Rumänien/Maramures, Kreis/Baia Mare/Herja Mine (Herzsabánya)

 
 

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Die Herja Mine (Herzsabánya)

Steckbrief

Land

Rumänien

Region

Maramures, Kreis / Baia Mare / Herja Mine (Herzsabánya)

GPS-Koordinaten

Baia Mare - Herja Mine - N 47°42'07,56" E 23°39'07,54"

Topographische Karte

Anfahrtsbeschreibung

Die Mine Herja (Ungarisch=Herzsabánya; Deutsch=Neustadt, ehemals Frauenstadt) befindet sich in der Bergbauregion Baia Mare. Die Lagerstätte Herja liegt ca. 7km nordöstlich von der Bezirkshauptstadt Baia Mare und befindet sich am südlichen Rand des Gutiner Gebirges. Das Gutii-Gebirge gehört zur Großregion des Maramures-Gebirges und grenzt im Norden Rumänien an die Ukraine.

Aufschlussart

Grube und Halden

Geologie

Blei- und Zinkerzlagerstätte mit hydrothermalem Gangsytem.

Zugangsbeschränkungen

nicht bekannt

Letzter Besuch

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

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Ausführliche Beschreibung

BILD:1113840508

Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung des Bergbaues geht auf das Jahr 1576 zurück. Herja ist eine Pb-Zn-Cu-Lagerstätte mit untergeordneten Gehalten an Au und Ag. Zu Zeiten der kommunistischen Regierung hatte die Grube eine Ausdehnung von 86 Stollenkilometern, welche auf 19 Sohlen verteilt waren. Die Sohlen befinden sich im Bereich zwischen 560 und 34m üNN. Heute ist die Bergbautätigkeit in Herja auf Grund marktwirtschaftlicher Rentabilität auf die Sohlen V und VI beschränkt, diese befinden sich im Niveau 220m bzw. 180m üNN. In den letzten Jahren, wurde die Förderung und auch die Belegschaft immer mehr zurückgefahren. Man spricht sogar davon die Grube aus wirtschaftlichen Gründen stillzulegen.


Geologie

Die 400-800m langen Gänge streichen in Nordost-Südwest-Richtung und sind im Mittel 2 m breit. Abgebaut wurden sie bis in eine Tiefe von 600 m. Das hydrothermale Gangsystem dieser Erzlagerstätte, durchdringt Pyroxenführende Andesite bzw. Quarzdiorite. Von dem Intrusionskörper ausgehend durchdringen die hydrothermalen Gänge in paralleler Ausrichtung das Nebengestein und sind zum Teil oberflächlich aufgeschlossen (z.B. der Salan-Gang bei 619m üNN). Die südliche Ganggruppe entspringt den Pyroxen-Andesit-Komplex direkt, und ist somit reich an Vererzungen, wogegen die nördliche Ganggruppe durch alterierte Sedimente schlägt, und den ertragsärmeren Bereich Herjas bilden. Die Textur der Gänge und Ganggruppen ist Teils massiv, gebändert, brekziös oder konzentrisch. Als Gangarten treten Quarz, Calcit, Siderit und Dolomit auf.


Mineralien

In Herja sind über 100 Erzgänge identifiziert worden, die bekanntesten sind dabei die Gänge Salan, Nepomuc, Ignatiu und Clementina. Es werden die Hauptmineralien Bleiglanz, Zinkblende und Magnetkies abgebaut. Die Erze werden im 3km südlich gelegenen Ferneziu verhüttet. Des weiteren befinden sich in den Gängen seltene Mineralstufen und Mineralparagenesen von Sulfiden, Sulfosalzen, Carbonaten, Phosphaten sowie Silikaten. Besonders zu nennen sind das Pb-Ag-Sb-Sulfid Fizelyit (Typlokalität Herja), Antimonit, Boulangerit, Semseyit, Calcit, Jamesonit, Vivianit und Cronstedtit. Die Minerale aus Herja sind bei vielen Mineraliensammlern rund um den Globus sehr beliebt.

Der sogenannte "Schmelzbleiglanz" ist typisch für Herja; das ist Galenit mit abgerundeten Ecken. Im Galenit enthaltenes Silber wird bei der Verhüttung abgesondert und genutzt. Andere Minerale sind:

  • Melanterit, dessen Farbe anfangs blau bis grün ist, aber im Laufe von Verwitterungsprozessen verblasst
  • "Diamanten von Maramures" - Doppelenderquarze, zum Teil mit Einschlüssen von Jamesonit und Boulangerit -
  • diverse Sulfosalze, wie z.B. Jamesonit und Plumosit

(Quellen: DUNNING 1982; MÖLLER 1986; HUBER & MURESAN 1996; COOK & DAMIAN 1997)

Fundstellen-Bildertabelle (7 Bilder insg.)

Blickrichtung Stolleneingang
Aufrufe (Bild: 1178975477): 403

Blickrichtung Stolleneingang

Herja Mine, Baia Mare, Maramures, Rumänien; Aufnahme: 2004

Copyright:

Frank de Wit

Beitrag: Klinoklas 2007-05-12

Zusatzinfo   F 
Aufbereitungsanlage
Aufrufe (Bild: 1178975083): 418

Aufbereitungsanlage

Herja Mine, Baia Mare, Maramures, Rumänien; Aufnahme: 2004

Copyright:

Frank de Wit

Beitrag: Klinoklas 2007-05-12

Zusatzinfo   F 
Herja Mine
Aufrufe (Bild: 1113840508): 407

Herja Mine

Herja Mine

Copyright:

Frank de Wit

Beitrag: Mineralienatlas 2005-04-18

Zusatzinfo   F 
Stalaktiten
Aufrufe (Bild: 1178975368): 397

Stalaktiten

Herja Mine, Baia Mare, Maramures, Rumänien; Aufnahme: 2004

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Frank de Wit

Beitrag: Klinoklas 2007-05-12

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Fördergerüst
Aufrufe (Bild: 1178974941): 378

Fördergerüst

Herja Mine, Baia Mare, Maramures, Rumänien; Aufnahme: 2004

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Frank de Wit

Beitrag: Klinoklas 2007-05-12

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Bergwerksgebäude und Mundloch
Aufrufe (Bild: 1178975252): 92

Bergwerksgebäude und Mundloch

Herja Mine, Baia Mare, Maramures, Rumänien; Aufnahme: 2004

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Frank de Wit

Beitrag: Klinoklas 2007-05-12

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Halde
Aufrufe (Bild: 1178974666): 92

Halde

Herja Mine, Baia Mare, Maramures, Rumänien; Aufnahme: 2004

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Frank de Wit

Beitrag: Klinoklas 2007-05-12

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Mineralien (Anzahl: 44)

Legende: Mineral -> anerk. Mineral; Mineral (TL) -> Mineral Typlokalität; (TL) kursiv -> Typl. vererbt aus Teilfundstelle; 'Mineral' -> kein anerk. Mineral; B -> Bilder vorh.; 5 -> Anz. Fundst. d. Region in denen das Mineral vorkommt; M -> Verweis zur Mineralseite; i -> Informationen etc.; r -> Referenzangaben; Mineral ? -> Vorkommen zweifelhaft, fragwürdig

Arsenopyrit B M
Fluorit i B M
Pyrrhotin B M
Baryt B M
Freibergit i B M
Quarz B M
Berthierit i B M
Freieslebenit M
Realgar M
Boulangerit M
Fülöppit M
Römerit M
Bournonit B M
Galenit B M
Rozenit M
Calcit i B M
Gips i B M
Semseyit B M
Chalkanthit M
Gold M
Siderit B M
Chalkopyrit B M
Heteromorphit M
Sphalerit B M
Chalkostibit M
Jamesonit B M
Stibnit i B M
Cronstedtit M
Magnetit M
Tetraedrit i M
Cubanit M
Manganit M
Twinnit M
Diadochit M
Markasit B M
Veenit M
Diaphorit M
'Parajamesonit' (TL) M
Vivianit M
Dolomit M
'Plumosit' B M
Zinkenit M
Fizélyit (TL) i B M
Pyrit B M

Gesteine (Anzahl: 0)

Fossilien (Anzahl: 0)

Mineralien-Bildertabelle (71 Bilder insg.)

Antimonit (Stibnit)
Aufrufe (Bild: 1266312522): 126

Antimonit (Stibnit) (SNr: 003)

5,3x5,0x3,5 cm, Herja Mine (Kisbanya), Baia Mare (Nagybanya), Kreis Maramures, Rumänien; Aggregat aus nadelförmigen Antimonitkristallen mit typisch metallischem Glanz.

Sammlung:

ingo

Copyright:

ingo

Beitrag: ingo 2010-02-16

Zusatzinfo   MF 
Freibergit
Aufrufe (Bild: 1262473192): 147

Freibergit

Bildbreite: 10 mm; Fundort: Mina Herja, Baia Mare, Rumänien

Copyright:

Peter Haas

Beitrag: slugslayer 2010-01-02

Zusatzinfo   MF 
Semseyit
Aufrufe (Bild: 1250707055): 256

Semseyit

Kristallgröße: 5 mm; Fundort Mina Herja, Baia Mare, Rumänien

Sammlung:

giantcrystal

Copyright:

slugslayer

Beitrag: slugslayer 2009-08-19

Zusatzinfo   MF 
Stibnit
Aufrufe (Bild: 1263229797): 286

Stibnit

Stibnitkristalle auf Quarz/Dolomit-Matrix. Größe: 4,4 x 3,2 x 1,6 cm, Fundort: Mina Herja, Baia Mare, Rumänien.

Copyright:

Michael Roarke

Beitrag: thdun5 2010-01-11

Zusatzinfo   MF 
Berthierit
Aufrufe (Bild: 1253890218): 298

Berthierit

65x24 mm, Herja Mine, Maramures, Rumänien

Sammlung:

Embarak

Copyright:

Embarak

Beitrag: Embarak 2009-09-25

Zusatzinfo   MF 
Semseyit
Aufrufe (Bild: 1250112167): 189

Semseyit

Bildbreite: 12 mm; Fundort Mina Herja, Baia Mare, Rumänien

Copyright:

Joachim Esche

Beitrag: slugslayer 2009-08-12

Zusatzinfo   MF 

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Koch,S. (1963). Antimonit von Herja/Kisbánya, Rumänien. Der Aufschluss, Jg.14, Nr.4, S.85.
  • Pfleghaar,M. (1981). Galerie - Realgar auf Quarz. Mineralien-Magazin, Jg.5, H.1, S.23-24.
  • Weiner,K.L. & Hochleitner,R. (1984). Steckbrief: Fizelyit. Lapis, Jg.9, Nr.6, S.6.
  • Brandstetter,R. (1996). 'Noroc Bun': Grubenfahrten im rumänischen Bergbaubezirk Maramures - ein Erlebnisbericht. Lapis, Jg.21, Nr.7, S.61.
  • Huber,P. & Muresan,I. (1996). Die Erzlagerstätte Herja. Eisen-, Blei- und Antimonminerale aus der Erzlagerstätte Herja (Herzsabánya). Lapis, Jg.21, Nr.7, S.27.
  • Brandstetter,R. (1999). Aktuelle mineralogische Notizen aus Maramures, Rumänien - Funde und Sammler-Informationen aus den Jahren 1997/1998. Lapis, Jg.24, Nr.3, S.31.
  • Weiß,S. (2007). Neue Mineralien: Lapis, Jg.32, Nr.4, S.38-39.
  • Lieber,W. (2008). Die "Mini-Quarze" von Herja, N-Rumänien. Der Aufschluss, Jg.59, Nr.3, S.167-71.

Quellenangaben

Einordnung