Schwefel (Sulfur) |
Einleitung
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Weitere Funktionen
Vorkommen (543) | Übersichtskarte | Bilderkarussell | Bilder (geordnet) | Bildertabelle | 3D-Kristalldarstellung | |
Chemismus
S8 |
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Klasse/Gruppierung (Strunz 8) |
I: Elemente |
1.CC.05 |
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Klasse/Gruppierung (Strunz 9) |
1: Elemente (Metalle, intermetallische Legierungen, Metalloide u. Nichtmetalle, Carbide, Silicide, Nitride u. Phosphide) |
anerkanntes Mineral |
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Optische Eigenschaften
gelb bis braun |
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weiß bis hellgelb |
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Harzglanz |
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keine |
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Kristallografische Daten
mmm |
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70 |
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Fddd |
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12 |
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7.76(40), 5.75(50), 3.90(100), 3.48(40), 3.24(60), 3.12(40), 2.12(40), 1.910(40) |
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Errechnet aus dem d-Spacing und Intensität bei 0.1541838 nm (Cu) |
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prismen- oder pyramidenförmige Kristalle, derbe Massen; Dipyramidal, Dicktafelig. Gelegentlich treten vielflächige Kristalle auf, die facettierten Kugeln ähneln. Selten Zwillinge nach (101). Krusten und Beläge |
Physikalische und chemische Eigenschaften
1,50 - 2,00 (spröde) |
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24-66 |
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undeutlich |
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muschelig bis uneben |
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2,07 |
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schneidbar |
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keine |
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Charakteristisch für das Mineral sind neben der niedrigen Härte die Farbe und der geringe Schmelzpunkt (119,2°C ). Schwefel ist leicht löslich in Schwefelkohlenstoff, Benzol, Petroleum und konzentrierter Salpetersäure. |
(Co-)Typlokalität
(Co-)Typlokalität |
Allgemeines
vulkanische Exhalation sowie durch bakterielle Reduktion von Sulfiden in Sedimenten unter anaeroben Bedingungen |
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sedimentär unter Mitwirkung von Organismen, in Solfataren und Mofetten, als Abscheidung aus heißen Quellen, gelegentlich in den oxidationszonen von Sulfidlagern |
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Aragonit, Calcit, Coelestin, Dolomit, Gips, Salmiak, Strontianit |
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Quelle: Römpp-Chemielexikon (Elementdaten); 10. Auflage (1996); S. 3998
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Chemischen und pharmazeutischen Industrie, u.a. zur Produktion von Farbstoffen, Schwefelsäure, Insektiziden sowie Kunstdüngern. |
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Wärmeempfindlich. Vor Sonnenlicht schützen. Schwefelkristalle können schon durch Handwärme zerfallen. |
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Chemische Verbindungen werden Sulfide und Sulfate genannt |
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Swevel |
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Walisisch |
Sylffwr |
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Upper Sorbian |
Syrik |
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Nahuatl |
Tlequiquiztlālli |
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alternativer Name |
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α-Sulfur |
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α-Sulphur |
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a-Sulphur |
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Deutsch |
alpha-Schwefel |
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Alpha-Sulfur |
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Alpha-Sulphur |
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Brimstone |
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Deutsch |
Gediegen Schwefel |
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Native S |
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Native Sulfur |
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Native Sulphur |
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Plastic sulphur |
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Rosickite |
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Rubber-sulphur |
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S |
Chemisches Element Kürzel |
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Englisch |
Selensulfphur |
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Italienisch |
Solfo |
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Sulfur |
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Englisch |
Sulfur (Sulphur) |
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Sulfur-α |
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Sulfur-alpha |
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Sulphur-α |
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Sulphur-alpha |
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Bezeichnungen
Sulfur |
Verwandte Mineralien (Strunz 8. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem | Raumgruppe | Kristallklasse | Ordnungsnummer]
S8 |
Fddd |
mmm |
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S |
P2/c |
2/m |
|||
Se |
P3121 |
32 |
|||
Te |
P3221, P3121 |
32, 32 |
Verwandte Mineralien (Strunz 9. Auflage) [Mineral | Formel | Kristallsystem | Raumgruppe | Kristallklasse | Ordnungsnummer]
S |
P2/c |
2/m |
1.CC.05 |
||
S8 |
Fddd |
mmm |
1.CC.05 |
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Ausführliche Beschreibung
Schwefel als Element
Chemische EigenschaftenSchwefel ist ein nichtmetallisches Element der 6. Hauptgruppe des Periodensystems. Das häufigste natürliche Isotop ist 32S (95,02 %). Daneben sind noch die künstlichen Isotope zwischen 29S und 39S mit Halbwertszeiten zwischen 0,19 Sekunden und 88 Tagen bekannt. PhysiologieAuf der Haut bewirkt Schwefelpulver erst nach längerer Zeit eine leichte Reizung. Auch auf niedere Tiere und Pflanzen zeigt Schwefel kaum Wirkung. Er wirkt aber giftig, wenn er bei Berührung mit der lebenden Substanz in SO2 oder H2S übergeführt wird (Bekämpfung von Rebmehltau mit elementarem Schwefel). Eingenommener Schwefel passiert den Magen unverändert, wirkt jedoch etwas abführend. VorkommenSchwefel gehört zu den häufigeren Elementen. Sein Anteil an der obersten Erdkruste wird auf 0,048 Gew.-% geschätzt. Damit steht der Schwefel in der Häufigkeitsliste der Elemente an 15. Stelle. Schwefel kommt als Element (Lager in Sizilien, Polen, Irak, Texas, Mexiko) und in Form von Sulfiden (z.B. Eisensulfide, Bleiglanz, Kupferkies, Zinkblende, Zinnober) oder Sulfaten (Gips, Anhydrid) an vielen Punkten der Erde vor. Vulkanische Gase reagieren miteinander unter Bildung von dichten Schwefelwolken: HerstellungDie Gewinnung von Schwefel aus natürlichem Vorkommen richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. In Sizilien erfolgt der Abbau durch Ausschmelzen aus dem mit gediegenem Schwefel durchsetzten Gestein, wobei die dafür erforderliche Wärme durch Verbrennen eines Teils des Schwefels erzeugt wird. Kommt der Schwefel tief unter einer dicken Schwimmsandschicht vor, wird er heute nach dem sogenannten Frasch-Verfahren durch Ausschmelzen mit überhitztem Wasserdampf gewonnen, z.B. in den USA, Mexiko und Irak. Verwendung85 - 90% der Schwefelproduktion werden für die Herstellung von Schwefelsäure sowie von Sulfiten und Hydrogensulfiten eingesetzt. Anwendung findet er ferner zur Vulkanisation von Kautschuk und Hartgummi, zur Herstellung von Kunststoffen, in der Viskose-Industrie (in Form von Schwefelkohlenstoff), für schwefelhaltige Kitte, in der Zündholzindustrie, zur Herstellung von Schwarzpulver und Feuerwerkskörpern, zur Herstellung von Schwefelkohlenstoff, Ultramarin, Schwefelfarbstoffen, zum Ausschwefeln von Fässern, Konservengläsern usw. GeschichtlichesSchwefel ist seit dem Altertum bekannt. Schon Homer beschreibt einige seiner Eigenschaften. Im Mittelalter war "Sulfur" als Philosophischer Schwefel ModifikationenSchwefel zeigt mehrere allotrope Modifikationen und zwar zwei Arten: es gibt verschiedene Molekülgrößen Sx und es gibt verschiedene Anordnungen gleicher Moleküle Sx im kristallinen Zustand (z.B. S8 als Sα, Sβ und Sγ). In Schmelzen liegen viele Formen Sx (mit x=2 bis ca. 106) in komplizierten Gleichgewichten nebeneinander vor. Sie entsprechen formal den unverzweigten gesättigten Kohlenwasserstoffen mit ketten- (catena-Schwefel) oder ringförmigen (Cycloschwefel) Aufbau. Unter Normalbedingungen gehen sie schließlich alle in die bei gewöhnlicher Temperatur einzige stabile Form, den ebenen Cyclooctaschwefel (S8) über, der kronenförmig als achtgliedriger Ring vorliegt. Neben dieser beständigen Modifikation kennt man noch cyclische Formen der Zusammensetzung S6 (orangerot), S7, S9, S10, S11, S12 (blassgelb), S18 (intensiv gelb) und S20 (hellgelb). Cyclooctaschwefel liegt bei Raumtemperatur in Gestalt von zitronengelben Brocken oder Stangen vor und wird rhombischer oder α-Schwefel genannt. Je nach der Geschwindigkeit des Erhitzens geht der α-Schwefel zwischen 110 und 119 °C unter teilweiser Zersetzung der S8-Moleküle in eine hellgelbe dünnflüssige Schmelze über, die bei 114-115 °C wieder erstarrt, wobei häufig auch von einem idealen (112,8 °C) und einem natürlichen (110,2 °C) Schmelzpunkt gesprochen wird. Er ist unlöslich in Wasser, nur wenig löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln und gut löslich in Schwefelkohlenstoff. Erwärmt man die gelbe, leicht bewegliche Schwefelschmelze (sogenannter λ-Schwefel) auf 159 °C, so wird diese braun und allmählich dickflüssig (infolge der Verschiebung des Gleichgewichts zwischen λ-Schwefel und dem langkettigen μ-Schwefel). Bei 200 °C ist die Schmelze dunkelbraun und etwa so zäh wie Harz, oberhalb von 250 °C nimmt die Zähflüssigkeit wieder ab, wobei die auftretende rote Farbe durch S3-Ketten bedingt sein soll. Lässt man in einem größeren Tiegel geschmolzenen Schwefel an der Oberfläche erstarren, so bilden sich im Gefäß lange, monokline Kristallnadeln. Diese nadelförmige, fast farblose S8-Modifikation wird monkliner oder β-Schwefel genannt. Monokliner Schwefel ist nur oberhalb 95,6 °C stabil. Unter dieser Temperatur geht er wieder in rhombischen Schwefel über. Bei der langsamen Abkühlung der Schmelze entsteht der schwach gelbe perlmutterartige γ-Schwefel, der ebenfalls monoklin kristallisiert, jedoch mit anderen Achsenverhältnissen als β-Schwefel. Gießt man dünnflüssige Schwefelschmelze in kaltes Wasser, so entstehen elastische Fäden und Häute (plastischer Schwefel), die in Schwefelkohlenstoff nur teilweise löslich sind. Der Rückstand, der elastische Schwefel (μ-S, amorpher Schwefel), ist ein Polymeres mit 2000 - 5000 Schwefelatomen in einer Kette, der sich nach einigen Stunden von selbst wieder in gewöhnlichen spröden Schwefel umwandelt. Seit langem kennt man auch schon den Cyclohexaschwefel (ρ-Schwefel). Diese Modifikation entsteht beim Eingießen von Na2S2O3-Lösung in konz. Salzsäure bei 0 °C. Sie kristallisiert hexagonal innerhalb kurzer Zeit aus dem Toluol-Extrakt der Reaktionslösung. Die Kristalle sind ziemlich instabil und gehen schon innerhalb weniger Stunden in ein Gemisch aus plastischen und rhombischen Schwefel über. Die S6-Ringe der Moleküle haben Sesselform. Bei der umwandlung der S6-Ringe erfolgt Öffnung und teilweise Spaltung, wobei sich Ketten und S8-Ringe bilden können. |
Bildertabelle (91 Bilder insg.)
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