Gwindel
Gwindel (engl.: twisted crystals) ist eine Bezeichnung für nach einer a-Achse gedrehte oder gewundene Quarze. Sie zweigen einen mehr oder weniger plattigen Habitus durch die Verzerrung nach dieser polaren a-Achse. Die Ursache der Verdrehung ist ungewiss.
Gwindel kommen meist in Zerrklüften in Granit, Gneis, Granodiorit und Syeniten vor und werden dort immer von Quarzkristallen mit Makromosaikbau (Friedlaenderquarz) begleitet. Sie stehen (oder standen) immer mit dem Muttergestein in Verbindung, das heißt, sie sind aus einem schon im Gestein vorhandenen Quarzkorn entstanden.
Gwindel sind meistens Rauchquarze oder Bergkristalle, in äußerst seltenen Fällen kommen auch Amethyst-Gwindel vor; so etwa bekannt vom Fieschergletscher (Wallis) oder auch aus dem Mt.Blanc-Gebiet.
Bekannte Gwindel kommen aus den Alpen (Aar-, Mont Blanc- und Gotthardmassive) und dem Polarural.
Ein Aufsehen erregender Gwindel-Fund gelang am Grimsel-Pass, wo sowohl aus der Marmotta-Kluft als auch aus der Rufibachkluft neben rosa Fluoriten und Rauchquarz weit über 100 Gwindel geborgen werden konnten.
Weitere Fundstellen für Gwindel im Wallis sind neben dem Furka- und Grimselgebiet das Gerental, das Aletsch- und Oberaletschgebiet, das Baltschiedertal, der Fieschergletscher sowie auch das Mt.Blanc Gebiet mit den angrenzenden Tälern wie z.B. das Val Ferret.
Es gibt auch nach der c-Achse gedrehte Quarze. Bei FRONDEL (1962) ist ein solcher Kristall von den Pikes Peak, Colorado beschrieben und abgebildet. Dieser stammt wahrscheinlich aus einem Pegmatit und hat daher wesentlich andere Bildungsbedingungen als die oben beschriebenen Gwindel.
Nicht zu verwechseln sind Gwindel mit tektonisch gedrehten Quarzen wie z.B. Fadenquarze oder verheilte Splitter sogenannte Flach- oder Messerquarze.
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Quellenangabe
- Verfasser: Collector, Dominik Boddin, Josef 84,55
Literatur
- Frondel C., 1962; The System of Mineralogy of Dana. III. Silica Minerals. J. Wiley, New York and London. S.70-75
- Rykart, R., 1977; Bergkristall;
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