Bernstein (Amber) |
Einleitung
Bernstein / Amber Bernstein ist ein fossiles Harz welches über Millionen von Jahren überwiegend von der Kiefernart Pinus succinifera abgesondert wurde. Das geschätze Vorkommen liegt bei ca 1 Mio. Tonnen. Einschlüsse wie z.B. Insekten, Spinnen, Blätter oder sogar Kriechtiere sind möglich. U.a. wurde der Kopf eines Urgeckos als Einschluss in Bernstein gefunden. Dies ist eine extreme Seltenheit und es ist davon auszugehen, dass am Markt erhältliche ähnliche Funde in den Bereich der Fälschungen einzuordnen sind. Der Name Bernstein stammt vom niederdeutschen Bernen = Brennen ab, da der Stein brennbar ist. Er wurde früher als Kerzenersatz verbrannt. Er brennt lange und verbreitet einen angenehmen Geruch. Die Farbe von Bernstein variiert meist zwischen hell- bis goldgelb und altert zu rötlich- oder bräunlich-gelb, im Extremfall zu Rottönen. Trüber Bernstein kann wegen submikroskopisch kleiner Bläschen (Größe: 0,0002–0,0008 mm, Dichte: bis zu 900.000/mm3) weißgelb oder weiß sein. Je nach Verschmutzung oder Eisensulfidbildung in Spalten werden die Farben dunkler. Blau schimmernde Bernsteine sind selten. Die Entstehung der blauen Farbe ist nicht endgültig geklärt. |
Weitere Funktionen
Vorkommen (48) | Übersichtskarte | Bilderkarussell | Bilder (geordnet) | Bildertabelle | |
Chemismus
(C,H,O) |
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Klasse/Gruppierung (Strunz 8) |
IX: Organische Verbindungen |
10.C |
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Klasse/Gruppierung (Strunz 9) |
10: Organische Verbindungen |
Bernstein ist kein von der IMA anerkanntes Mineral. |
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Mineralstatus fragwürdig |
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Optische Eigenschaften
gelb, braun, rötlich, in selten Fällen sogar grünlich, bläulich bis dunkelblau, schwarz |
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weiß |
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durchsichtig bis undurchsichtig, Rohstücke oft von dunklen undurchsichtigen Krusten überzogen |
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Harzglanz |
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weißgrau bis bläuliche Fluoreszenz |
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Kristallografische Daten
amor. |
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unregelmäßig geformte Knollen od. Körner, z.T. bis kopfgroße Stücke von 10kg, |
Physikalische und chemische Eigenschaften
1,5 bis 3 |
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keine |
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muschelig |
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1,05 bis 1,1 - schwimmt in Salzlösung |
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Schmilzt bei etwa 350°C und riecht dann penetrant nach Bernsteinsäure. |
(Co-)Typlokalität
(Co-)Typlokalität |
Allgemeines
meist sekundäre Lägerstätten in Schichten vom Devon bis ins Quartär |
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dem arabischen Wort anbar |
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Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mitteilungen 3 (1953), 341 Williamson, J., 1932; The Book of Amber |
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Schmuckstein |
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Sehr oft Fälschungen im Handel, die Bezeichnung `Echt Bernstein` darf z.B. auch für Pressbernstein verwendet werden. Oft wird auch Copal als Bernstein bezeichnet. |
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Varietäten
Andere Sprachen |
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Serbisch (Kyrillische Schrift) |
Ћилибар |
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Ukrainisch |
Бурштин |
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Weißrussisch |
Бурштын |
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Russisch |
Янтарь |
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Japanese |
コハク |
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Hebräisch |
ענבר |
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Arabisch |
كهرمان |
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Persisch |
کهربا |
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Bosnisch (Lateinische Schrift) |
Ćilibar |
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Tamil |
அம்பர் |
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Chinesisch (Vereinfacht) |
琥珀 |
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Thailändisch |
อำพัน |
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Koreanisch |
호박 |
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Griechisch |
Κεχριμπάρι |
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Spanisch |
Ambar |
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Asturianu |
Ámbar |
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Galicisch |
Ámbar |
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Portugiesisch |
Âmbar |
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Englisch |
Amber |
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Walisisch |
Ambr |
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Italienisch |
Ambra |
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Französisch |
Ambre |
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Low Saxon |
Barnsteen |
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Niederländisch |
Barnsteen |
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Schwedisch |
Bärnsten |
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Deutsch |
Bernstein |
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Ungarisch |
Borostyán |
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Polnisch |
Bursztyn |
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Romanisch |
Chihlimbar |
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Lettisch |
Dzintars |
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Litauisch |
Gintaras |
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Vietnamesisch |
Hổ phách |
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Tschechisch |
Jantar |
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Slowenisch |
Jantar |
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Serbokoatisch |
Jantar |
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Slovakisch |
Jantár |
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Türkisch |
Kehribar |
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Estnisch |
Merevaik |
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Finnisch |
Meripihka |
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Isländisch |
Raf |
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Dänisch |
Rav |
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Norwegisch (Bokmål) |
Rav |
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Lateinisch |
Succinum |
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Ido |
Sucino |
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Esperanto |
Sukceno |
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alternativer Name |
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Deutsch |
Agstein |
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Deutsch |
Aidstein |
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Deutsch |
Allingit |
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Spanisch |
Allingita |
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Allingite |
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Ambroid |
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Deutsch |
Ambroit |
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Spanisch |
Ambroita |
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Ambroite |
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Chryselectrum |
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Glessum |
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Glesum |
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Deutsch |
Grabstein |
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Lyncurium |
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Lynx-stone |
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Deutsch |
Succinit |
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Spanisch |
Succinita |
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Succinite |
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Tasmanite |
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Bezeichnungen
Succinit, Amber, Rumanit, Almashit, Muntenit, Simetit, Valchorit |
Verwandte Mineralien (Strunz 8. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem | Raumgruppe | Kristallklasse | Ordnungsnummer]
(C,H,O) |
amor. |
Verwandte Mineralien (Strunz 9. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem | Raumgruppe | Kristallklasse | Ordnungsnummer]
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Ausführliche Beschreibung
Ausbildungsvarianten
EntstehungDas Harz muss durch Wasserwege transportiert und in Sedimente eingelagert werden. Dort kann es über jahrmillionen konserviert verweilen und aushärten. Auf Waldböden liegendes Harz unterliegt der Verwitterung und kann nicht zu Bernstein umgewandelt werden. Bernstein ist nur im Sedimentgestein vor Verwitterung sicher. Aus dem Mutterstein befreiter Bernstein unterliegt einem langsamen, wenn auch für den Menschen kaum merklichen Zerfall. ImitateIm Handel befinden sich sehr oft künstlich veränderte Bernsteine. Bernstein wird unter hohem Druck und/oder Temperaturen über 100°C erwärmt und durch abgestimmte Verfahren geklärt. Es können auch die eher seltenen Flitter etc. durch diese Verfahren hergestellt werden. Weit verbreitet ist auch der Pressbernstein bei dem Schleifabfälle oder minderwertigere Bernsteine miteinander verschmolzen werden. Diese "künstlichen" Produkte dürfen fraglicherweise als echte Bernsteine verkauft werden. Künstliche Inklusien sind keine Seltenheit. In einen Teil Bernstein wird mit Kunstharz ein Insekt oder eine andere Inklusie in den Bernstein eingeklebt. Anschließend wird der Einsatz mit Bernstein verschlossen. Nicht selten wird auch Copal (junger ausgehärteter Harz) als Bernstein verkauft. Imitate erkennenBernstein kann von Kunstharz mit Hilfe einer glühenden Nadel unterschieden werden. Diese hält man an den Stein und zieht sie mit etwas Druck darüber. Schmilzt der Stein an der Setelle der Nadel und bildet sich eine Rille bzw. riecht er aromatisch, während die Nadel an einer Stelle bleibt, ist es Bernstein. Andernfalls ist es ein Imitat. Copal erinnert an den Geruch von Arzneimitteln. Es ist auch möglich Imitate auf Grund der Dichte zu erkennen. Bernstein sinkt in Süßwasser (Leitungswasser); in Salzwasser hingegen schwimmt er. Um nun festzustellen, ob ein Stein echt ist, nimmt man zwei Gefäße: eines mit Salzwasser (ca. 2 Esslöffel Salz pro 1/4 Liter Wasser) und eines mit Süßwasser. Bernstein wird auf dem Salzwasser schwimmen und im Leitungswasser untergehen. Glasimitate z.B. werden in beiden Gefäßen versinken und Kunstharze in beiden Gefäßen schwimmen. Pressbernsteine und künstlich veränderte Bernsteine können auf diese Art nicht entlarvt werden. VorkommenDer größte Teil des weltweiten Vorkommens kommt aus dem Baltikum (Halbinsel Samland, Ostsee). Der Bernstein wird dort im Tagebau abgebaut und mit Wasser unter Hochdruck aus einem bläulichen Gestein gespült. Die „Blaue Erde“ ist eine mehrere Meter mächtige, graublaue Sedimentschicht, die Glaukonit und den Baltischen Bernstein enthält. Der mit Meerwasser aufgeschwemmte Schlamm wird über Rohre transportiert und letztendlich der Bernstein ausgesiebt. Das schlammige Wasser wird der Ostsee zugeführt. Die Vorkommen sind sehr ergiebig und enthalten stellenweise bis zu 3 kg Bernstein pro Kubikmeter. Die Lagerstätte erstreckt sich entlang der Küste in bis zu 10 m Tiefe und reicht bis ins Binnenland in 30 m Tiefe. Weitere nennenswerte Vorkommen liegen in Chiapas, Mexiko (Maya-Minen) und in der Dominikanischen Republik, wo der Bernstein jeweils in kleinen Minen abgebaut wird. Durch seine sehr geringe Dichte von 1,05 bis 1,1, die nur wenig über der von Salzwasser liegt, kann Bernstein bei stärkeren Wellenbewegungen aufgewirbelt und an Land gespült werden und dort als Lesesteine am Strand gefunden werden. Die Hauptgewinnung von Bernstein wird aber im klassischen Tagebau durchgeführt.
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Bildertabelle (65 Bilder insg.)
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Fundstellen (48)
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