Baryt
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Baryt
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Englisch: Barite; Französisch: Barytine; Spanisch: Baritina
Im ausgehenden Mittelalter entdeckte man in Italien massiven Baryt, welcher phosphoreszierte, wenn er schwach erhitzt wurde. Dieser Stein wurde nach seinem Fundort "Pietra fosforica di Bologna" (Phosphorisierender Bologna-Stein) genannt und war von großem Interesse für Alchemisten. Wenngleich der Name Baryt erst Jahrhunderte später vergeben wurde, dürfte es sich bei dem Bologna-Stein um die erste Beschreibung in der Literatur handeln.
Die eigentliche Geschichte der Gewinnung von Baryt ist eng mit der Geschichte und Entdeckung von Barium verbunden, welches u.a. aus Baryt gewonnen wird.
Während des 17. Jahrhunderts dachten Chemiker, dass Calcium- und Bariumoxide dieselbe Substanz wären. 1774 konnte Carl Wilhelm Scheele nachweisen, dass es sich um unterschiedliche Substanzen handelt. Da Barium zu diesem Zeitpunkt noch nicht isoliert werden konnte, arbeitete Scheele mit BaSO4 (einem Bariumsulfat), d.h. dem Baryt.
Erst nach der Erfindung der Elektrolyse entdeckte Humphry Davy 1808 das Element Barium. Das Element wurde nach dem Mineral Baryt benannt, aus welchem es gewonnen wurde.
Baryt wurde erstmalig 1800 in der Nähe von Allatoona, einer Stadt im Südosten von Bartow County, Georgia, USA abgebaut. Das gereinigte Erz wurde nach Deutschland verschifft, um dort Barium zu gewinnen.
Der Name Baryt wurde aus dem griechischen Wort "barys" (schwer) abgeleitet. Die relativ hohe Dichte von 4,5 g/cm3 lässt den Baryt in der Hand schwer erscheinen und hat ihm daher auch den Beinamen Schwerspat eingebracht.
Bei Baryt handelt es sich um ein farbloses oder weißes Mineral, welches durch Spuren von Fremdbestandteilen auch verschiedene Farbtönungen enthalten kann. Spuren von Mangan färben den Baryt häufig rosa, Eisen dagegen gelblich. Baryt kommt in gelblichen, bräunlichen und bläulichen Farben häufig vor, in seiner Reinform dagegen sehr selten. Weitere Farben bis hin zu schwarz sind möglich. Die Strichfarbe von Baryt ist weiß.
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Nahezu völlig transparenter Baryt unter kurzwelligem UV-Licht. An den Rändern des Kristalls kann man die gelbliche Fluoreszenz erkennen, die nach dem Abschalten des Lichts nachleuchtet.
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Baryt ist ein Mineral aus der Gruppe der wasserfreien Sulfate und hat die chemische Formel BaSO4, was ihn zu Bariumsulfat macht. Er zeichnet sich besonders durch seine hohe Beständigkeit gegen Säuren und Laugen aus. Baryt löst sich in heißer konzentrierter Schwefelsäure sehr langsam (bei Zugabe von Wasser erfolgt Trübung), wird beim Erhitzen rissig, und wie auch andere Barium-Salze verbrennt er mit einer grün-gelben Flamme.
Baryt kristallisiert im orthorhombischen-dipyramidalen Kristallsystem und bildet meist tafelige oder prismatische Kristalle; oder als Aggregatsform Meißelspat keilförmige Kristalle. Seltener sind säulige Ausbildungen. Besondere Ausprägungen sind Hahnenkamm-Baryt und Baryt-Rosen, die den Sandrosen sehr ähnlich sind. Insgesamt sind über 200 Flächenformen bekannt.
Baryt bildet Pinakoide, Prismen, Pyramiden und hat sehr oft tafeligen Habitus. Kristalle kommen blättrig, körnig, nierig, kugelig, traubig, stalaktitisch, radialstrahlig, plattig, faserig und derb vor. Zwillinge nach {201} und {011} kommen selten vor; gewöhnlich polysynthetische Zwillinge, welche durch Flächenstreifung auffallen. Gelegentlich kommen farblose, wasserklare durchsichtige Kristalle vor.
Baryt und Cölestin sind sich aufgrund des chemischen Aufbaus u.a. in der Form der Kristalle sehr ähnlich.
Baryt ist ein sprödes Mineral das nach {001} perfekt, fast perfekt nach {210} und schlecht nach {010} gespalten werden kann.
Die Mohshärte von Baryt schwankt zwischen 3 und 3,5. Der Glanz ist glasig bis fettig, der Bruch ist uneben und unregelmäßig. Baryt ist nicht radioaktiv und hat gute Abschirmeigenschaften gegen radioaktive Strahlung.
Bei reinem, transparentem Baryt ist unter langwelligem UV-Licht ein gelblicher Schimmer, gelegentlich auch orange oder pink zu beobachten. In kurzwelligem UV-Licht ist gelblicher Schimmer und möglicherweise in der Folge grünlichweiße Phosphoreszenz zu beobachten.
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Pinakoid, tafelig auf {001}
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Prismatisch; vorherrschende Flächen {011} oder {110}
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Meißelförmige Kristalle (sog. Meißelspat)
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Baryt-Kugel mit Fluorit
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Rosen-/Rosettenartige Konkretion (Barytrose)
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Ziegelrote Barytknolle mit radial ausgerichteten Meißelspäten
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Baryt pseudomorph nach Cölestin auf Fluorit.
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Perimorphose von Quarz nach Baryt
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Pseudomorphose von Chrysokoll nach Baryt
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Pseudomorphosen von Baryt nach anderen Mineralien sind eher selten; bekannter sind Pseudomorphosen (Perimorphosen) von einem Mineral x (meist Quarz) nach Baryt. Die erste Abbildung zeigt eine Pseudomorphose von Baryt nach Cölestin auf Fluorit; eine mineralogische Rarität. Die Form des weißen Kristalls ist offensichtlich die von (gealtertem) Cölestin; (auf der Unterseite sind noch hellblaue Cölestinkristalle erkennbar. Der Cölestin selbst ist auf dem Fluorit aufgewachsen.
Bei der zweiten Stufe handelt es sich um eine Perimorphose von Quarz nach Baryt, wobei die Umrisse des Baryt deutlich zu erkennen sind; die dritte Stufe ist eine Pseudomorphose von Chrysokoll nach Baryt.
Baryt bildet sich auf verschiedene Art, aber nur bei erhöhtem Sauerstoffpartialdruck und bei ziemlich niedrigen Temperaturen. Deshalb kommt er wie alle anderen wasserfreien Sulfate kaum als magmatogenes Mineral in Eruptivgesteinen und metamorphen Gesteinen vor. Er entsteht vorwiegend in Gängen, die durch Einwirkung von heißem Wasser (hydrothermal) entstanden sind; als Begleiter tritt er in vielen Sulfid-, Mangan-, Eisen- und anderen Erzlagerstätten auf (bekannt sind u.a. Gold-Barytgänge).
Es kommen fast reine Baryt-, Baryt-Calcit- und Baryt-Fluorit-Gänge mit geringer Quarzführung und Sulfiden (Galenit, Sphalerit, Chalkopyrit, manchmal Cinnabarit) vor. Auch Gänge in Tuffen und Effusivgesteinen. Ebenso findet er sich in tonigen und sandigen Ablagerungen (Sedimenten). Eine besondere Form der Sedimentation sind Konkretionen, welche als Barytrosen bekannt sind.
Barytlagerstätten finden sich auch in Schlämmen und in Meeressedimenten. Off-shore-Barytlagerstätten auf dem Meeresboden (sog. marine Baryte) wurden in den 1990er Jahren am Boden des Pazifiks vor Peru und neuerlich ca. 100km S von San Diego (Kalifornien) entdeckt. Der Baryt entsteht aus Ba-reichen Lösungen, welche aus kalten Schloten austreten, in Kontakt mit sulfatreichem Meereswasser geraten und sich meist säulig auf dem Meeresgrund absetzen (diagenetischer Baryt). Der Baryt ist mit biogenem Material vergesellschaftet.
Baryt kommt niemals in Salzlagerstätten und äußerst selten in Kalksteinen vor. In den Verwitterungszonen der Gesteine und Erzlagerstätten trifft man in Gebieten mit trockenem Klima kleine, häufig säulige Barytkristalle zusammen mit Gips und Fe-Hydroxiden. Die bekanntesten paragenetischen Mineralien sind: Calcit, Fluorit, Siderit, Dolomit, Quarz, Galenit, Manganit, Stibnit, Cölestin und Vanadinit.
China
Deutschland
England
Frankreich
Italien
Kanada
Marokko
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Peru
Rumänien
Russland
Spanien
Turkmenistan
USA
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Baryt in der Ausbildung des Meißelspates
Baryt als Meißelspat
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Wasserklarer Baryt in der Varietät Meißelspat
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Das kristalline Grundgebirge des Schwarzwaldes besteht aus Gneisen, Graniten und Sedimenten aus dem Unteren bis Oberen Karbon. Starker Magmatismus (Granit-Intrusionen). Im S-Schwarzwald Plutonite. Die hydrothermalen Flussspat-Baryt- und Erzgänge wurden in der letzten Phase des Magmatismus gebildet.
Grube Clara bei Oberwolfach, Hinterrankachtal, südlich von Bad Rippoldsau. Eine gangförmige hydrothermale Lagerstätte in Gneis und Buntsandstein. Ehemalige Ag-Cu-Erzgrube; nach Einstellung des Erzbergbaus seit ca. 1850 Abbau von Schwerspat und seit Anfang des 20. Jh.s Abbau von Flussspat. Sowohl Baryt als auch Fluorit kommen massiv bis kristallisiert vor. Die berühmten Baryt-Meißelspate sind typisch für das Vorkommen, auch sehr schöne Baryt-Fluorit-Kristallstufen.
Die Grube Clara gehört aufgrund ihrer außergewöhnlich reichen Mineralparagenese (tw. sehr seltene Mineralien und Typlokalität) zu den klassischen Mineralvorkommen der Welt.
Schöne und gut ausgebildete Barytkristalle kamen von Wieden (N von Utzenfeld), einem Flussspatrevier (1923-1974) mit den Gruben Anton, Finstergrund und dem Tannebodengang; aus dem Blei-Silbererzrevier Badenweiler S von Freiburg (Mittelalter bis 1926) sowie aus dem Heubachtal, dem Fortuna-Gang im Gelbachtal, der Grube Friedrich-Christian im Wildschapbachtal, dem Flussspatvorkommen Hohberg nahe Oberwolfach (Barytgänge mit Fluorit und Hämatit), St. Johann am Klosterbach bei Wittichen, wo Baryt und Fluorit die Hauptgangart bilden, von Todtnau, dem Teufelsgrund im Münstertal und der Grube Gottesehre nahe St. Blasien (12. Jh. bis 1986), wo in der letzten Phase Flussspat und Baryt abgebaut wurden.
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Eine eher ungewöhnliche Ausbildung.
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Grube Clara, Oberwolfach
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Scharf ausgebildete, tw. zonar verfärbte Kristalle
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Baryt, Stufenröße 12 cm
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Tafelige Barytkristalle bis 12 mm mit feinkristallinem
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Bis 3 cm große graurosa Rosetten tafeliger Baryt-XX
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Literatur zur Fundstelle
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Pöhla
Pöhla, Stufe 8 x 6 cm.
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Pöhla
Pöhla
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Die erzgebirgische Zentral-, Nordrand-, Südrandzone wird durch metamorphe Gesteinsverbände geprägt, im NW, SW und W legt ein kristalliner Kern mit einer Glimmerschiefer- und Phyllithülle. Älteste Bildungen im Osterzgebirge sind Gneise, welche zur Freiberger Formation zusammengefasst werden. Das gesamte Erzgebirge ist von granitoiden Intrusivkörpern durchsetzt. Baryt war ein sehr häufiges Mineral, welches in vielen der Erzgänge die wichtigste Gangart neben Fluorit, Calcit, Dolomit für die sehr reichhaltige Sulfid- und Arsenidparagenesen bildete.
Pöhla
Eine Sn-U-Skarn-Lagerstätte bei Schwarzenberg. Die Lagerstätten Pöhla-Tellerhäuser und Pöhla-Hämmerlein wurden seit den 1960er Jahren bis 1990-1991 auf Uran abgebaut; daneben gab es Zinnerz, Magnetit und Fluorit. Die bekannten Baryte stammen aus einem größeren Quarz-Baryt-Gang (Gang "Kunnersbach"), der heute nicht mehr zugänglich ist. Die Drusen erreichten teilweise mehrere Meter Größe. Es soll bis zu bierflaschen-große Baryte gegeben haben. Bis 2001 konnten Baryte in bis zu 1 cm großen gelben Kristallen noch auf den Halden gefunden werden.
Baryt aus dem mittleren bis S-SW-Erzgebirge
Bei Freiberg Erzgänge in Gneisen mit eingelagerten Kalken, Schiefern und Amphiboliten mit Pb-Ag-Zn-, Fluorit-Baryt- sowie Bi-Co-Ni-Ag-Formationen; Baryt kam als rhythmische Ablagerung, lokal präzipitiert sowie kristallisiert als Umlagerung vor. Aus den seit über 800 Jahren abgebauten Gruben des Lagerstättenbezirks stammen sehr gut ausgebildete Baryte, oft mit Fluorit und/oder Calcit als wesentliche Gangart.
Aus dem ehemaligen Uranbergbaurevier Schlema-Alberoda-Hartenstein, dessen horizontale Grubenbaue eine Gesamtlänge von ca. 4200 km hatten, stammt Baryt in typischweise orange-bräunlichen bis hin zu graublauen Kristallen, tw. mit tiefviolettem Fluorit-Stinkspat, Quarz und Dolomit. Aus den Erzgängen des Schneeberger Reviers, abgebaut seit 1453, kam schön kristallisierter Baryt, u.a. in tafelartiger, stängeliger und blättriger Ausbildung vor.
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Schlema; ca. 3,5 cm
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Baryt auf Fluorit, 9x6 cm
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Baryt-Kristalle bis 3 cm mit aufsitzendem und
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Literatur zur Fundstelle
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Dreislar
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Dreislar
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Becke-Oese; ein 4,4 cm großer Kristall
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Ein 9 cm langer Doppelender auf Calcit
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Baryt mit Dolomit
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Holzen
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Holzen
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Holzen
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Das Sauerland ist eine deutsche Mittelgebirgsregion im Südosten von Nordrhein-Westfalen. Es gehört mit dem Bergischen Land zum rechtsrheinischen Teil des Rheinischen Schiefergebirge und besteht überwiegend aus mittel- und oberdevonischen Schichten, vorwiegend Karbonatgesteine. Neben vielen anderen Mineralien ist relativ häufig auch Baryt, in vielfältigen Ausbildungsformen und Farben, anzutreffen. Wirtschaftliche Bedeutung hatte die seit 1957 durch die Sachtleben AG in Dreislar betriebene Schwerspatgrube, die eine epigenetisch, hydrothermal gebildete Ganglagerstätte abbaut. Von hier kamen die bekannten Barytstufen mit ihren Begleitmineralien, die in unzähligen Sammlungen und Museen anzutreffen sind. Siehe hierzu die Barytgrube Dreislar.
Aber auch in vielen Steinbrüchen, Gruben und Aufschlüssen ist Baryt gefunden worden. Hier einige Fundorte, die besonders hervorzuheben sind.: Becke-Oese, Holzen, Kallenhardt, Müschede, Eisenerzgruben bei Adorf sowie nicht zuletzt in der ehemaligen Zink/Bleierzgrube Ramsbeck.
Häufig bildet Baryt blättrige Aggregate, wird aber auch in tafeligen und prismatischen Kristallen gefunden. Als Begleitmineralien sind besonders Calcit, Erzmineralien und deren Oxidationsmineralien hervorzuheben. So wurden in jüngster Zeit in Holzen Barytstufen gefunden, die eine schöne zonare Färbung durch Hämatit aufweisen. Im ehemaligen Steinbruch Becke-Oese wurde Baryt als Blätterspat mit Kupferkies und Galenit aber auch in prismatischen Kristallen gefunden. In Kallenhardt ist der Baryt, der hier relativ selten auftritt, mit Calcit vergesellschaftet. In der ehemaligen Eisenerzgrube Christiane bei Adorf kam Baryt in bis zu kopfgroßen Aggregaten, teilweise mit Kupferkies, Calcit und Malachit vergesellschaftet vor.
In dem ehemaligen Erzbergwerk Ramsbeck trat Baryt in den oberen Sohlen nur vereinzelt auf. Mit zunehmender Teufe nahm jedoch auch das Vorkommen von Baryt zu. Um 1960 fand man die größte Kluft in Ramsbeck. Diese Kluft, die so groß war, dass man darin gehen konnte, lieferte viele ausgezeichnete Stufen bis zu mehreren Zentnern Gewicht. Die handgroßen Barytkristalle waren von schneeweißer Farbe, fächerartig aufgebaut und bestanden teilweise aus mehreren Generationen von Baryt, zwischen denen sich Kupferkies- und Pyritkristalle abgesetzt haben.
In einem ehemaligen Steinbruch bei Müschede fand man hell- bis dunkelgraue Barytkristalle. Es wurden Stufen bis Tischplattengröße geborgen.
Literatur
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Baryt aus Wölsendorf, Grube Heußer Stein.
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Man ordnet die Entstehung der Flussspatgänge im Wölsendorfer Flussspatrevier den Nachwirkungen des Rotliegend-Vulkanismus zu. Geologisch gesehen streichen die bis 12 Meter mächtigen und bis zu 4 km verfolgten Gänge etwa in NO-SW Richtung aus und stehen damit in Analogie zu den mächtigen Quarzmassen des Pfahls, der in südöstlicher Richtung ansetzt.
Baryt oder Schwerspat tritt praktisch überall im Wölsendorfer Revier auf. Typischerweise ist Baryt (ebenso wie der Fluorit) in der Reviermitte kräftiger (fleischfarben, rötlich) gefärbt, in den Randgebieten dominieren blasse Farben bis weiß. Südlich Diendorf, und im größeren Umkreis, z.B. bei Edeldorf, bei Luhe und bei Roggenstein kennt man (wenig mächtige) reine Barytgänge, die der gleichen Entstehung zugerechnet werden. Kristalle zählen hier jedoch zu den Raritäten.
Literatur:
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Egremont, Cumbria
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Yorkshire
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Frizington, Cumbria
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Die wohl berühmtesten Baryte Englands kamen aus dem Egremont-Bergbaurevier nahe Whitehaven in Cumbria (früher Cumberland), einer Eisenerzlagerstätte mit mehr als 50 Gruben, in welchen seit dem frühen 17. Jh. Erz abgebaut wurde. Die bekanntesten Gruben waren Biggrig, Dalmellington, Mowbray, Beckermet (Florence Mine), Pallaflat, Hailmoore und Ullcoats No.1. Die berühmten blauen Baryte (aber auch farblose bis rote) gehören zu den weltweiten Klassikern an Mineralstufen. Auf vielen Mineralienetiketten findet sich die Fundortangabe Frizington, einem Dorf ca. 15 km E von Whitehaven im Egremont-Bergbaurevier; es ist anzunehmen, dass diese hervorragend ausgebildeten Kristalle aus der Mowbrey Mine kamen; von hier stammen auch prächtige blaue Baryte mit Calcit und grünem Fluorit.
Nicht nur die obigen berühmtesten Fundstellen haben Baryt erbracht. Weniger bekannt, da meist in Privatsammlungen oder Museen verborgen, sind Baryte aus Cornwall. Aus der Grube Wheal Mary Ann bei Menheniot idiomorphe gelb-orangefarbene Kristalle, aus dem Gwennap-Revier Baryt mit Fluorit und Cuprit. Sehr selten zu sehen sind Baryte aus Derbyshire (Bage Mine, Milltown bei Matlock). Baryt ist auch ein sehr häufiger Begleiter von Fluorit in den Flussspatlagerstätten von Durham und Northumberland.
Aus der Arbor Low Mine bei Youlgrave in Derbyshire wurde der sogenannte "Crich-Spar" gefördert; eine Mischung aus massivem rosa Baryt und violettem Fluorit, welcher poliert und für Schmuckgegenstände verarbeitet wurde.
Literatur
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Baia Sprie
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Baia Sprie
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Baryt ist eine häufige Gangart in den wichtigsten Erzlagerstätten Rumäniens in den südlichen Maramures-, Tibles- und Oas-Gutii-Bergen, Ostkarpaten. Die bekanntesten Bergbaureviere sind Baia Mare (ehem. Nagybánya) mit einer erzreichen Zone über 130 km Länge (Ilba-Baita, Dealul-Crucii-Baiut, Baiut-Varatec-Botiza, Herja/Kisbanya), Cavnik, ca. 30 km E von Baia Mare (Boldut, Varvara und Roata) und Maramures (nahe Baia Mare). Die Erzgänge liegen in Ryolithen, Daciten, Pyroxen und Quarz-Andesiten, tw. in vulkanisch-sedimentären Zonen. Barytkristalle aus dieser Erzprovinz sind oft ausgezeichnet ausgebildet und teilweise attraktiv durch Fremdmineralien gefärbt.
Das wichtigste rumänische Barytvorkommen ist Cisla (Cisla-Menerii-Bekir-Hügel und Cortelu-Somova) im Gebiet N-Dobrogea, einer metasomatisch-hydrothermalen Lagerstätte mit Barytkörpern, welche triassische Kalksteine durchschneiden. Von hier stammen große idiomorphe Barytkristalle, i.d.R. zementiert mit Fluorit und Quarz. Ein weniger bekanntes Barytvorkommen ist die Eisenerz-Lagerstätte Poiana-Rusca ca. 80 km E von Timisoara.
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Grube Turt, Satu Mare, Maramures
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Durch Realgar rot gefärbter Baryt
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Grube Turt, Satu Mare, Maramures
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Literatur
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Meißelspat aus Villa Massargia, Iglesias, Sardinien
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Charakteristische prismatische Kristalle von
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Im SW Sardiniens, in der Umgebung der Stadt Iglesias, liegen die ältesten Gesteine der Insel. Dies sind kaledonisch gefaltete sedimentäre, sehr erzreiche Gesteine aus dem Unteren Paläozoikum. Die erzführende karbonatische Abfolge des Kambrium machte Sardinien zu einer der wichtigsten metallogenetischen Provinzen Italiens. Pb-, Ag-, Zn-, Cu-Erze sowie Baryt und Fluorit waren die bedeutendsten Bergbauprodukte; Sekundärmineralien wie Anglesit, Cerussit, Phosgenit und Hemimorphit machten die Insel als Mineralienparadies berühmt. Seit ca. Ende der 1970er Jahre wurde ein großer Teil der Gruben geschlossen.
Die besten und schönsten Baryte Sardiniens stammen aus dem Bergbaurevier Iglesias (Monteponi)-Domusnovas (auch als Iglesiente bezeichnet); sehr gute Stufen kamen von der Grube Silius bei Muscadroxiu, von Sa Duchessa (Domusnovas), vom Monte San Giovanni, wenige km W von Iglesias, von Barega (tafelig blau), der Santa Lucia-Grube, Fluminimaggiore (gelb prismatisch) und vom Monte Argento (Meißelspat). Im 19. Jh. entdeckte man im Monte San Giovanni ein ausgedehntes Höhlensystem, darin die Grotta Santa Barbara, deren Wände aus Baryt- und Aragonit-Kristallteppichen gebildet wurden. Blaue, durchsichtige Baryte, oft mit Aragonit und Calcit überdeckt, kamen von Barbusi in der Nähe von Carbonia. Nicht wenige der sardischen Baryte sind mit Fluorit vergesellschaftet.
In den mittleren bis späten 1970er Jahren wurden in Monte Mesu, Villa Massargia, im Bergbaurevier Iglesias, Region Cagliari auf Sardinien hervorragende hell- bis honiggelbe Baryte in meißelförmigen Kristallen bis über 25 cm als herrliche Stufen geborgen. Nicht wenige dieser Kristalle zeigen Quasi-Phantome bzw. zonar abgegrenzte Verfärbungen, welche durch bituminöse Einschlüsse hervorgerufen werden. Nach fast 35 Jahren wurde in der längst aufgelassenen Grube im November 2005 ein neuer Fund ebensolcher schöner Stufen gemacht.
Andere italienische Barytvorkommen, welche tw. schöne Kristalle hervorgebracht hatten, sind der Monte Pardone in der Provinz Emilia Romagna (von hier stammte der im Kapitel Geschichte beschriebene "phosphorisiernde Bologna-Stein, s.o.), sowie Casacascalda, Perugia (seltene radialstrahlige, graue, flache Scheiben) sowie von der Mina Brosso, Ivrea, Turin (weiße dicktafelige Kristalle).
Literatur
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Bergbaurevier La Union, Murcia
Baryt mit Fluorit-Tetrakishexaedern
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Mina Teresita, La Union, Murcia
Cabezo de San Ginés, La Union, Murcia
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Ob die schönsten spanischen Baryte vom Bergbaurevier La Union-Cartagena oder aus den Flussspatgruben in Asturias kommen, ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aus beiden Lagerstätten stammen exzellente und tw. große Kristalle, welche zu den besten der Welt gehören.
Das Bergbaurevier La Union-Cartagena (Kurzfassung "La Union"), Provinz Murcia, welches sich über ein Fläche von 10 x 5 km erstreckt, liegt im östlichen Ausläufer der betischen Kordillere. Eine seit über 2.000 Jahren abgebaute Fe-Pb-Zn-Cu-Lagerstätte mit einer umfangreichen Paragenese, darunter Pyrit, Magnetit, Anglesit, Cerussit, Sphalerit, Greenalith und Smithsonit. Die wichtigsten Lagerstättentypen sind Mantos, gangartige Strukturen, Stockwerke und Lagerstätten mit Eisernem Hut. Die Bergbaugeschichte geht bis 700 Jahre v.Chr. zurück; industrieller Abbau seit etwa 1840 bis zur Schließung der letzten Gruben Ende der 1980er Jahre.
Baryt ist eines der bekanntesten Mineralien der Grubenkomplexe von La Union und tritt in einer Vielzahl von Formen und Farben auf. Die schönsten historischen Kristalle stammen von der Grube San Ginés; neuere Funde von der Mina-Cueva Victoria und den Gruben Esperanza (große tafelige Kristalle), San Ginés (dendritische Aggregate bis 10 cm), Marquesita Moderna, La Gaviota, San Rafael, Los Belones I (bläulich-grün) sowie aus den Gruben Teresita und Timoteo (blaue Kristalle). Aus der Mina Obdulia wurden farblose, glänzende Barytkristalle bis 15 cm, meist auf Limonit geborgen.
Im April 1995 entdeckte man eine enorm große Geode in der Mina Marisol, deren Decke und Wände komplett mit Barytkristallen von 2-8 cm ausgekleidet ist.
Die hydrothermale, stratiforme "Mississippi-Valley-Typ"-Fluoritprovinz in Asturias mit ca. 40 gangartigen Einzellagerstätten ist eines der weltgrößten Flussspatvorkommen. Die vorherrschenden Mineralien sind Fluorit, Baryt, Calcit, Dolomit, Galenit, Chalkopyrit und Sphalerit in permo-triassischen Kalksteinschichten. Die in der Mehrzahl weißen bis farblosen Baryte, welche bis über 10 cm groß werden, kommen i.d.R. paraganetisch mit Fluorit und Dolomit vor und bilden außergewöhnlich attraktive, farblich kontrastreiche Stufen. Die schönsten Kristalle stammen aus der Mina Moscona bei Solis; den Gängen Emilio und Jaimina im Bergbaurevier Berbes-Caravia, der Mina Cucona bei Villabona und von La Collada, 15 km S der Küste beim Ort nahe der Straße Pola de Siero-Gijón.
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Bergbaurevier La Union, Murcia
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Portman -Bergbaurevier La Union, Murcia
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Portman - Bergbaurevier La Union, Murcia
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Sierra de Lujár, Provinz Granada
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Las Herrerias, Almeria
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Bergbaurevier La Union
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Bergbaurevier La Union, Murcia
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Linares, Jaen
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Bergbaurevier La Union, Murcia
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Mina Moscona, Solis, Asturias
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Baryt auf Fluorit
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Baryt auf Fluorit
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Literatur
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Belgien
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Tschechien
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Frankreich
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Polen
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Griechenland
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Kaukasus
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Gewöhnlicher Baryt, meist mit Mn-Oxid verfärbt
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Weißer, blättriger Baryt; typisches Vorkommen
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Baryt in Kristallen, welche bis über 20 cm erreichen
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Baryt mit eingeschlossenem Malachit, auf Malachit
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Malachit pseudomorph nach Baryt; 2 Generationen,
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Baryt von Tsumeb, Namibia (selten)
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Baryt, durch eingeschlossenen Malachit grün verfärbt
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Orangerote, glänzende blockige Kristalle
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Baryt mit weißen Phantomen; Begl. etwas Calcit
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Marokkos größte Barytkristalle wurden 1947 in der Grube Mefis im Bergbaugebiet Taouz gefunden; sie erreichten Größen bis 46x16 cm, mit einem Gewicht bis zu 30 kg. In einer französischen Privatsammlung finden sich bis zu 28 cm große Kristalle auf Matrix. Die wohl schönsten Baryte Marokkos stammen aus den Bleierz-Lagerstätten der Haute Moulaya (die bekanntesten sind Mibladen und Aouli), Provinz Khenifra. In beiden Lagerstätten ist Baryt eines der häufigsten Mineralien. Aus Aouli kommen schöne Paragenesen mit gelbem Fluorit, Galenit und Quarz sowie typische kugelig-rosettenartige Aggregate (sog. Nuß-Baryte), aus den Erzgängen bei Mibladen, in welchen Baryt die wichtigste Gangart bildet, sehr schöne weiße, aber auch rostrot und selbst tiefschwarz durch Fe-/Mn-Oxide verfärbte blättrige bis rosettenartige Kristalle, oft attraktiv vergesellschaftet mit Vanadinit und/oder Cerussit.
Vom Jebel Irhoud, einer großen Barytlagerstätte in der Provinz Safi, kommen große plattige Barytmassen sowie tafelige grobblättrige Kristalle bis über 20 cm. Das Vorkommen ist bekannt für Barytzwillinge, verzerrte Kristalle, für seine Formenvielfalt und seine garben- und hahnenkammförmigen Aggregate. Feine tafelige, tw. transparente Barytkristalle kommen nicht selten in den basaltischen Geoden, oft mit Chalcedon in Sidi Rahal und am Tizi n' Tichka im Hohen Atlas vor. Bekannt sind sehr große Perimorphosen von Quarz nach Baryt.
Baryt in Kalksteinschichten, meist in Pb-Zb-Erzprovinzen, kommt neben Marokko häufig und abbauwürdig in Algerien (Große Kabylei, E von Algier, Keddara, Bou Mahni und Palestro) und Tunesien (Hammam Sedidi, Jebel Staa, Bou Jaber) vor. Die größten Vorkommen jedoch liegen in Carbonatiten, wie z.B. den Carbonatitböden von Uganda. Von geringerer Bedeutung sind Vorkommen in Horn- und Sandsteinen, Quarziten und Laven wie in Südafrika (Gamsberg, Blauwboschkuil, Schoonord, Goudmyn, Richterveld u.v.a.). Im Kongo (ehem. Zaire) gibt es Barytvorkommen bei Madimba, am Fluss Bangu, Im Lueshe-Carbonatit und im Shaba-Kupfergürtel. Eines der größten Barytvorkommen Afrikas ist der Sukulu-Carbonatit NE vom Lake Malawi.
Sammlungswürdige Baryte aus den unzähligen afrikanischen Vorkommen sind eher selten. Dazu gehören Tsumeb und Rosh Pinah in Namibia, diverse Funde aus der Kupferprovinz im Kongo und Nathace nahe Mlanje in Malawi.
Literatur
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Cerro Warihuyin, Huanuco, Peru
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Cerro Warihuyin, Huanuco, Peru
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Peru ist ein barytreiches Land mit unterschiedlichsten Lagerstätten-Typen. Das Mineral kommt sowohl als Gangart in den zahlreichen Erzlagerstätten der Anden, sowie als barytreiche Schichten in Mississippi-Valley-Typ stratiformen Lagerstätten vor.
Baryt als Sammlermineral gelangte schon vor über 40 Jahren auf die europäischen und amerikanischen Märkte. Am herausragendsten waren Barytstufen mit bis zu 22cm großen Kristallen in vielen kg-schweren Stufen aus San Genaro, Provinz Castrovirreyna, Departamento Huancavelica. Die Baryte waren meist mit Quarz und Sulfiden assoziiert. Typische Barytkristalle sind im Inneren weiß und werden zu den Kanten hin transparent.
Spektakuläre Neufunde seit ca. 2003 in Form flachtafeliger, meist transparenter hellbläulicher, gelblicher bis farbloser Kristalle auf Dolomit kommen vom Steinbruch Miraflores am Cerro (Berg) Warihuyin (Huarihuayin), 2.850 m hoch, Provinz Huamalies, Departamento Huanuco. Die Baryte sind oft vergesellschaftet mit Galenit (Der Fundort wird oft falsch angegeben oder interpretiert).
Weiter bekannte tafelige Barytkristalle, manchmal attraktiv auf Wurtzit, Galenit oder Pyrit, stammen aus Huanzalá, Huallanca, Provinz Dos de Mayo, Huanuco, wo Baryt seltener auftritt, wenn, dann jedoch in guten Stufen. Ein weniger bekanntes Vorkommen blättriger weißer Baryte ist der Julcani-Distrikt, Provinz Angaraes, Departamento Huancavelica; die Kristalle sind manchmal attraktiv mit kleinen goldgelben Sideriten bestäubt. Von der Mina Herminia in Julcani kamen in den 1970er Jahren Kristalle bis 25 cm. Bis über 10 cm große flachtafelige weiße Baryte auf Tetraedrit, vergesellschaftet mit Stibnitkristallen, sind von Raura, Provinz Cajatambo, Departamento Lima bekannt; auch von den Huaron-Gruben, Provinz Cerro de Pasco, Departamento Pasco.
Literatur
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Meikle Mine, Elko County, Nevada
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Books Cliff, Grand Junction County, Colorado
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In den USA gibt es tausende von Barytvorkommen, sowohl abbauwürdige Lagerstätten als auch Fundstellen, welche Barytkristalle von allerhöchster Qualität hervorgebracht haben (und bringen). Welche die schönsten sind, ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Zweifelsohne gehören jedoch die goldbraunen, hochglänzenden Baryte vom Elk Creek in South Dakota, welche bis zu mehr als 30 cm groß werden, zu den weltbesten. Die Kristalle sitzen meist auf gelber Calcitmatrix, kommen jedoch auch häufig als Einzelkristalle vor. Das Sammelgebiet Stoneham im Weld County, Colorado, ist seit Jahrzehnten für hellblaue Baryte bekannt, die in Ton vorkommen; die Kristalle sind u.a. als Doppelender ausgebildet und erreichen Größen bis über 30 cm. Das reiche Vorkommen wird zur Zeit weiter ausgebeutet.
An dritter Stelle - was die Schönheit und Perfektion betrifft, steht die Meikle Mine N von Carlin, Elko County, Nevada, in welcher goldhaltiger Pyrit abgebaut wird. Die meist goldgelben, komplett wasserklaren Barytkristalle werden bis 20 cm groß und kommen in Geoden vor. Weiter bekannte US-Vorkommen sind die Magma Mine nahe Superior (goldgelbe bis fast schwarze Kristalle) und die Welden Mine im Pima County, Arizona, wo der Baryt in Kugeln bis 9 cm vorkam; des Weiteren die Klippen auf der Halbinsel Palos Verdes in Kalifornien, sowie Baryte aus Colorado (Eagle Mine, Sherman und Black Cloud Mines bei Leadvolle), Colorado.
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Magma Mine, Superior/Pioneer District, Pimal County, Arizona
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Elk Creek, Meade County, South Dakota
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Elk Creek, Meade County, South Dakota
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Denton Mine, Harris Creek, Hardin County, Illinois
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Denton Mine, Harris Creek, Hardin County, Illinois
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Stoneham, Weld County, Colorado
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Palos Verdes Halbinsel, Los Angeles County, California
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Rock Candy Flussspat-Grube, nahe Grand Forks
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Muddy Creek, Rio Grande County, Colorado
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Sherman Tunnel, Leadville District, Lake Couny, Colorado
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Minerva #1 Mine, Hardin County, Illinois
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Meikle Mine, Elko County, Colorado
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Literatur zur Fundstelle
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Ebian, Sichuan
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Baryt-Doppelender auf Quarz
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China verfügt über zahlreiche abbauwürdige Barytvorkommen, verteilt auf unterschiedliche Provinzen. Seit einigen Jahren nimmt auch das Angebot teilweise ausgezeichnet ausgebildeter Barytkristalle in prächtigen Stufen zu und dürfte noch zunehmen. Die bekanntesten Vorkommen liegen in der Provinz Sichuan (Barytlagerstätte Gongga, Ningnan; mit Quarz von Ebian und Jinkouhe, Ebian (honiggelbe scharf ausgebildete Baryte); mit sulfidischen Erzen in der Provinz Jianxi (Qingjiang,Wuning; Ganzhou Dayu, Dayu); mit Fluorit, Galenit, Sphalerit und/oder Sulfiden in Hunan (Taolin, Linxiang); Chatian, Fenghuang; Xianghuapu, Linwu; Xikuangshan, Lenshuijiang (Antimon-Grube); mit Stibnit in Henan (Zhang'ergou, Lushi). Weitere Vorkommen in Guizhou und Yunnan. Ein weiteres neues Vorkommen ist die polymetallisch reiche vulkanische Ag-Lagerstätte Gacun in Sichuan.
Aufgrund der Formen- und Farbenvielfalt der chinesischen Baryte, wobei es nicht selten ist, dass unterschiedlich gefärbte Kristalle aus der gleichen Grube kommen, wird auf eine Typisierung verzichtet. Wie so oft, sind Fundortangaben chinesischer Vorkommen nicht immer korrekt, werden verfälscht oder es wird einfach die nächste Großstadt angegeben.
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Ganzhou, Dayu, Jianxi
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Ebian, Sichuan
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Ganzhou, Dayu, Jianxi
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Henyan, Hunan
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Gangzhou, Dayu, Jianxi
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Literatur