Einer der wichtigsten Fundorte für Mineralien aus Lavrion ist die große, unübersehbare Halde am Ortseingang von Aghios Konstantinos. Diese Halde enthält eine Unmenge feiner aber kleiner Stüfchen der unterschiedlichsten Minerale. Interessant sind paragenetische Beobachtungen an den Haldenfunden im Vergleich zu denen von Untertage. Im Laufe der letzten Jahre hat sich herausgestellt, daß auffallend viel Material auf der Halde liegt, welches nun auch von Funden aus dem Christiana-Gebiet von Untertage bestätigt ist. Allen voran sind die Jarosit und Skorodit-Blöcke erwähnenswert, die u.a. auch den seltenen Karminit, den Thometzekit und den Beudantit enthalten. Diese Mineralien sind extreme Seltenheiten in der Paragenese der Hilarion-Mine, was darauf schließen lässt, daß fast alles Material aus dem Gebiet Christiana und untergeordet aus dem Gebiet des Serpieri-Schachtes stammen muß. Typisches Hilarion-Material fehlt fast völlig. Dies lässt aber auch den Schluß zu, daß offensichtlich in der letzten Förderperiode ausschließlich im Christiana-Gebiet gearbeitet worden sein muß. Betrachtet man aber die Stollen genauer, so fällt auf, daß trotz alter Stollenbeschriftungen, manche Stollen und Abbaue im Hilarion-Gebiet noch in der letzten Phase benutzt worden sein müssen. Moderne Maschinenreste und Stollenschnitte deuten unter anderem darauf hin. Andererseits fehlen am Hilarion-Schacht größere Haldenmengen, und man fragt sich unwillkürlich, wo sind die Abraummassen hin. Der Erhaltungszustand des Hilarion-Schachtgebäudes ist aber so gut, daß man annehmen möchte, daß er noch nach dem 2.Weltkrieg benutzt worden war. Trotzdem bleibt die Frage: Wo sind die Hilarion-Halden?
Zurück zur großen Halde. Diese Halde liefert bei genauerer Suche eine große Anzahl verschiedener Minerale, wie sie unter Tage so nicht auftreten. Es ist aber bei der Suche sehr sorgsam darauf zu achten, daß in die Halde keine großen Löcher gegraben werden und der unter der Halde verlaufende Weg nicht zugeschüttet wird. Dieser Weg ist für die Müllabfuhr Lavrions dringend notwendig.
Aghios Konstantinos
Allgemein wird das Minengebiet Aghios Konstantinos als Kamariza bezeichnet, obwohl dieser Name eher die Lanschaft westlich von Aghios Konstantinos bezeichnet. Kamariza ist aber als Ortsname für Aghios Konstantinos bzw. für die Minen unter dem Ort so eingebürgert, daß es wohl keinen Sinn macht dagegen anzureden.
Wenn man einen griechischen Sammler fragt wo denn dieses oder jenes Stück her sei, so bekommt man lapidar "Hilarion" aufgetischt. Gemeint ist, daß der Sammler das Stück durch den Hilarion-Stollen ans Licht gebracht hat, aber in welcher Mine es genau gefunden wurden, wissen diese oft selbst nicht. Lediglich der legendäre Kostas Tzanis, er war selber Bergmann in dem Minengebiet kennt die Stollen dem Namen nach. Es hat sich aber eingebürgert, die Minen nach den obertägigen Schachtansatzpunkten zu benennen. In der Übersicht über die Stollenläufe wird dann auch klar, daß die Minen Hilarion, Serpieri, Jean Baptiste und Christiana zwar untertägig verbunden waren, aber dennoch eigene Abbaureviere besaßen. Obertägig sind die Gruben durch die leicht lokalisierbaren Schächte zu bestimmen. Etwa 200 m südöstlich des Hilarion-Stollens kann man im Gelände den Hilarionschacht sehen. Er zeigt sich durch ein steinernes Gebäude,in dessen innerem der Schachtansatz zu erkennen ist. Der Hilarion ist durch eine Schachtplombe geschlossen.
Der Serpieri-Schacht ist das Warzeichen Aghios Konstantinos und weithin sichtbar an dem unter Denkmalschutz stehenden Schacht und der Maschinengebäuden.
Hinter dem Ort an dessen westl. Seite lag der Jean-Baptiste-Schacht und an der Bergflanke gen Osten der Christiana. Wenn man einmal diese Fixpunkte von einem guten Aussichtspunkt anvisiert, kann man sich leicht vorstellen welche Strecken man Untertage zurücklegen muß um an fundträchtige Zonen zu gelangen, und das ganze über 4 Haupt und 5 Zwischensohlen. Und dann gibt es Sammler, die behaupten hier gäbe es nichts mehr zu finden.
Um auch nur annähernd die Größe des Bergbaus und das Potential begreifen zu können, muß man sich etwas eingehender mit den Gruben beschäftigen.
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