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Antozonit (Stinkspat)

Einleitung

Stinkspat / Antozonit

Stinkspat

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Bilder (17 Bilder gesamt)

Fluorit (Antozonit)
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Fluorit (Antozonit)

Größe: 90x60x45 mm; Fundort: Marienschacht, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Sammlung: Peter Haas
Copyright: Peter Haas
Beitrag: slugslayer 2010-01-01
Fluorit - Stinkspat
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Fluorit - Stinkspat

Grube Johannesschacht, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland; 10.06.2006

Copyright: Stefan
Beitrag: Stefan 2006-06-11
Fluorit
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Fluorit

Fluorit mit Quarz; Größe: 60x41x22 mm; Fundort: Johannesschacht, Revier Wölsendorf, Pfalz, Bayern, Deutschland

Sammlung: Chris18
Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2011-11-13
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Chemismus

Chemische Zusatzinformation

Varietät von Fluorit

Mineralstatus

Varietät

Varietät / Polytyp von

Fluorit

IMA-Klassifizierung

IMA-Klassifizierung

Optische Eigenschaften

Farbe

dunkelviolett, schwarz

Strichfarbe

weiß bis hellviolett

Glanz

Mattglanz

Pleochroismus

gelegentlich im Dünnschliff zu beobachten (rotviolett / blau)

Lumineszenz

keine Fluoreszenz, aber oft Thermolumineszenz

(Co-)Typlokalitäten

(Co-)Typlokalität

Deutschland/Bayern/Oberpfalz/Wölsendorf, Revier

Allgemeines

Entsprechender Autor (Name, Jahr)

Schönbein, 1861

Ausführliche Beschreibung

Dunkelvioletter bis schwarzer Fluorit, der beim Anschlagen einen stechenden Ozongeruch verbreitet, verursacht durch radioaktive Strahlung die im Kristallgitter die Verbindung CaF2 in metallisches Calcium und Fluorgas aufspaltet. Das metallische Calcium lässt aufgrund der Undurchsichtigkeit den Stinkspat (Fluorit) dunkelviolett bis schwarz erscheinen.

Die Gründe für den Geruch von Stinkspat sind ausgiebig erforscht worden. Umfangreich berichtet Prof. Dr. H. STRUNZ in "Die Uranfunde in Bayern von 1804 bis 1962" (S. 35-39) über die Ursachen und Forschungsgeschichte. Zunächst sei angemerkt, dass der unangenehme Geruch so stark war, dass Bergleute sogar erbrechen mussten - Fluor ist zudem das giftigste Nichtmetall.

Zunächst führte man den Geruch auf einen Chlorgehalt, später auf einen Ozongehalt zurück. Aus jener Zeit stammt auch die Bezeichnung "Antozonit" (die auf den vermuteten Ozon-Gehalt verweiset) für den Stinkspat. Der Ozon-Geruch, der die Chemiker im wahrsten Sinne des Wortes an der Nase herumgeführt hat, kommt durch folgende Reaktion zustande: Es reagiert Wasser (z.B. aus der Luft-Feuchtigkeit) mit F2 aus dem Stinkspat: H2O + F2 -> 1/2O2^ + 2HF wobei sich dann das (radikale) halbe O2 mit Luftsauerstoff zu O 3

Als Typlokalität für (den allerdings nicht IMA anerkannten) Stinkspat gilt das Revier Wölsendorf.

Der Geruch stellt sich beim Zerschlagen, Reiben, Bohren (!), Sägen und Schleifen ein. HENRICH schreibt 1920 (Zeitschrift f. Angew. Chemie 33): "Ich habe den Spat in einem Mörser zerrieben. Der dabei auftretende Geruch ist typisch derjenige von Fluor, so sehr, daß der Gehalt des Fluors an Ozon nur sehr gering sein kann, wahrscheinlich gleich Null. Nach wenigen Sekunden verschwindet der Fluorgeruch und an seine Stelle tritt derjenige von Ozon und schließlich von Wasserstoffperoxyd. Das Auftreten von Ozon und Wasserstoffperoxyd dürfte durch den Feuchtigkeitsgehelt des Spates, Mörsers und der Luft veranlaßt sein." Dr. L. GOEBEL schreibt 1930 in "Forschungen und Fortschritte" unter dem Titel "Radioaktive Zersetzungserscheinungen am Flußspat": "Die fraglichen Flußspäte sind schwarz und bröckelig; das durch die Strahlung neutralisierte Fluor entweicht beim Reiben oder Zerschlagen (Geruch). Die Kalziumkolloide verursachen die Färbung des Flußspates, und zwar bei feinster Verteilung Grün, bei gröberer Blau, dann violett und schließlig Farblos." (mit "farblos" ist sicher schwarz gemeint)

Gute Stinkspatkristalle sind selten, vielmehr ist Stinkspat oft brüchig, bröselig und schlecht kristallisiert. Stinkspat kann - muss aber nicht - radioaktive Mineralien enthalten, viele untersuchte Proben zeigen keine oder nur sehr gering erhöhte Aktivität.


Quellangaben

  • Ursachen des Geruchs: berthold, 27.12.2004
  • DILL, H.G., FÜSSL, M. und WEBER, B. (2008) Stinkspat: Ein Oberpfälzer Mineral in der Forschung. Oberpfälzer Heimat, 53: S. 213-225
  • DILL, H.G., WEBER, B. (2010) Accessory minerals associated with and included in fluorite and their implication concerning the environment of formation in the Wölsendorf fluorite district, SE Germany –With special reference to fetid fluorite (“Stinkspat”). Ore Geology Reviews - 37: Issue 2, S. 65-86.

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alternativ genutzter Name

Stinkfluss

Deutsch

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