Mineralienatlas
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Mineraliensammeln in der TürkeiDie Türkei ist ein sehr mineralreiches Land mit ausgiebigen Lagerstätten, dominierend Borate, Cr-, Cu-, Au-, Pb-, Zn-, Fe-Erzen und Seltenen Erden. Es gibt auch heute noch eine Fülle von in Betrieb stehenden Bergwerken und Steinbrüchen, insbesondere im westlichen Teil der Türkei, aber auch Bergwerke im teilweise schwer zugänglichen Osten. Weitverbreitet herrscht die Meinung, dass das Sammeln und insbesondere die Ausfuhr von Mineralien aus der Türkei verboten ist. Dies ist grundsätzlich nicht der Fall! Tatsächlich ist Mineraliensammeln und die Mitnahme auch größerer Mengen im Fluggepäck (Achtung: Freigepäck-Limitierung auf 20 bzw. 30 kg beachten) problemlos möglich. Die Zollbeamten achten jedoch sehr darauf, dass archäologisches Material nicht aus dem Land geschmuggelt wird und können daher bei Mineralien mitunter etwas skeptisch werden. Freundlich und höflich sein, erklären, dass man geologisch-mineralogisch interessiert ist und im Zweifelsfall den Beamten die Stücke vorlegen, dann gibt es eigentlich keine Probleme (Erfahrungen von mittlerweile vier Sammlerreisen). Das Gesagte gilt ausschließlich für das Sammeln und die Ausfuhr von Mineralien, nicht für Fossilien! Das Sammeln und insbesondere die Ausfuhr von Fossilien aus der Türkei ist verboten. Ein ausgesprochen fragwürdiges Gesetz, aber so ist die herrschende Rechtslage in der Türkei nun einmal. Schließlich muss gesagt werden, dass das Betreten von Steinbrüchen und Bergwerken in der Türkei grundsätzlich sehr einfach ist, wobei die englischen/deutschen Sprachkenntnisse der Türken aber insgesamt eher gering sind. Gerade in Bergbauregionen findet man selten Türken, die andere Sprachen sprechen oder verstehen, was die Verständigung mit den an sich sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen der Türkei oft schwierig gestaltet. Die bekanntesten Fundstellen für sammlungswürdige Mineralien sind: Mihaliccik, Provinz Eskisehir, Zentral-AnatolienDas klassische Vorkommen von Meerschaum (Sepiolith), welches hauptsächlich für Pfeifen und Schmuckgegenstände verarbeitet wird. Desweiteren bekannt für das Mineral Loughlinit. Weitere Fundstellen für Meerschaum liegen beispielsweise bei Beyazaltin (deutsch: Weißes Gold) unweit von Eskisehir. Kop Krom Grube, Kop Daglari, Provinz Erzurum, Ost-AnatolienVon hier kamen die wohl weltweit besten Kämmererite (mineralog. ein lavendel-tiefpurpurroter Cr-haltiger Klinochlor) in Kristallen bis mehrere cm Größe, des weiteren Uwarowit und Artinit. Beypazari, westlich AnkaraGroße Soda-/Tronalagerstätte in Entwicklung. Zu finden sind gute Kristalle von Nahcolith, Trona und anderen Na-Ca-Sulfaten. BursaJadeit-Vorkommen in Bursa-Harmancik Harmancik liegt etwa 90 km südlich von Bursa und ist weltbekannt für den purpurnen Lavendel-Jadeit sowie auch für wichtige große Chromit-Lagerstätten. In der Umgebung von Harmancik sind auf dem Felde teilweise Riesenjadeite zu begegnen, die weitaus über einer Tonne wiegen können. Leider ist das Vorkommen von Jadeit nicht homogen. Gemäß Analysen soll der Lavendel-Jadeit mit einem etwa 46-prozentigen Gehalt im Gestein gebildet worden sein. Oft bildet Jadeit das Gestein mit Quarz zusammen (Albit -> Jadeit + Quarz). Jadeit kommt auch öfters in den Farben grau und weiß und seltener grün vor. Purpurner Jadeit ist höchstwahrscheinlich aufgrund Zirkulationen manganhaltiger Lösungen während des Hochdruckmetamorphose Prozesses entstanden. Chrom-Lagerstätten um Harmancik und Orhanelidie schon um 1850 entdeckten und erforschten Chromit-Gebiete im Peridotit-Massiv um Harmancik zeigen meist brüchige, körnerhaltige Chromit-Kristalle (teilweise bis zu einigen cm) im gelbgrünen Serpentin (Varietät Bastit vermutlich). Beim Abbau vom Chromit ist im Serpentin teilweise Knollenmagnesit zu finden. Als Paragenese von Chromit hat sich Kämmererit (als gesteinbildendes Mineral), Uwarowit, Smaragdit und Magnetit gebildet. Cakmakkaya-Grube, Murgul, Provinz Artvin, Region Schwarzes MeerEine seit 1985 operative Kupfergrube (Black Sea Copper Works Corp.). Neben einer Sequenz imprägnierter Sulfide und Telluride (darunter Hessit und Matildit) ist das Vorkommen für hervorragend ausgebildete Pyrit-Oktaeder und Pentagondodekaeder bis mehrere cm Größe bekannt geworden. Daneben kommen hervorragende Bornitkristalle vor. Die Grube wird voraussichtlich in den nächsten Jahren stillgelegt werden und durch eine neue Grube bei Artvin ersetzt werden. Ergani-MadenDas berühmte Kupferbergwerk in Zentralanatolien wurde bereits vor 5000 Jahren betrieben und in den 30er Jahren mit deutscher Hilfe (Otavi-Minen AG, die auch Tsumeb erschlossen hat) wieder in Betrieb genommen. Neben reichlich Kupfersulfiden ist Ergani-Maden für bis zu 1 m lange Chalkantit-Stalagtiten bekannt geworden, die sich oberflächennah in alten Abbauräumen bilden. Kaman-Bayindir/YeniyapanGroßes stillgelegtes Fluoritbergwerk mit schönen, schwarzvioletten Fluoritoktaedern. In der Umgebung weitere Flußspatbergwerke Kamam-Kalehöyük, Provinz KirshehirEin ausgiebiges Fundgebiet für matrixfreie weiße Leucite (Pseudomorphosen) bis ca. 6-10 cm. Keban, Provinz Diyarbakir, Südost-AnatolienAus den 70-80er Jahren gute Funde von braunroten Vanadinitkristallen. Daneben kommt auch Descloizit vor. Mugla, SW-AnatolienIn den letzten Jahren wurden hier hervorragende, schleifwürdige Diasporkristalle bis 15 cm Größe gefunden. Daneben kommen gut ausgebildete Chloritoidstufen vor.
In der Umgebung von Mugla-Milas sind in dem metamorph gebildeten Massiv eines der wichtigsten Schmirgelgesteine-Vorkommen auf der Welt. Hier ist auch eine bereits stillgelegte Bauxit-Grube.
In den teilweise stark metamorphisierten bauxithaltigen Tonschiefern des Massives haben sich hauptsächlich Korund, Hämatit und magnetithaltiges Schmirgelgestein gebildet mit teilweise Überresten von Diasporit. Korund, Hämatit und Magnetit bilden eine Reihe von Mischkristallen im Schmirgel. Marmor und Aragonit bilden teilweise mit Schiefern und Glimmerschiefern desweiteren das in der Umgebung vorkommende Gestein. In der Umgebung von Mugla-Ula gibt es Chromit-Vorkommen, wo gut ausgebildete pyramidale Chromit-Kristalle (bis zu 1 cm Größe) zu finden sind. In den Gebirgen von Mugla-Koycegiz gibt es betriebene Olivin-Gruben. Hier bildet Olivin (meist als Peridot) als körnige Phenokristalle teilweise das ganze Gestein, deswegen sind gut ausgebildete Kristalle nur selten zu sehen. In den Bächen und Flüssen von Koycegiz ist olivgrünes und braunes, olivinhaltiges Gestein, was von den Bergen mitgebracht wurde, auch gut zu bemerken. Borat-Lagerstätten Emet, Bigadic, Kestelek und Kirka (Sarikaya , NW-AnatolienAus den weltgrößten Boratlagerstätten schöne Stufen von Borax, Colemanit, Ulexit, Meyerhofferit, Hydroboracit, Tunnelit, Veatchit-A, Teruggit und Cahnit. Von Bigadic gibt es ebenfalls hübsche Coelestine sowie von Emet zuweilen gute Realgar- und Auripigmentkristalle. In der Fundstelle Kestelek wurden 2005 hervorragende braune, hochglänzende Colemanitkristalle gefunden. Die Fundstelle Sarikaya, geologisch bedingt vergleichbar mit den anderen Borat-Lagerstätten, ist im Lexikon detailliert beschrieben |
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| Liste aktualisieren | Aktualität: 16. May 2012 - 18:26:31 |
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