Taxon

 
 

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(Weitergeleitet von Taxonomie)

Biologische Taxonomie / Nomenklatur

Die Biologische Taxonomie beschreibt, wie Wissenschaftler fossile und rezente Lebewesen gruppieren und organisieren. Die moderne Klassifikation wurde maßgeblich von Carl von Linné (latinisiert Linnaeus) entwickelt, der die Lebewesen entsprechend ihrer körperlichen Eigenschaften einstufte.

Linnés Ziel war es, die Lebewesen zu katalogisieren. Heute ist man dazu übergegangen, nicht nur zu katalogisieren, sondern in der systematischen Ordnung auch die stammesgeschichtliche Entwicklung darzustellen. DNA-Analysen tragen hierzu wesentlich bei und haben die alte, auf Linnés Arbeiten basierende Ordnung an einigen Stellen durcheinander gewirbelt.

Das Linnaeus-System funktioniert, indem es jeden Organismus in eine überlagerte Hierarchie der Gruppen setzt. Jede Gruppierung auf einer bestimmten Ebene wird aus einem Satz von darunterliegenden Gruppen zusammengesetzt. Das Wissen um den zweiteiligen wissenschaftlichen Namen macht es möglich, die anderen Schichten festzustellen.

Die Struktur [Taxa (von Taxonomie)] vom allgemeinsten zum spezifischsten ist heute:

Hier die etwas feinere Gliederung:

Unterteilung der belebten Welt:

Einige Systematiker sind der Meinung, dass man unter den Prokaryoten die Domäne Archaea (veraltet: Archaebakterien) noch einmal von der Domäne der Bakterien abtrennen sollte und dass das Reich Protozoa in mehrere Reiche getrennt werden sollte. Diese Ansichten haben sich, hauptsächlich weil sie im täglichen Gebrauch unpraktikabel sind, (noch?) nicht durchsetzen können.


Die Klassifikation der Tiere

Eine Tierart wird durch ihren Gattungsnamen (kursiv und groß geschrieben), gefolgt von ihrem Artnamen (kursiv und klein geschrieben) benannt, also wird ein anatomisch moderner Mensch Homo sapiens genannt. Um Missverständnissen, die in bestimmten Bereichen auftreten können, vorzubeugen, folgt der Name des Erstbeschreibers und das Jahr der Erstbeschreibung sowie der Name der Familie. Im gewöhnlichen Gebrauch wird dieses jedoch, sofern es nicht für das Verständnis notwendig ist, weggelassen. In diesem Fall würde der Mensch taxonomisch korrekt "Homo sapiens Linnaeus, 1758" heißen.

Oft werden für populäre Arbeiten wissenschaftliche Namen ins Deutsche übersetzt. Das ist nur begrenzt sinnvoll, da der Erstbeschreiber den Namen frei wählen kann. Vielfach werden damit nur Eigenschaften, die für diese Gruppe spezifisch sind, gewählt. In vielen Fällen ist es dann auch so, daß solche Namen gar keinen brauchbaren Bezug zum Tier geben. Warum auch? Das Tier ist mit der Erstbeschreibung und dem Hinterlegen eines Typusexemplars viel deutlicher beschrieben, als es ein Name aus zwei Worten je tun kann.

Die folgende Unterteilung ist der Stamm. Es gibt mehrere Stämme innerhalb jedes Königreiches. Der Stamm ist der Anfang, die Tiere in kleinere erkennbarere Gruppen zu unterteilen.

Die darauf folgende Unterteilung (der Stämme) sind die Klassen. Die Klassen unterteilen die Tiere Tiere in vertrautere Gruppen. Z.B. wird der Stamm "Chordata" in die Klassen Chondrostei (Knorpelfische), Teleostei (Knochenfische), Amphibia (Amphibien), Reptilia (Reptilien), Aves (Vögel), Mammalia (Säugetiere) sowie einige Klassen der wirbellosen Chordatiere aufgeteilt. (Fossile, anatomische und genetische Befunde legen jedoch nahe, dass die heutigen Krokodile, die Dinosaurier und die Vögel in einer Klasse "Archosauromorpha" zusammengefasst werden sollten. Diese Sicht wird jedoch nicht allgemein akzeptiert und wird deswegen hier nur als Alternative aufgezeigt.)

Klassen werden in Ordnungen aufgebrochen, d. h. jede Klasse besteht aus mehreren Ordnungen. Die Klasse "Mammalia" (Säugetiere) kann in "Rodentia" (Nagetiere wie Mäuse und Ratten), "Primata" (Primaten), "Carnivora" (Raubtiere) und weitere zerlegt werden.

Ordnungen können wiederum in Familien zerteilt werden. Die Ordnung "Carnivora" kann in die Familien "Canidae" (Hunde), "Felidae" (Katzen), "Pinnipediae" (Robbenartige) etc. aufgeteilt werden.

Die nächste Ebene ist die Gattung. Die Familie Felidae z.B. kann in die Gattung "Panthera" (Löwen, Tiger), "Felis" (Hauskatzen) und weitere aufgespalten werden.

Nach der Gattung folg die Unterteilung in die Art. Die Gattung "Panthera" kann z.B. in die Arten Panthera leo (Löwen) und Panthera tigris (Tiger) aufgespalten werden.

Die größten und am meisten studierte Stämme im Tierreich

  1. Porifera (Schwämme)
  2. Cnidaria (Quallen, Seeanemonen, Korallen ...)
  3. Plathelminthes (Plattwürmer, einschließlich Strudelwürmer und Bandwürmer)
  4. Nematoda (Spulwürmer, einschließlich Rädertierchen und Fadenwürmer)
  5. Mollusca (Weichtiere, einschließlich Muscheln, Schnecken, Kopffüßer)
  6. Annelida (Ringelwürmer, einschließlich Regenwürmer, Blutegel und Borstenwürmer)
  7. Echionodermata (Stachelhäuter, einschließlich Seesterne, Seegurken, Seeigel)
  8. Arthorpoda (Gliedertiere einschließlich spinnenartiger Tiere, Krebstiere, Tausendfüßer, Hundertfüßer und Insekten)
  9. Chordata (Tiere mit Rückensaite - diese Gruppe schließt u.a. die Wirbeltiere mit ein)

Beispiele

Tiere

Frucht-Fliege (Taufliege)

Reich:

Animalia

Stamm:

Arthropoda

Klasse:

Insecta

Ordnung:

Diptera

Familie:

Drosophilidae

Gattung:

Drosophila

Art:

melanogaster

Pflanzen

Salatgurke (Magnolie acuminata)

Reich:

Plantae

Abteilung:

Magnoliophyta

Klasse:

Magnoliopsida

Ordnung:

Magnoliales

Familie:

Magnoliaceae

Gattung:

Magnolia

Art:

acuminata


Namensherleitung

Der Name eines höheren Taxons wird meist dadurch gebildet, dass der Name einer typischen Gattung abgeleitet wird. Die Endungen, die verwendet werden, um diese Namen zu bilden, hängen vom Reich und manchmal vom Stamm und Klasse ab.

Struktur (Taxon)

Pflanzen

Algen

Pilze

Tiere

Stamm/Abteilung

- phyta

- phyta

- mycota

.

Unterstamm/Unterabteilung

- phytina

- phytina

- mycotina

.

Klasse

- opsida

- phyceae

- mycetes

.

Unterklasse

- idae

- phycidae

- mycetidae

.

Ordnung

- ale

- ale

- ale

.

Unterordnung

- ineae

- ineae

- ineae

.

Superfamilie

- acea

- acea

- acea

- oidea

Familie

- aceae

- aceae

- aceae

- idae

Unterfamilie

- oideae

- oideae

- oideae

- inae

Tribus

- eae

- eae

- eae

- ini

Untertribus

- inae

- inae

- inae

- ina


Besondere Zeichen


Fragen

Es stellt sich oft die Frage: was ist eine Art? Hierauf ergeben sich ja nach Sichtweise zwei Antworten.

Beide Antworten lassen Fragen offen, z.B. im Reich der Bakterien (wenig Unterschiede zwischen den Arten, Fortpflanzung durch Zellteilung). Auch widersprechen sich die Aussagen bei manchen Lebewesen. Das Bison in Nordamerika und das Wisent in Europa leben morphologisch völlig unterschiedlich, lassen sich aber untereinander kreuzen. Beide Definitionen sind nur ein Modell und können nicht global angewandt werden.


Quellangaben


Einordnung