Mineralienatlas
Jade
|
Englisch: Jadeite; Spanisch: Jadeita
Der Name Jade steht sowohl für das Mineral Jadeit, einem eigenständigen Mineral der Pyroxengruppe als auch für die Aktinolith-Varietät Nephrit (Amphibolgruppe sowie das metamorphe Gestein Jadeitit). Sowohl Jade als auch Nephrit sind keine eigenständigen Mineralien.
Nephrit wurde in der Vergangenheit für ein edles Mineral gehalten, kommt aber häufiger vor als Jadeit und ist weicher.
Das seltene Pyroxenmineral Jadeit ist selten in prismatischen (domierende Formen {110}, {111} und {100}) Kristallen ausgebildet, welche Spaltflächen bis zu 1 cm zeigen können. Gewöhnlich tritt das Mineral massiv (kompakte Massen), faserig und körnig auf. Die Spaltbarkeit auf {110} ist gut; der Bruch ist splitterig; massive Aggregate sind sehr zäh. Die Härte beträgt 6-7, die kalkulierte Dichte 3,330. Jadeitkristalle und dünne Schichten sind durchscheinend; die Farbe ist smaragd-, lauch-, bläulichgrün, grünlichweiß, weiß (mit seltenen grünen Flecken), selten blau oder violett. In dünnen Schichten ist das Mineral farblos
Jadeitit ist ein metamorphes Gestein, welches in hochdruckmetamorphen Gesteinen der Glaukophan-Fazies oder als Bestandteil von Eklogiten, assoziiert mit Subduktionszonen (bzw. Zonen mit komplexen tektonischen Bewegungen) in isolierten, metasomatisch gealterten Gesteinskörpern in Serpentinit vorkommt. Das Gestein Jadeitit besteht fast gänzlich aus dem Pyroxenmineral Jadeit.
Die bekanntesten Jadeitit-Vorkommen finden sich in metasomatisch gebildeten Peridotit-Protolithen von Taw-Maw im Gebiet Myitkyina-Mogaung, Kaching, in Myanmar; Manzanal im Motagua-Tal, nahe der Sierra de las Minas in Guatemala (die Motagua-Subduktionszone ist die Grenze zwischen der Karibischen und der Nordamerikanischen tektonischen Platte), die Dominikanische Republik, das Gebiet Ohmi entang der Flüsse Hashidate und Kotake im Niigate-Ken sowie Vorkommen bei Shibukawa, Gumma-Ken in Japan, am Baikal-See in Sibirien, Russland sowie in Kasachstan und die Küstenzonen des westlichen Nordamerika (u.a. Jadeit-Kristalle in Jadeitit-Blöcken (boulders) am Russian River, ca. 3,5 km N vom Sonoma-Mendocino County, nahe Cloverdale; am Clear Creek nahe New Idria inm San Benito County und an mehreren Stellen im Mendocino County, Kalifornien).
Die wichtigsten Begleitmineralien sind Albit, Quarz, Muskovit, Omphacit, Glaukophan, Calcit, Aragonit, Analcim und Zeolithe.
Verschiedene andere Mineralien oder deren Varietäten, welche fälschlicherweise als Jade bezeichnet werden:
Das, was im Westen als Jade bezeichnet wird, war im Orient sowohl Jadeit als auch Nephrit, wobei diese je nach Qualität, Farbe und Glanz in chinesisch (Yü, Pi, Fen, Fu; die begehrteste Farbe hieß fei-ts`ui), im burmesisch Hmaw sit sit, Lat yay, Pan-tha etc., die begehrteste Farbe Mya yay oder yay kyauk), in japanisch und koreanisch als magatama, in indisch ashtatmaka genannt wurde.
Für die Orientalen gab es keinen Unterschied zwischen Jadeit und Nephrit, sehr wohl aber für die Qualität vor und nach der Verarbeitung. Ohne den mineralogischen Unterschied zu kennen, wusste man sehr wohl die jeweiligen Steine nach Vorkommen, Aggregaten, Farben, Oberflächen, Sprüngen etc. einzuteilen. Hierbei ist interessant, dass es sowohl in China als auch in Burma Namen und Beschreibungen für blut- bis zinnoberrote, gelbe, lackschwarze und selbst indigoblaue Jade gibt. Am begehrtesten war jedoch, seit dem Neolithikum über Konfuzius bis heute, die durchscheinend grasgrüne Farbe.
Die Verwirrung bezüglich der westlichen Begriffe Jadeit und Nephrit begann mit der Arbeit des französischen Geologen Alexis Damour, welcher den von den Spaniern aus Südamerika gebrachten "lapis nephriticus" als Pyroxen-Jadeit und die orientalische Varietät als Nephrit bezeichnete. Der "piedra de Ijada" (von dem das Wort Jade abstammt) wurde auch als "Piedra de los rinones = Stein der Nieren / für die Nieren" bezeichnet, daraus lateinisiert "Lapis nephriticus". Diese grünen Steine wurden von den Einwohnern der von den Spaniern kolonialisierten Länder als Amulette gegen Krankheiten getragen .