Geschichte
Erste urkundliche Erwähnung des Bergbaues geht auf das Jahr 1576 zurück. Herja ist eine Pb-Zn-Cu-Lagerstätte mit untergeordneten Gehalten an Au und Ag. Zu Zeiten der kommunistischen Regierung hatte die Grube eine Ausdehnung von 86 Stollenkilometern, welche auf 19 Sohlen verteilt waren. Die Sohlen befinden sich im Bereich zwischen 560 und 34m üNN. Heute ist die Bergbautätigkeit in Herja auf Grund marktwirtschaftlicher Rentabilität auf die Sohlen V und VI beschränkt, diese befinden sich im Niveau 220m bzw. 180m üNN. In den letzten Jahren, wurde die Förderung und auch die Belegschaft immer mehr zurückgefahren. Man spricht sogar davon die Grube aus wirtschaftlichen Gründen stillzulegen.
Geologie
Die 400-800m langen Gänge streichen in Nordost-Südwest-Richtung und sind im Mittel 2 m breit. Abgebaut wurden sie bis in eine Tiefe von 600 m. Das hydrothermale Gangsystem dieser Erzlagerstätte, durchdringt Pyroxenführende Andesite bzw. Quarzdiorite. Von dem Intrusionskörper ausgehend durchdringen die hydrothermalen Gänge in paralleler Ausrichtung das Nebengestein und sind zum Teil oberflächlich aufgeschlossen (z.B. der Salan-Gang bei 619m üNN). Die südliche Ganggruppe entspringt den Pyroxen-Andesit-Komplex direkt, und ist somit reich an Vererzungen, wogegen die nördliche Ganggruppe durch alterierte Sedimente schlägt, und den ertragsärmeren Bereich Herjas bilden. Die Textur der Gänge und Ganggruppen ist Teils massiv, gebändert, brekziös oder konzentrisch. Als Gangarten treten Quarz, Calcit, Siderit und Dolomit auf.
Mineralien
In Herja sind über 100 Erzgänge identifiziert worden, die bekanntesten sind dabei die Gänge Salan, Nepomuc, Ignatiu und Clementina. Es werden die Hauptmineralien Bleiglanz, Zinkblende und Magnetkies abgebaut. Die Erze werden im 3km südlich gelegenen Ferneziu verhüttet.
Des weiteren befinden sich in den Gängen seltene Mineralstufen und Mineralparagenesen von Sulfiden, Sulfosalzen, Carbonaten, Phosphaten sowie Silikaten. Besonders zu nennen sind das Pb-Ag-Sb-Sulfid Fizelyit (Typlokalität Herja), Antimonit, Boulangerit, Semseyit, Calcit, Jamesonit, Vivianit und Cronstedtit. Die Minerale aus Herja sind bei vielen Mineraliensammlern rund um den Globus sehr beliebt.
Der sogenannte "Schmelzbleiglanz" ist typisch für Herja; das ist Galenit mit abgerundeten Ecken. Im Galenit enthaltenes Silber wird bei der Verhüttung abgesondert und genutzt. Andere Minerale sind:
- Melanterit, dessen Farbe anfangs blau bis grün ist, aber im Laufe von Verwitterungsprozessen verblasst
- "Diamanten von Maramures" - Doppelenderquarze, zum Teil mit Einschlüssen von Jamesonit und Boulangerit -
- diverse Sulfosalze, wie z.B. Jamesonit und Plumosit
(Quellen: DUNNING 1982; MÖLLER 1986; HUBER & MURESAN 1996; COOK & DAMIAN 1997)
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