Die Grubenanlagen stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Alte Kupferbergwerke. Daneben später auch Gold-Gewinnung. Die Faluner Gruben waren Jahrhunderte lang Europas führender Kupfer-Produzent. Im 17.Jhd. stammten 2/3 der Weltproduktion an Kupfer aus Falun. Falun war nicht nur die weltgrößte Kupfermine, sondern auch Schwedens größte Goldmine bis in die 1920er Jahre. Danach trat sie den Rang an die Boliden-Mine ab.
Die Gesamtmenge des gewonnenen Erzes war ca. 30 Mio.t. Die Menge an gewonnenem Kupfer betrug 400.000t, 500.000t Zink, 380t Silber und 5 t Gold.
Gold, Silber, Blei und Schwefel (Produktion 3,5 Mio.t!) wurden seit 1790 gewonnen, Zink viel später.
Seltene Selenide wurden in den Sulfiderzen gefunden.
Geschichte:
Die Bergbau-Geschichte von Falun begann in der Eisenzeit. Mit Sicherheit begann der Bergbau im 8.Jhd. Die ältesten Dokumente datieren auf 1288, wonach Bischof Peter von Västeras 8 Anteile des Kupferberges, genannt Tiskasjöberg, kaufte.
König Magnus Eriksson bestätigte 1347 besondere Rechte der Yeoman-Bergleute und legte detailierte Regeln fest, wie am Kupferberg abgebaut wird.
Am Ende des 15.Jhd. wurden jährlich 300 t Kupfer gefördert und verhüttet. Der Handel zwischen Schweden und dem Kontinent wurde durch die Hanse getätigt. Diese detailierten Unterlagen können in alten Zoll-Berichten in Lübeck eingesehen werden.
Die 1570er Jahre brachten verbesserte Methoden der Wasserhaltung und Erzförderung, was einher ging mit gestiegenem Bedarf an Kupfer in Europa. Das bedeutete den Höhepunkt für das Bergwerk.
Zur Zeit der schwedischer Größe und Macht im 17.Jhd. lieferte die Mine 2/3 des Kupfer-Bedarfs von Europa. Die Mine war mit 1000 Beschäftigten der größte Industriebetrieb Schwedens. Höhepunkt der Förderung war 1650 mit einer Produktion von 3000 t Rohkupfer jährlich.
Durch planlose und hektische Förderung wurde das Gestein total unterminiert und so erfolgte am 25.Juni 1687 ein Bergsturz größten Ausmasses, wobei der heutige Tiefbau entstand. Dies leitete das Ende der hohen Förderung ein.
Das "große Loch" ist 95 m tief und 350 m lang.
Im 18.Jhd. zerfiel der Kupfer-Bergbau rapide. Die Betreibergesellschaft stieg um auf Eisen-Erzeugung und Holzeinschlag. Die Herstellung der bekannten schwedischen "roten Farbe" entstand als Notlösung. Im 19.Jhd, wurde das fortgesetzt und 1888 wurde die alte Bergbaugesellschaft umgewandelt in die Stora Kopparbergs Bergslags AB.
1881 fand ein Scheidejunge Gold, was zu einem neuen Boom führte, wobei man insgesamt 5 t Gold förderte. Im 20 Jhd. wurde die Kupferproduktion nur noch eine Nebensache. In der Hauptsache förderte man Pyrit und Zinkerz.
1969 wurden die ältesten Teile der Mine der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am 8.Dezember 1992 endete die letzte Bergbauaktivität in der Falun Mine.
Das Minengebiet:
Das Gebiet um die Falu-Gruva ist ein einzigartiges historisches Bergwerksmuseum. Und Falun hat schon eine bewegte Geschichte. - Rund um das große Loch (Stora Stöten) ist ein beliebter Rundweg mit Aussichten (auch Plattformen) auf die verschiedenen Teile der Grube und verschiedene Abbaumethoden. Viele der Original-Gebäude stehen noch in und um der Mine als Relikt vergangener Zeiten. Einige der Gebäude sind im Sommer geöffnet. Und es gibt genügend alte Abraumhalden. Im N und NW sind große Schlackenhalden als Rückstand der Kupferschmelze. Die Farbenfabrik erzeugt immer noch das Falun-Rot aus dem "Roten Dreck", der S der Grube als Haufwerk herumliegt.
In der Stadt liegen noch viele der alten Gebäude. So wurden ab 1860 mit der Neugestaltung das Kupfer- und Eisenvitriol-Werk, die Aufbereitung, die Kupfer- und die Zink-Schmelze NW von Hanröbon neu gebaut. Neben der Zink-Schmelze steht ein 25 m hoher Schornstein aus Schlackensteinen, gebaut 1878-79. Dieser war ursprünglich 60 m hoch, wurde dann wegen Instabilität des Untergrunds nach gefährlicher Schieflage gekürzt. - Hier am Fluß ist auch die Silberschmelze, die 1790 begann. Die momentane neue Silberhütte wurde nach einem Brand 1884 aus Schlackensteinen gebaut. Bis 1920 erzeugte man hier Silber und Gold. In dieser Zeit war die jährliche Produktion an Silber 250 kg und an Gold ca. 100 kg. - Am Hanröbon wurde ein kleines Kraftwerk 1899 aus Ziegelsteinen gebaut und gegenüber ein Lagerhaus aus Schlackensteinen sowie ein hölzernes Torhaus in Falun-Rot mit einem Glockentürmchen für Beginn, Ende und Pausen. Im NW des Gebietes wurde 1910 eine Schwefelsäure-Fabrik gebaut. Die Stora Kopparberg-Stiftung ist Eigentümer der Silberschmelze, des Kupfer-Vitriol-Werks und der Zink- und Kupfer-Schmelze. Diese Gebäude sind bekannt als "Stadsbruken" (Stadt-Gebäude) und sind in der Liste historischer Monumente.
Grubenmuseum und Besucherbergwerk:
Adresse: Gruvgatan 44, Falun, www.falugruva.se
Die Königin Kristina bezeichnete das Kupferbergwerk von Falun als ein "schwedisches Kleinod". Ihre Beschreibung ist im Hinblick auf seine grosse Bedeutung für das damalige Schweden sehr zutreffend. Wenn auch das Bergwerk heute seine wirtschaftliche Bedeutung verloren hat, ist es immer noch ein international anerkanntes Juwel schwedischer Sehenswürdigkeiten. Das Bergwerk hat immer schon seine Besucher fasziniert. Der Botaniker Carl von Linné beschrieb es als "das grösste Wunder Schwedens, aber schrecklich wie die Hölle".
Die Grube ist immer noch ein Wunderwerk und ein Besuch in der Grube ist ein beeindruckendes Erlebnis, eine spannende Führung durch ein Jahrtausend. Neben dem gewaltigen Krater (Stora Stöten), der im Jahre 1687 entstand, liegt das Grubenmuseum, in dem mit zahlreichen Gegenständen die 1000jährige Geschichte des Bergwerks dokumentiert wird.
Seit der Jahrtausendwende gehört das Bergwerk von Falun mit dem Grubenmuseum und den Hütten "Åg", "Svartnäs", "Korså" und "Vintjärn" zur Stiftung "Stora Kopparberget".
Öffnungszeiten:
Vom 1.2. bis 31.5. Mo-Fr täglich 14.00 Uhr. Sa - So 12.00 und 14.00 Uhr Führungen. Von Juni bis August jeweils 2 - 4 Führungen.
Eintrittspreise:
Erwachsene: 150,- Kr; 3- 15 Jahre: 50,- Kr. Museum plus Führung durch die Grube.
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