Chalcotrichitnadeln in Calcit
Aufrufe (Bild: 1194725769): 490
Chalcotrichitnadeln in Calcit

Durch Chalcotrichitnadeln rot gefärbter Calcit; Fundort: New Cornelia Mine, Ajo, Pima Co., Arizona, USA

Sammlung: Petra Kloschinski
Copyright: Stefan
Beitrag: Stefan 2007-11-10
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Arsenkies in Quarz
Aufrufe (Bild: 1158701725): 472
Arsenkies in Quarz

Arsenkies als Einschluss im Quarz; Fundort: Ramsbeck, Dörnberg; Größe: 4 mm;

Sammlung: kraukl
Copyright: kraukl
Beitrag: kraukl 2006-09-19
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Fluorit mit Gaseinschluss
Aufrufe (Bild: 1265324172): 325
Fluorit mit Gaseinschluss

Bildbreite: 20 mm; Fundort: Dong Shan, Linwu, Präfektur Chenzhou, Provinz Hunan, China

Sammlung: Chris18
Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2010-02-04
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Libelle - Einschluss
Aufrufe (Bild: 1194604371): 408
Libelle - Einschluss

Libellenförmiger Gas-Wassereinschluss in einem
8 x 3,5 cm großen Quarzkristall
Goboboseb, Brandberg, Namibia

Copyright: Christiane David
Beitrag: Collector 2007-11-09
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schwarze Einschlüsse in Quarzkristall
Aufrufe (Bild: 1144681111): 591
schwarze Einschlüsse in Quarzkristall

Fundort: Minas Gerais, Brasilien

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2006-04-10
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Pyriteinschlüsse im Baryt
Aufrufe (Bild: 1204201505): 504
Pyriteinschlüsse im Baryt

Länge der Aggregate 2mm, Naica, Mexico

Sammlung: skibbo
Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2008-02-28
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Pyrargyrit-x und ged. Silber in Fluorit
Aufrufe (Bild: 1194483968): 1218, Wertung: 5.4
Pyrargyrit-x und ged. Silber in Fluorit

Pyrargyrit-x mit ausgeprägter Hemimorphie und ged. Silber als drahtförmige Entmischung in gelbem Fluorit; FO.: Halde "Abraham", Lauta - Marienberg / Sachsen '06; BB: ca.1cm

Sammlung: -M-
Copyright: -M-
Beitrag: Mineralienatlas 2007-11-08
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Amethyst-Einschluss
Aufrufe (Bild: 1144259329): 1437
Amethyst-Einschluss

Amthyste mit vermutlichem Gaseinschluss und Hohlraum mit Kristallen; Mexiko

Sammlung: Stefan
Copyright: Stefan
Beitrag: Stefan 2006-04-05
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Quellenangaben


Literatur

  • Einschlüsse in Quarz. Inclusions in Quartz von Jaroslav Hyrsl, Gerhard Niedermayr, ISBN:3925094814
  • Gübelin, E., Koivula, J.; 1986; Bildatlas der Einschlüsse in Edelsteinen, ISBN:385504094X
  • Rykart, R.; 1977; Bergkristall, ISBN:372256249X
  • V. Yu. Prokof’ev, S. Z. Smirnov: Research on fluid inclusions in minerals: Current state and future outlook. Geology of Ore Deposits Volume 53, Number 2 (2011) S.171-176.

Einordnung