Geschichtliches:
Schon in vorgeschichtlicher Zeit soll in Schönfeld Zinn gewonnen worden sein. S.erhielt das 1.Bergrecht 1355. Erster urkundlicher Beleg für den Zinnabbau 1434. im 16.Jhd. kam der Bergbau auf Silber, Kupfer und Blei hinzu. 1516 wurden erste Stollen im Greisenstock erwähnt. Zerstörung des Tiefbaus, sodaß nur noch im Tagebau abgebaut wurde. Der Kaspar-Pflug-Stollen wird 1539 im Zechtal begonnen. 1550 erreichte der Stollen den Hubr-Stock. 1540 Beginn des Bergbaus auf Silber im Barbara-Revier. Der 30-jährige Krieg beendet den Bergbau. 1743 entdeckt man "weiße Zinngraupen" (Scheelit) im Hubr-Stock. Anfahren neuer Erzadern von bis zu 16m Länge 1747 im 12km langen Blasius-Stollen. 1788 sind 13 Erzwäschen am Mauritius-Schacht. Einstellung des Großteils des Bergbaus 1790. 1801 wird im Tepla-Tal der Colloredka-Erbstollen. 1816 sind 19 Bergbaue in Betrieb. Stillegung des Marie-Schachtes 1865 in Schönfeld (Krasno). Ab 1879 Wiederaufnahme durch englische Firma. 1903 sind nur die Schächte Maria-Hilf und Jan Evangelista befahrbar. 1905 wird der Kaspar-Pflug-Stollen erneuert und mit staatlich intensiviertem Bergbau begonnen. 1910 findet man auf der Gellnauer-Ader Kassiterit und Wolframit. Stillegung 1921.
Kurzes Intermezzo auf Uran in den 50-er Jahren. Wegen Unrentabilität 1962 beendet. Wiederaufnahme des Abbaus im Hubr-Tagebau. Am Stannum-Schacht entsteht eine Zinnaufbereitung. Anfang der 90-er Jahre beendet.
Heute nur noch Steinbruchbetrieb am Hohen Stein (Vysoky kamen).
Lage der Aufschlüsse:
Der größte Teil des Granitkörpers liegt unter der Oberfläche und ist durch Tiefbaue aufgeschlossn. S Schlaggenwald wurde der große Hubr-Granit-Stock schon seit dem 13.Jhd. im Tagebau bearbeitet. Die entstandene Pinge ist 60m tief und erschließt Quarz-Topas-Greisen mit reichen Kassiterit-und Sulfidvererzungen. Im unteren Bereich gute Fundmöglichkeiten. Zwischen dem Wetterschacht und der Aufbereitung am Stannum Schacht sind ausgedehnte Halden. Die Pinge des Schnöden-Stocks gegenüber dem Wetterschacht ist teils verfüllt.
Am Hohen Stein ist teilweise rekultiviert. Während des Betriebs bis in die 80-er Jahre wurden interessante Phosphat-Mineralien geborgen: Krist.Türkis, Strengit, Leukophosphit, Kakoxen, Vivianit.
Im neuen W gelegenen Steinbruch baut man Feldspat ab, welcher auf der oberen Sohle eine interessante Berylliumparagenese lieferte: Beryll, Fluorapatit, Kolbeckit, Bertrandit, Bavenit.
Mineralisation:
Es gibt im Erzgebirge wie in Cornwall bei Zinnlagerstätten den Typ der pneumatolytischen Sn-W-Mineralisation. Dazu zählt auch diese Lagerstätte.
Wirtschaftlich bedeutend war die Vererzung der verquarzten Greisenmassen im Dach des Hubr- und Schnödenstocks.
Es gibt 3 Vererzungstypen:
1.Diffuse Imprägnation des Greisenkörpers und der vergreisten Granite mit Kassiterit (wirtschaftlich bedeutendst)
2.Bonanzas: Unregelmäßige Körper von bis zu 1m Länge und 1/2 m Dicke. Dieser besteht aus Kassiterit, Glimmermineralien und teilweise gut kristallinem Topas.
3.Die mit verschiedenen W-Mo-Cu-Mineralien vererzten Quarzadern.
Die Uranmineralisation befindet sich in einem isolierten Block aus metamorphen Gesteinen im W-Teil des Schlaggenwalder Granits. Die Uranvererzung ist an Adern gebunden, von denen über 160 im untersuchten Bereich von 2km Länge und 600m Tiefe gefunden wurden. Diese Uranmineralisation ist von Ni-Co-Ag-Erzen begleitet.
Bergbau-Museum Krasno: Bergbaumuseum Schönfeld (Hornicke muzeum Krasno)
Cinova ul. 408, Krasno / Schönfeld. Tel: 0352/688 740, Fax: 0352/602 217.
Weblink: http://webmuseen.de/bergbaumuseum-sch%C3%B6nfeld-krasno-sch%C3%B6nfeld.html
Bergbau, Geologie und Mineralogie der gesamten Region, Aufbereitung, Bergbautechnik, Weiterverarbeitung von Erz und Kohle, Fördermaschine aus dem Jahr 1897, Förderturm und Maschinenhalle des Schachts Wilhelm.
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