Griechenland/Attika (Attikí, Attica)/Lavrion (Laurion)-Gebiet/Schlackenfundstellen

 
 

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Schlackenfundstellen

Steckbrief

Land

Griechenland

Region

Attika (Attikí, Attica) / Lavrion (Laurion)-Gebiet / Schlackenfundstellen

GPS-Koordinaten

Topographische Karte

Anfahrtsbeschreibung

Aufschlussart

Viele verstreute Plätze, die kaum noch als solche zu erkennen sind. Ein großer Teil in Strandnähe oder im Meer davor. - Keine Haufen mehr. Schlacken sind häufig im Boden eingearbeitet.

Geologie

Schlackenmineralien.

Zugangsbeschränkungen

Häufig Privatgelände, auch überbaut. Im Meer.

Letzter Besuch

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

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Ausführliche Beschreibung

Die meisten Schmelzöfen befanden sich in der Nähe des Meeres und die beim Schmelzprozess entstandenen Schlacken wurden, evtl. zerkleinert, auf einen Haufen geworfen. Später entdeckte man, daß sie doch noch beachtliche Mengen an erwünschten Metallen enthielten und schmolz sie erneut ein. Zuerst zwischen dem 3. und 2. Jhd. v.Chr.! Dann erneut in römischer Zeit. Intensiv wurden die Schlacken-Hinterlassenschaften zwischen 1865 und 1910 bearbeitet. Man holte sogar welche vom Meeresboden. 1954 waren praktisch alle alten Schlackenhalden verschwunden.

Je nach Fundort und damit verbunden: Nebengestein sowie die in der jeweiligen Zeit angewandte spezielle Schmelzmethode bedingte die noch vorhandenen Inhalte an Metallen und deren Verbindungen. In den frühen Schlacken, z.B. von Thorikos, waren bis zu 20% Blei enthalten. Silber allerdings nur in bescheidenem Maße.

Da ein Teil der Schlacken ins Meer geschüttet wurden, andere mit dem Meerwasser indirekt in Berührung kamen, reagierten diese mit den entsprechenden Elementen. Und so kristallisierten im Laufe der Zeit in den Schlackenhohlräumen viele seltene Mineralien aus. Diese sind meist nur klein, bestenfalls zwischen 1-2 mm, selten bis 5 mm.

Moderne Schlacken aus der letzten Betriebsperiode enthalten so gut wie keine Hohlräume und auch kaum Metalle. Daher ist hier nicht mit Sekundärmineralien zu rechnen.

Schlackenlokalitäten (von N nach S):

  • Tourkolimanon
  • Vrissaki
  • St.Nikolas
  • Oxygon
  • Thorikos
  • Hafen Laurion
  • Panormos
  • Passa Limani
  • Sounion

Mineralien (Anzahl: 93)

Legende: Mineral -> anerk. Mineral; Mineral (TL) -> Mineral Typlokalität; (TL) kursiv -> Typl. vererbt aus Teilfundstelle; 'Mineral' -> kein anerk. Mineral; B -> Bilder vorh.; 5 -> Anz. Fundst. d. Region in denen das Mineral vorkommt; M -> Verweis zur Mineralseite; i -> Informationen etc.; r -> Referenzangaben; Mineral ? -> Vorkommen zweifelhaft, fragwürdig

Akaganeit 4 M
'Fiedlerit' (TL) 7 B M
Mendipit 2 M
Amesit 1 M
Fluorit 4 B M
Mimetesit 2 B M
Anglesit 10 B M
Freedit 1 M
Minium 9 M
Annabergit 1 M
Galenit 8 M
Namuwit 1 M
Anthonyit 1 M
Georgiadesit (TL) 3 B M
Nealit (TL) 7 B M
Antlerit ? 2 M
Gilalith 1 M
Olivenit 1 M
Aragonit 10 M
Gips 9 M
Paralaurionit (TL) 12 B M
Atacamit ? 2 M
Goethit 10 M
Parasymplesit 2 M
Barstowit 2 B M
Halit 9 M
Paratacamit 4 M
Beudantit 2 M
Hämatit 1 M
Paulmooreit 1 M
Blei 10 B M
'Heliophyllit' 5 B M
Penfieldit (TL) 6 M
Blixit 5 M
Hemimorphit 1 M
Perit 2 M
Boleit 5 B M
Hydrocerussit 5 B M
Pharmakosiderit 2 M
Botallackit 1 M
Jodargyrit 1 M
Phosgenit 10 B M
Brochantit 2 M
Ktenasit 1 M
Plattnerit 1 M
Calcit 10 B M
Kupfer 10 B M
Plumbojarosit 1 M
Caledonit 1 M
Lanarkit 1 M
Pseudoboleit 3 B M
Cerussit 10 B M
Laurionit (TL) 11 B M
Pumpellyit-(Al) 1 B M
Chlorophoenicit 1 M
Lavendulan 1 M
Schulenbergit ? 2 B M
Connellit 1 M
Leadhillit 3 M
Schwefel 3 M
Cotunnit 2 M
Legrandit 2 M
Serpierit 1 M
Covellin 10 M
Lepidokrokit 2 M
Shakhovit 1 B M
Creedit 1 M
Linarit 1 M
Silber 2 B M
Cumengeit 3 B M
Lithargit 4 B M
Skorodit 1 M
Cuprit 2 M
Ludlockit 3 B M
Smithsonit 2 M
Damarait 2 M
Macphersonit 1 M
Sphalerit 1 M
Diaboleit 5 B M
Magnesioriebeckit 1 B M
Strontianit 1 M
Ekdemit 5 B M
Malachit 10 M
Susannit 8 M
Ettringit 5 M
Mammothit 5 B M
Symplesit 1 M
Feroxyhyt 4 B M
Massicotit 3 M
Thomsenolith 1 M
Ferrihydrit 5 B M
Matlockit 7 M
Thorikosit (TL) 3 B M

Gesteine (Anzahl: 0)

Fossilien (Anzahl: 0)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

  • Hanauer, A. und G. Heinrich. (1977) Schätze unter Schlacken. Mineralien aus Laurion. Mineralien Magazin 4, 184-88.
  • Hochleitner, R. (1981). Die Mineralien der antiken Bleischlacken. Lapis 4:9-14/40.
  • Rewitzer, C. und R.Hochleitner (1982). Neue und alte Schlackenmineralien. Lapis 6:17.
  • Hochleitner, R. (1986): Ludlockit aus den Schlacken von Lavrion. LAPIS 11 (6), 30
  • Schnorrer-Köhler, G. (1986): Neufunde in den Schlacken von Lavrion. LAPIS 11 (6), 25-29
  • Gelaude, P., van Kalmthout, P. and Rewitzer, C. (1996): Laurion – The minerals in the ancient slags. Selbstverlag, Netherlands, 195 S.
  • Rüsenberg,K.A. (2001). Mineralparagenesen in den Schlacken von Lavrion und ihre Entstehung. Der Aufschluss, Jg.52, Nr.1, S.25-44.
  • Baumgärtl,U. & Burow,J. (2002). Laurion - Fundstellen. Der Aufschluss, Jg.53, Nr.5/6, S.259-64
  • Lit.: Doc Diether

Einordnung