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Blei (Lead)

Einleitung

Blei

Weitere Funktionen

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Chemismus

Chemische Formel

Pb

Chemische Zusatzinformation

Chemische Zusammensetzung

Blei

Strunz 8. Auflage

I/A.05-20

Klasse/Gruppierung (Strunz 8)

I: Elemente
A: Metalle und intermetallische Verbindungen
5: Blei Serie

Strunz 9. incl. Aktualisierungen

1.AA.05

Klasse/Gruppierung (Strunz 9)

1: Elemente (Metalle, intermetallische Legierungen, Metalloide u. Nichtmetalle, Carbide, Silicide, Nitride u. Phosphide)
A: Metalle und intermetallische Legierungen
A: Kupfer-Cupalit-Familie
05:Kupfer-Gruppe

Hey's Index

1.30

Dana 7. Ausgabe

Dana 8. Ausgabe

1.1.1.4

IMA Status

Erstbeschreibung vor CNMNC-Gründung (1959), als Mineral meist anerkannt

Mineralstatus

anerkanntes Mineral

Varietät / Polytyp von

Optische Eigenschaften

Farbe

grau-weiß mit einem bräunlichen Farbton und bräunlich roten internen Reflektionen

Strichfarbe

lead grau

Opazität

undurchsichtig

Glanz

Metallglanz, matt

Pleochroismus

Brechungsindizes

Lumineszenz

keine Fluoreszenz

Optische Daten

Kristallografische Daten

Kristallsystem

kubisch

Kristallklasse

m3m

Raumgruppen-Nummer

225

Raumgruppe

Fm3m

Gitterparameter (in Å)

a = 4.95Å

Z

4

Kristallstruktur

Röntgenstrukturanalyse

2.855(100), 2.475(50), 1.750(30), 1.493(30), 1.429(10), 1.136(10), 1.107(10), 0.837(10)

chart

Errechnet aus dem d-Spacing und Intensität bei 0.1541838 nm (Cu)

Morphologie

Physikalische und chemische Eigenschaften

Mohshärte

2 - 2,5 - [Gips] - Fingernagel

VHN (Härte n. Vickers)

4-6

Spaltbarkeit

fehlt

Bruch

Dichte (g/cm³)

11,37

Tenazität

Radioaktivität

Schmelzpunkt °C

Schmelzpunkt K

Chem. Eigenschaften u. Tests

(Co-)Typlokalität

(Co-)Typlokalität

(Co-)Typlokalität

Langban, Sweden

Typmaterial

Sammlungsnummer Typmaterial

Paragenese Typmaterial

Allgemeines

Vorkommen

Bildungsbedingungen

Paragenese

Seltenheit

Seltenes Mineral hydrotermalen Ursprungs.

Name nach

Referenzen

Palache, Charles, Harry Berman & Clifford Frondel (1944), The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana Yale University 1837-1892, Seventh edition, Volume I: 102-103.

Strunz Mineralogical Tables 9. Edition (2001).

IMA / CNMNC Liste 2007, Strunz Id Änderung 1.AA.10 -> 1.AA.05
Lehrbuch der Mineralogie/Rösler (1991)

Entsprechender Autor (Name, Jahr)

Bedeutung, Verwendung

Sammler Info

Zusatzinformationen

Manipulation/Imitation

Ausführliche Beschreibung

Blei (Pb) als Element - Technische Daten

Ordnungszahl:

82

Dichte (g/cm3):

11,37

Härte:

.

relat. Atommasse (amu):

207.2

Atomradius (berechnet) in pm:

175.0

Oxidationszahlen:

4, 2

Elektronegativität (Pauling):

1,87

Elektronenkonfiguration:

[Xe]4f145d106s26p2

Schmelzpunkt:

327.5 °C

Siedepunkt:

1740 °C

natürl. Häufigkeit:

Pb-206 24.1%, Pb-207 22.1, Pb-208 52.4%


Chemische Eigenschaften

Blei ist ein metallisches Element der 4. Hauptgruppe des Periodensystems. Von Blei gibt es eine Reihe natürlicher Isotope (204Pb bis 208Pb). Daneben sind noch künstliche radioaktive Isotope 194Pb bis 214Pb mit Halbwertszeiten zwischen 4 Millisekunden und 3*107 Jahren bekannt. Die stabilen Isotope sind die Endprodukte der Zerfallsreihen von Uran-Actinium (207Pb), Uran-Radium (206Pb) und Thorium (208Pb). Mit Hilfe dieser Isotope lassen sich z.B. geologische Altersbestimmungen durchführen (Blei-Methode) und z.B. die Herkunft antiker Silbermünzen klären .
Blei ist ein an frischen Schnittflächen bläulichfarblos glänzendes, an der Luft grau anlaufendes, sehr weiches Schwermetall, von kubisch-flächenzentrierter Kristall-Struktur. Infolge seiner Weichheit gibt Blei auf Papier einen dunklen Strich. Früher wurde mit Blei geschrieben. Die heutigen Bleistifte enthalten dagegen Gemische aus Graphit und Ton. Blei "verschmiert" infolge seiner Weichheit leicht die Rillen von Feilen. Es wird sogar gelegentlich von Insekten und Nagetieren angenagt. Die Elastizität ist sehr gering, die Dehnbarkeit dagegen ziemlich groß. Man kann ohne Schwierigkeit Bleifolien von 0,01–0,02 mm Dicke fabrikmäßig herstellen. Blei ist ein ziemlich edles Metall. Es steht in der Spannungsreihe in der Nachbarschaft von Zinn und Nickel. Mit einer Reihe von Metallen bildet es technisch wichtige Blei-Legierungen. Es wird nur von Salpetersäure rasch gelöst. Dagegen entstehen mit Phosphorsäure, Salzsäure und Schwefelsäure äußerst dünne oberflächliche Niederschläge aus den entsprechenden unlöslichen Blei-Verbindungen, die einen weiteren Säureangriff verhindern. Blei ist auch widerstandsfähig gegen Chlor, Flußsäure, feuchte Luft und Schwefelwasserstoff-Gas. In heißen Laugen löst es sich unter Bildung von Plumbaten. In seinen Verbindungen tritt Blei seiner Stellung im Periodensystem entsprechend in den Wertigkeiten +2 u. +4 auf, wobei die Pb(II)-Salze am häufigsten und beständigsten sind.


Physiologie

Sowohl metallisches Blei als auch seine Verbindungen sind giftig. Sie können durch Einnahme, Inhalation oder Hautresorption in den Körper gelangen. Akute Bleivergiftungen sind allerdings wegen der geringen Resorption relativ selten und nur bei Aufnahme sehr hoher Dosen zu erwarten. Sie äußern sich in Erbrechen, Koliken und Kollaps und können zum Tode führen. Weitaus gefährlicher jedoch ist die fortgesetzte Aufnahme kleiner Blei-Mengen. Es wird nur zum kleinen Teil im Harn ausgeschieden, zum größeren aber gespeichert. Die Speicherung erfolgt besonders in den Knochen, wo es Calcium ersetzen kann, in Zähnen und in Haaren. Die resultierende sogenannte Bleikrankheit äußert sich in Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, schmerzhaften Koliken, Blässe der Haut, Anämie, Muskelschwäche insbesondere der Gebrauchshand und gegebenenfalls in dem sogenannten Bleisaum, d.h. Ablagerungen von Bleisulfid am Zahnfleischrand.
Die organischen Derivate des Bleis wirken auf andere Weise toxisch und gegebenenfalls carcinogen. Auf Pflanzen wirkt Blei durch Hemmung der Chlorophyll-Synthese. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt in der Nähe von Bleihütten, Braunkohlen-Kraftwerken und stark befahrenen Autostraßen, wenn auch die Hauptmenge des Blei durch Waschen von Nutzpflanzen entfernt werden kann.


Vorkommen

In dem obersten Erdkruste ist Blei nur zu 0,0018% vertreten und damit seltener als Lithium, Nickel, Rubidium, Strontium, Yttrium, Cer, Vanadium, Wolfram usw. Trotzdem war Blei z.B. den Ägyptern schon vor 5000 Jahren bekannt, weil es sich in wenigen großen Lagerstätten in Form von leicht reduzierbaren Verbindungen angereichert hat. Das bei weitem wichtigste Bleierz ist der Bleiglanz. Daneben sind noch zu erwähnen: Cerussit, Krokoit, Wulfenit, Pyromorphit, Anglesit, Mimetesit und Vanadinit. In Mitteleuropa finden sich abbauwürdige Lager von Bleiglanz u.a. Blei-Mineralien in Polen (Tarnowitzer Gebiet), im Erzgebirge, im Harz (Bad Grund, Clausthal), in der Eifel, im Sauerland und in Kärnten. Die größten Blei-Lagerstätten der Welt sind in den USA und in Australien.


Herstellung

Man gewinnt Blei aus sulfidischen Erzen durch Rösten (zu PbO und SO2) und anschließende Reduktion mit C/CO (Röstreduktionsverfahren), aus bleireichen Sulfiderzen auch nach dem Röstreaktionsverfahren (PbS+O2), wobei das sogenannte Werkblei anfällt. Ein technisches Problem bei der Aufarbeitung ist die Bildung von Oxiden an der Oberfläche von Blei-Schmelzen (Verkrätzung).


Verwendung

Blei dient zur Herstellung von Akkumulatoren (insbesondere Starterbatterien für Kraftfahrzeuge), von Letternmetall und Lagermetallen, zur Herstellung oder Auskleidung von Behältern und Rohren für aggressive Flüssigkeiten, als Kabelummantelung, sowie als Heizbadflüssigkeit, im Strahlenschutz zur Absorption von Röntgen- und Gammastrahlen, zur Herstellung von Pigmenten (Bleiweiß und Buntpigmente, Mennige) und von Bleitetraethyl (Antiklopfmittel im Benzin). Blei dient außerden zur Herstellung von roten und gelben Glasuren sowie von Bleiglas. Metallisches Blei wird im allgemeinen in Form von Blei-Legierungen verwendet; nur für Spezialzwecke ist reines Blei erforderlich. Für radiopharmazeutische Zwecke eignet sich besonders das 203Pb.


Geschichtliches

Blei ist eines der ältesten Gebrauchsmetalle, und entsprechend alt ist die Kunde von Blei-Vergiftungen. Vielfach wird sogar der Untergang des Römerreiches auf chronische Vergiftungen durch Blei aus Küchengeräten zurückgeführt. Die Griechen gewannen schon um 550 v. Chr. auf den Inseln Zypern und Rhodos, die Römer vor etwa 2000 Jahren in Italien, Spanien, Frankreich und Westdeutschland große Mengen von Blei, die sie z.B. zu Wasserleitungsrohren verwendeten. Aus der Römerzeit sind zahlreiche Gegenstände aus Blei und Blei-Legierungen (besonders mit Zinn) erhalten. Der deutsche Name Blei kommt von indogerman.: bhlei = schimmern, leuchten, glänzen. Vom selben Stamm leitet sich auch der Ausdruck blaue Bohnen für Bleikugeln ab.

siehe auch > Element


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Quellangaben

  • Quelle: Römpp-Chemielexikon; 10. Auflage (1996); S. 466
  • Verfasser: Hg

Verwandte Mineralien (Strunz 8. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem | Raumgruppe | Kristallklasse | Ordnungsnummer]

Indium

In

tetragonal

I4/mmm

4/mmm

I/A.05-10

Blei

Pb

kubisch

Fm3m

m3m

I/A.05-20

Zinn

Sn

tetragonal

I41/amd

4/mmm

I/A.05-30

Verwandte Mineralien (Strunz 9. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem | Raumgruppe | Kristallklasse | Ordnungsnummer]

Aluminium

Al

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

Blei

Pb

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

'Elektrum' (Var.v. Gold)

Au-Ag

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

Gold

Au

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

Kupfer

Cu

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

Nickel

Ni

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

Silber

Ag

kubisch

Fm3m

m3m

1.AA.05

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Plomb

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Plombo

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Blei neben Galenit
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Blei neben Galenit

Bildbreite: 2 mm; Fundort: Lavrion Hafen, Lavrion, Attika, Griechenland

Copyright:

Stephan Wolfsried

Beitrag: Hg 2009-09-18

Zusatzinfo   MF 
Blei
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Blei

FO: Golf von Baratti, Populonia, Livorno, Toskana, Italien; in Schlackenhohlraum ein kugeliges Bleiaggregat neben einem farblosen Calcit-Aggregat

Sammlung:

Lithothek der Münchener Micromounter

Copyright:

Peter Köhlen

Beitrag: Münchener Micromounter 2009-02-25

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Blei
Aufrufe (Bild: 1171578011): 1882

Blei

Größe: 8 x 3 x 2 cm; Fundort: Långban, Filipstad, Värmland, Schweden

Copyright:

Rob Lavinsky

Beitrag: Hg 2007-02-15

Zusatzinfo   MF 
Blei
Aufrufe (Bild: 1240164374): 1804

Blei

Größe: 10x06 mm; Fundort: Kumak, Orsk, Orenburg Oblast, Südural, Russland

Copyright:

Pavel Kartashov

Beitrag: slugslayer 2009-04-19

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Blei
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Blei

dendritsches Aggregat; synthetisch gezüchtet

Sammlung:

scheidewasser

Copyright:

scheidewasser

Beitrag: Hg 2007-08-12

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