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Glanz

engl.: lustre


Bergmännisch

Mildes, geschmeidiges Erz mit metallischem "Habitus": Bleiglanz, Silberglanz


Glanz in der Mineralogie

Edelsteine haben die Menschen schon seit jeher wegen ihres strahlenden Glanzes fasziniert. Aber nicht nur geschliffene Edelsteine glänzen, auch jedes unbearbeitete Mineral hat, wie etwa die Glimmerblättchen im Flusssand zeigen, seinen ganz speziellen, charakteristischen Glanz.

Einfach messbar ist Glanz nicht, er wird in der Regel durch Vergleiche mit Gegenständen des täglichen Lebens beschrieben.

Folgende Arten des Glanzes lassen sich unterscheiden:

  • Diamantglanz (engl. adamantine) ist der strahlende Glanz, den man von geschliffenen Diamanten und Bleikristallglas kennt. Beispiel: Zinnober
  • Fettglanz (engl. greasy) erinnert an schimmernde Fettflecken auf Pergamentpapier. Beispiel: Krokoit
  • Metallglanz (engl. metallic/sub-metallic) entspricht dem Glanz von poliertem Metall, etwa Stoßstangen, Alufolie. Beispiel: Hämatit
  • Glasglanz (engl.: vitreous) entspricht dem Glanz von einfachem Fensterglas. Beispiel: Epidot, Apatit
  • Seidenglanz (engl. silky) weisen Mineralien auf, die einen wogenden Lichtschein zeigen, wie er bei Naturseide zu beobachten ist. Beispiel: Pektolith
  • Perlmuttglanz (engl. pearly) erinnert an die Innenseite mancher Muschelschalen (Perlmutt), die einen weißlichen Schimmer mit farbigem Lichtschein zeigen. Beispiel: Margarit
  • Pechglanz (engl. pitchy) haben z.B. die frisch zerschlagenen Teerbrocken, die man bei Straßenbauarbeiten sieht. Beispiel: Gadolinit
  • Harzglanz (engl.: resinous) weisen Mineralien auf, die an den klebrigen Saft der Baumrinde (Harz) bzw. (Wachsglanz) an Kerzenwachs erinnern. Beispiel: Feueropal
  • Matt (engl. dull) ist ein Mineral, das fast oder gar keinen Glanz aufweist. Beispiel: Rhodochrosit

Glanz allgemein

Der Glanz entsteht durch die Reflektion des einfallenden Lichts. Der nahezu ideale Glanz ist z.B. eine hochglanzpolierte Metallplatte. Warum poliert? Hat eine Oberfläche eine glatte, einheitliche Oberfläche, auch auf der mikroskopischen Skala, wird das einfallende Licht in eine Richtung reflektiert. Die Oberfläche glänzt. Ist die Oberfläche aber leicht rau, wird das Licht über eine Vielzahl kleiner Flächen in viele Richtungen gelenkt, der Glanz nimmt ab. Warum glänzt aber eine glatte Glasscheibe nicht so wie ein Diamant? Hier kommt neben der Oberflächenrauigkeit der zweite Aspekt: das Reflektionsvermögen. Durch ein Wechselspiel von Reflektion, und untergeordnet Absorption, entsteht der Glanz. Der Diamant hat durch seine hohe Brechzahl ein höheres Reflektionsvermögen, er glänzt stärker als Glas.


Quellenangaben


Einordnung