Der Ort liegt im Zentrum des so genannten Tals des Teufels (ital. valle del diavolo). Dieses Gebiet auf einer Fläche von circa 200 Quadratkilometern im Tal des Cecina trägt seinen Namen von seinen borhaltigen Soffioni, das heißt herausschießenden, weißen Dampffontänen, sowie von heißen Quellen gebildeten Tümpeln und Teichen (lagoni = große Seen).
Geschichte:
Die Etrusker verwendeten die Borsalze, die sich aus den lagoni gewinnen ließen, als Medizin und benötigten sie als Glasur für Keramiken. Römische Quellen berichten darüber und verzeichnen die korrekte geografische Lage. Zudem war das Gebiet im Mittelalter bekannt.
Im Jahre 1282 ereignete sich in dem Krater, der heute den 250 Meter durchmessenden Lago Vecchienna bildet, eine durch vulkanische Prozesse ausgelöste Dampfexplosion, in deren Folge das Gebiet mit einer mehrere Zentimeter dicken Schicht vulkanischer Asche bedeckt wurde.
Eine Siedlung gründete aber erst im 19. Jahrhundert François Jacques de Larderel, ein Industrieller französischen Ursprungs, der hier im Jahre 1827 die Produktion von Borsäure aus den borhaltigen Quellen perfektionierte, die seit 1818 an dieser Stelle betrieben wurde.
Im 20. Jahrhundert erfuhr die Erdwärme aus den Soffionen eine völlig neue Nutzung zur Stromerzeugung: 1904 wurde in Larderello das weltweit erste geothermische Kraftwerk gebaut. Die Stromgewinnung läuft seit 1913, und lange Zeit hatte Italien Alleinstellung in dieser Technologie.
Ab 1931 wurden Dampfbrunnen zur zusätzlichen Energiegewinnung gebohrt, die ab 1937 die ersten Kühltürme notwendig machten. Schrittweise ließ die Enel SpA, die das Kraftwerk seit 1962 betreibt, eine Anlage bauen, die den Dampf direkt in Turbinen leitet und heute noch immer zu den weltgrößten Erdwärmekraftwerken gehört. Die von der Enel gebauten, geothermischen Kraftwerke in Larderello, Travale und am Monte Amiata erzeugen damit etwa 1,5% der insgesamt in Italien produzierten Elektrizität.
Geothermie-Museum
Das 1956 eingerichtete Museum unter einem Kuppelzelt dokumentiert die historische Entwicklung der Borgewinnung in der Vergangenheit und der Stromerzeugung heute. Ferner können Gruppen nach Vereinbarung ein soffione sowie einen rekonstruierten lagone besichtigen.
Fundmöglichkeiten für alles andere außer Schwefel sind schlecht, da die wenigen Ablagerungs-Stellen bekannt und ausgebeutet sind.
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