Wasserbauliche Definition
In der Wasserwirtschaft wird damit jeglicher Transport fester Stoffe in einem Fluss benannt. Die Bundesanstalt für Wasserbau untersucht z.B. den Geschiebetransport durch den Ebbe- und Flutstrom in der Unterelbe durch Ermittlung der sogen. Tidekennwerte, während die Abwasserbranche darunter besonders die unerwünschten am Boden von Abwasserleitungen sich ablagernden Feststoffe versteht.
Nach wasserbaulicher Definition bezeichnet man mit Geschiebe den Anteil der Feststoffe, der gleitend, rollend oder springend auf der Flußsohle bewegt wird. Das von Fließgewässern abgelagerte Gesteinsmaterial wird als fluviatiles Sediment bezeichnet.
Dentale Definition
Sucht man im Internet nach diesem Begriff, trifft man häufig auf Texte aus dem Dentalbereich. Unter Geschiebe wird dort eine anspruchsvolle Technik zur Fixierung von Zahnprothesen verstanden.
Geologische Definition
Als Geschiebe bezeichnet man Gesteine, die während der vergangenen Eiszeiten durch Gletscher transportiert wurden (Gletschergeschiebe) und nach dem (vorläufigen) Verschwinden des Eises großflächig abgelagert wurden. Geschiebe sind vielfach die einzigen und damit unwiederbringlichen Dokumente der ehemaligen Bedeckung Nordeuropas.
Das von Gletschern abgelagerte Gesteinsmaterial, das infolge des Eistransports vielfache charakteristische Schrammen aufweist und daher gekritztes Geschiebe genannt wird, bildet glazigene Sedimente wie Moränen bzw. Tillite.
Geschiebe beinhalten oft Fossilien. Die meisten Geschiebeinteressierten beschäftigen sich mit Fossilien.
Der Mineraloge und Petrograph Prof. Roland Vinx, Hamburg, benutzt in seinem gerade erschienenen und m. E. sehr wichtigen neuen Buch „Gesteinsbestimmung im Gelände“ zur leichteren Unterscheidung vorsichtshalber den Begriff
„Glazialgeschiebe“.
Das Geologische Wörterbuch von MURAWSKI & MEYER unterscheidet sehr genau zwischen „Flussgeschiebe” und „Geschiebe”. Es gilt hier, in diesem Kontext, die für Geologen gültige Definition, wonach Geschiebe auf Gletschereistransport begrenzt ist. Dabei kann es sich um große Findlinge, wie den 217 Tonnen schweren "Alten Schweden" aus der Elbe in Hamburg-Övelgönne handeln oder um kleinste Tonpartikel in einem Geschiebemergel. Es können aber auch große Gesteinsschollen sein, die vom Gletscher aus dem Untergrund herausgerissen und über weite Strecken verlagert worden sind.“
Leitgeschiebe
Unter einem Leitgeschiebe versteht man ein Gestein, dessen Herkunftsgebiet genau bekannt ist. Zusätzlich muß dieses Gebiet klein genug sein, um bei der Rekonstruktion der eiszeitlichen Gletscherbewegungen hilfreich zu sein. Weiterhin muß ein Leitgeschiebe genügend markante und unverwechselbare Merkmale haben, um sicher identifiziert werden zu können.
Leitgeschiebe
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Herkunft
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Alter
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Rhombenporphyr
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Herkunft: Oslogebiet
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Faxekalk
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Insel Sjælland, Dänemark
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Tertiär
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Pyterlit
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Pyterlachti in Südostfinnland
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Åland-Rapakiwi
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Åland-Inseln
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Scolithensandstein
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Ostsee vor der schwedischen Südostküste
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Beyrichienkalk
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Ostsee vor der schwedischen Südostküste
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Ostseequarzporphyr (braun und rot)
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Ostsee vor der schwedischen Südostküste
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Präkambrium
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Julier-Granit
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Alpen Inngletscher
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Bergung / Großgeschiebe
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