Metamorphose

 
 

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metamorph / Metamorphose / Metamorphosegrad / Metamorphismus

Inhaltsverzeichnis

(griech.: metamorphoo - umgestalten); (engl.: generisch: Metamorphosis; geologisch: Metamorphism)

Definitionen

Allgemein

Metamorphe Gesteine werden als Metamorphit bezeichnet. Sie können magmatischen, sedimentären oder bereits metamorphen Ursprungs sein (Polymetamorphite).

Die Gesteinsmetamorphose wird hervorgerufen durch Veränderungen der physikalischen und chemischen Bedingungen, d.h. Temperatur, Druck, Bewegung, Art und Menge der fluiden Phasen (besonders Wasser und Kohlendioxid), denen Gesteine während des Metamorphisierungsprozesses unterliegen. Der Prozess der Metamorphose findet auf der Erdoberfläche und in der Diagenese-Zone statt.

Der Prozess der Metamorphose kann mit partieller Aufschmelzung zusammen stattfinden und kann auch zu einem Wechsel der chemischen Zusammensetzung eines Gesteins führen.

Klassifizierung der Metamorphose nach verschiedenen Kriterien

Spezifisch

Die Umwandlung eines Gesteins unter sich ändernden physikalisch-chemischen Rahmenbedingungen (t, p und x).

Charakteristische Merkmale


Phasenumwandlung - Mineraltransformation

Hauptursache der Metamorphose ist die Veränderung von thermodynamischen Bedingungen, welchen ein Gestein ausgesetzt ist. Diese werden vor allem durch Druck und Temperatur bestimmt. Sie bestimmen die Stabilität der Minerale, aus denen ein Gestein besteht. Gerät ein Gestein in ein Umfeld, unter denen bestimmte Minerale nicht mehr stabil sind, kommt es zu Mineralumwandlungen und Mineralreaktionen (Mineraltransformation). Diese sind außer von Druck und Temperatur auch von dem Chemismus des Gesteins abhängig. Da die Metamorphose ein in der Festphase stattfindender Prozess ist, verläuft sie im allgemeinen isochemisch (ohne Stoffwanderung außer H2O und CO2), d.h., dass aus der Metamorphose hervorgegangene Gestein hat denselben Chemismus, jedoch eine veränderte interne Struktur wie das Ausgangsgestein. Es haben sich lediglich neue Minerale gebildet. Die Kristallisation erfolgt bei der Metamorphose im festen Gesteinsverband, wobei sich die Kristalle in ihrem Wachstum behindern (und keine idiomorphen Kristalle gebildet werden können; resp. xenomorph sind). Ausnahmen bilden Granate, Staurolith, Disthen, Turmaline und Hornblende (siehe unten: Metamorph gebildete Mineralien).


Metamorphose Fazies

Eine Gliederung der metamorphen Gesteine nach Umweltsbedingungen brachte das Faziesprinzip von P. Eskola (1921). Die seitdem übliche Darstellung der Zusammensetzung metamorpher Gesteine beruht auf den aus der chemischen Analyse berechneten Sammelkomponenten A, C, F, A' und K. Se sind so gewählt, dass sie die wichtigsten fazieskritischen Mineralassoziationen in einfacher Form veranschaulichen können.

Metamorphosegrad

Der Metamorphosegrad wird durch die herrschenden Temperatur- und Druckverhältnisse bei der Metamorphose bestimmt.


Die wichtigsten gesteinsmetamorphen Prozesse


Arten der Gesteinsmetamorphose

Kontaktmetamorphose

Kontaktmetamorphose ist eine lokale, statische Thermometamorphose. Die kontaktmetamorph gebildeten Metamorphite sind Produkte einer thermischen Um- und Rekristallisation des Nebengesteins um einen magmatischen Intrusivkörper (Abgabe des Wärmeinhaltes intrudierender Magmen an das Nebengestein ohne Druckbewegung). D.h., dass in den Intrusivkörper gelangte Nebengesteinsschollen metamorph verändert werden können. Magmatische Intrusivkörper können sein: Plutone, deren Magmen in das nicht metamorphe oder schwach metamorphe Grundgebirge höherer kontinentaler Krustanabschnitte aufgestiegen sind sowie Basaltische Gänge oder Lagergänge.

Die kontaktmetamorphe Einwirkungszone der Plutone auf das Nebengestein wird als Kontakthof (Kontaktaureole) bezeichnet, diejenige eines Gangs als Kontaktsaum. Nur die Einwirkung als Kontakthof ist der Dimension nach geologisch auskartierbar. Die wichtigsten kontaktmetamorphen Gesteinstypen sind:


Regionalmetamorphose (dynamothermale Metamorphose)

Regionalmetamorph gebildete Gesteine aus saurem magmatischem Ausgangsmaterial, d.h. Plutonite von Aplitgranit, Granit, Granodiorit bis zu Tonalit sowie die dazugehörigen Ganggesteine und Vulkanite (Rhyolith, Dacit, Quarzandesit). Voraussetzung der regionalmetamorphen Umwandlung saurer Plutonite ist, dass diese retrograd ist. Es wird zwischen folgenden regionalmetamorphen Umwandlungsprozessen nach dem Metamorphosegrad unterschieden:


Begriffsbegrenzungen

Metasomatische Gesteine

(Metasomatite, welche durch allochemische Metamorphose (Metasomatose), d.h. erhebliche Veränderungen des Mineralbestandes entstanden sind), Anatexite, Migmatite, Gesteinsumwandlungen durch Verwitterung und Diagenese sowie Umwandlung an Evaporiten sind keine metamorphen Gesteine.


Benennung metamorpher Gesteine

Die Benennung metamorpher Gesteine bezieht sich auf die Gefügeeigenschaften (Textur eines Gesteins in festem Zustand), Es werden auch Definitionen aufgrund von veränderten Mineralbeständen verwendet.

Mit Präfixen unterscheidet man die Herkunft eines metamorphen Gesteins:


Protolith

Der moderne Begriff für die unterschiedlichen Ausgangsgesteine heißt Protolith. (proto = das Erste, Erster)

Protolithe sind nicht-metamorphisierte Gesteine, aus welchen sich ein metamorphisiertes Gestein bildet (bzw. das Ausgangsgestein). Jedes Gestein kann als metamorphischer Protolith dienen.

Beispiele:


Nomenklatur metamorpher Gesteine

Weitere wichtige metamorphe Gesteine


Links


Metamorph gebildete Mineralien

Manche Minerale werden nur unter metamorphen Bedingungen gebildet, die wichtigsten sind Andalusit, Disthen , Sillimanit (alle drei: Al2SiO5), Staurolith und Epidot, auch Granat, Turmalin , Hornblende.

Andere häufige Minerale in metamorphen Gesteinen wie Quarz, Feldspäte, Glimmer, usw. sind in magmatischen Gesteinen ebenfalls häufig zu finden.


Literatur


Quellangaben


Einordnung