El Hammam (arab. Bad) ist Synonym für eine mineralreiche Region entlang des Flusses Oued Beht mit einer der größten marokkanischen Flußspatlagerstätten; ca. 42km SW der Stadt Méknes, im Mittleren Atlas. Benachbarte Vorkommen sind Achmmach und Tlatzema (zinnführende Turmalingänge). Die fluoritführenden Gänge von El Hammam werden von der Bergbaufirma Samine abgebaut.
Petrographie
Gesteine des Unteren Paläozoikum (Sandsteine, Quarzite, Pelite, Kalksteine); Schiefer und Sandsteine aus dem Karbon, variszische Granitintrusionen; prä-und posttektonische Dolerite und Diorite, Skarne.
Der Fluoritgang El Hammam wird seit 1974 untertage abgebaut.
Mineralien
El Hammam ist berühmt für Fluorit, welcher meist in grünen Hexaedern (Würfeln) vorkommt, meist mit Calcit vergesellschaftet ist und dessen Kristalle weit über 10 cm groß sein können. Es kommen aber auch violette, gelbe, cognacfarbene, farblose und selbst rosafarbene, nicht selten farbzonierte Fluorite vor. Die begehrtesten Stufen bestehen aus dunkelgrünen bis grauvioletten Kristallen, die mit Pyrit bestäubt sind und selbst Pyrit-spiegelartige Oberflächen bilden. Charakteristisch sind Fluorite mit kleinen aufsitzenden kugeligen Pyrit-Aggregaten sowie epitaktisch aufgewachsene kleine Qaurzkristalle.
Die Calcite können bis über 10 cm groß werden (Altfunde 1980). Sie treten als Rhomboeder, aber auch als Skalenoeder auf. Sehr ästhetisch sind weiße Kanonenspäte und charakteristischer Blätterspat, entweder als eigenständige, tw. sehr große Stufen oder sehr schön auf Fluorit.
Sammeln
Aktuelle Situation (2002-2004):
Den Bergleuten der SAMINE ist es bei Androhung (und Praxis) sofortiger Entlassung verboten, Mineralien aus dem Grubengelände herauszubringen. Ein Besuch der Grube zum Zweck des Sammelns ist aussichtslos (mit wenigen Ausnahmen für offizielle Studien etc.). Seit 2002 kamen jedoch ungewöhnliche Mengen an Fluoriten auf den Markt; diese sollen aus "Explorationsarbeiten" nicht-erzführender Gänge stammen (?). Woher diese Stufen wirklich kommen, steht hier nicht zur Diskussion. Wahrscheinlich wird das gleiche organisatorische Verfahren wie in anderen unzugänglichen Bergwerken angewendet.
Selbersammeln am Fluss (Oued) Beth und im Umkreis der Flußspatmine ist zur Trockenzeit möglich, die Aussichten, auf der Oberfläche interessante Mineralien zu finden, sind jedoch sehr gering (allerdings hat sich wohl kaum außer einigen wenigen französischen Míneralogen wohl niemand jemals die Mühe gemacht Mineralien zu suchen).
Oued Beth und Tlatzema sind schon sehr lange erschöpft, resp. es befindet sich in keiner Sammlung (außer in wenigen Museen als Referenz) auch nur ein einziges Mineral.
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