UK/England/North West England, Region/Cumbria Co./North Pennines/Alston Moor District

 
 

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Alston Moor District

Steckbrief

Land

UK

Region

England / North West England, Region / Cumbria Co. / North Pennines / Alston Moor District

GPS-Koordinaten

Topographische Karte

Anfahrtsbeschreibung

Aufschlussart

Geologie

Zugangsbeschränkungen

Letzter Besuch

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Ausführliche Beschreibung

Lage

Der Alston Moor District -auf Sammlungszetteln oft einfach als "Alston" oder "Alston Moor", aber auch fälschlich als "Aldstone Moor" bezeichnet- liegt im Nordosten der ehemaligen Grafschaft Cumberland (heute ein Teil des Verwaltungsbezirks "Cumbria") und grenzt im Norden an die Grafschaft Northumberland und im Osten an das Weardale (Grafschaft Durham).


Geschichte

Der Bleibergbau in diesem Gebiet lässt sich urkundlich zurückverfolgen bis ins frühe 12. Jahrhundert. Die erste Abbauperiode hielt bis ins frühe 13. Jahrhundert an, doch für die folgenden Jahrhunderte existieren keine Nachweise über größere Aktivitäten. Ein Bericht aus dem Jahr 1611 erwähnt, dass die Gruben zu diesem Zeitpunkt weitgehend erschöpft gewesen seien, doch bezieht sich diese Angabe wahrscheinlich nur auf die von der Oberfläche her zugänglichen Erzkörper. Im Jahre 1629 wurden die Gruben vom Earl of Derwentwater erworben und ruhten weitgehend für fast ein weiteres Jahrhundert. Im Jahre 1715 wurden die Besitztümer der Familie von der Krone konfisziert (der damalige Earl hatte den gescheiterten Jakobiter-Aufstand unterstützt). Die Gruben, die zu diesem Zeitpunkt als wertlos erachtet wurden, wurden dem Greenwich Hospital of Seamen übereignet, das sie an die 1692 gegründete London Lead Company verpachtete, die die meisten Gruben bis ins späte 19. Jahrhundert hinein betrieb. In diesem Zeitraum erlebte der Bleibergbau in der Region seine Blüte. Die sinkenden Preise für Blei gegen Ende des 19. Jahrhunderts zwangen einige der Gruben zur Schließung, andere stellten die Produktion auf Zinkerze um. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Zinkabbau in manchen der Gruben durch die belgische Gesellschaft Vieille Montagne erneut vorangetrieben, doch kamen diese Anstrengungen aufgrund zu hoher Kosten bei zu geringen Förderrraten noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wieder zum Erliegen.


Geologie

Das nördliche Pennin-Gebirge besteht aus alternierenden Folgen sedimentärer Gesteine des Karbon (Visé- und Namur-Formationen), die nahezu horizontal gelagert sind. Innerhalb jeder dieser Folgen treten Schichten von Kalksteinen auf, die von Sandsteinen und Doleriten (von den Bergleuten als "sills" bezeichnet) über- und von schiefrigen Gesteinen unterlagert sind. Diese sogenannten Cyclotherme repräsentieren Sedimentationszyklen von jweils mehreren Millionen Jahren, während derer sich die Bedingungen von wenig bewegten wärmeren Gewässern (aus denen sich die Kalksteine ablagerten) zu Küstenregionen mit stärkeren Strömungen (Deltas und Lagunen, in denen die Sandsteine und Schiefer entstanden) wandelten. Im Bereich des Alston Moors District setzen diese sedimentären Gesteine in einer Tiefe von etwa 200 Metern auf ältere vulkanische Gesteine auf.

Die Lagerstätten gehören dem Mississippi Valley-Typ (MVT) an. Die Erzvorkommen sind schichtgebunden und stellen hauptsächlich Füllungen nahezu senkrecht verlaufender Spalten in den Kalksteinen und den darüber liegenden härteren Begleitgesteinen dar, die in den darunter liegenden, weichen schiefrigen Gesteinen austauben. Zum anderen wurden durch metasomatische Verdrängung der umgebenden Kalksteine nahezu horizontal gebettete Erzkörper gebildet (wörtlich ins deutsche übesetzt: "Flache" - man könnte diese auch als "Keller" oder "Kavernen" bezeichnen - im englischen "Flats"). Die reichsten Flats fanden sich innerhalb einer Schicht bei einer Teufe von ca. 60 Metern, die als "The Great Limestone" bezeichnet wird und der Namur-Formation angehört. Studien von Flüssigkeitseinschlüssen in den Mineralien zeigen, dass die Erze bei niederen Temperaturen gebildet wurden, doch ist die Herkunft der dazu erforderlichen mineralhaltigen Lösungen noch nicht geklärt. Die Ablagerungen begannen wahrscheinlich vor etwa 295 Millionen Jahren und setzten sich fort bis ins Perm.


Mineralien

Als Erzmineralien treten überwiegend Galenit und Sphalerit auf. Hervorragend ausgebildete Stufen dieser Mineralien mit bis zu mehreren Zentimeter großen Kristallen gelangten in zahlreiche Sammlungen. Der Galenit bildet vorwiegend Kubooktaeder, der Sphalerit zeigt sehr komplexe Formen. Gegenüber diesen treten die anderen Erze stark zurück; Stufen mit gut ausgebildetem Chalkopyrit, Markasit oder Pyrit gehören zu den Seltenheiten. Aus der Tynebottom Mine stammen Paragenesen mit Kobalt- und Silbermineralien, doch treten diese nur mikroskopisch auf. Die Brownley Hill Mine lieferte als Besonderheit hübsch ausgebildeten nadeligen Millerit.

Als Gangarten treten vor allem Ankerit und Siderit auf. Die Bariumcarbonate Witherit und Barytocalcit, die andernorts eher als Raritäten gelten, sind in den Gruben entlang des Flusses Nent, zwischen Alston und Nenthead, sehr häufig. Die Nentsberry Haggs Mine lieferte die wohl weltbesten Stufen von Witherit; die Brownley Hill Mine - auch als Bloomsberry Mine bekannt und auf Sammlungszetteln oft fälschlich als "Bromley Hill" bezeichnet - hervorragende Exemplare von Alstonit, für den sie auch als eine der Typlokalitäten gilt. In der Blagill Mine, der Typlokalität des Minerals Barytocalcit, war dieser so häufig, dass er zeitweise als Rohstoff abgebaut wurde und das Hauptfördergut dieser Grube darstellte.

Im Gegensatz zum benachbarten Weardale ist Fluorit im Alston Moor District eher selten. Als Fundstelle Erwähnung verdient hier vor allem die Rotherhope Fell Mine, die gute Stufen mit violettem Fluorit lieferte, die leicht mit Stufen aus der Frazer's Hush Mine verwechselt werden können. Die Brownley Hill Mine lieferte blass bräunlich gelbe bis honiggelbe Kristalle, die in Ausnahmefällen über 3 cm Kantenlänge erreichten. Ähnliches Material kam auch in der Smallcleugh Mine vor. Im Gegensatz zu den Weardale-Fluoriten zeigen diese Stufen bei Anregung mit langwelligem UV-Licht keine oder allenfalls eine sehr schwache Fluoreszenz.

Typlokalitäten im Alston Moor District

  • Blagill Mine

    • Barytocalcit
    • Protopartzit
  • Brownley Hill Mine

    • Alstonit
    • Brianyoungit
    • Witherit

Mineralien (Anzahl: 67)

Legende: Mineral -> anerk. Mineral; Mineral (TL) -> Mineral Typlokalität; (TL) kursiv -> Typl. vererbt aus Teilfundstelle; 'Mineral' -> kein anerk. Mineral; B -> Bilder vorh.; 5 -> Anz. Fundst. d. Region in denen das Mineral vorkommt; M -> Verweis zur Mineralseite; i -> Informationen etc.; r -> Referenzangaben; Mineral ? -> Vorkommen zweifelhaft, fragwürdig

Akanthit 2 M
Cuprit M
Nickelskutterudit M
Alstonit (TL) 3 B M
Devillin 2 M
Olivenit 2 M
Anglesit 3 M
Dolomit 6 B M
Pyrargyrit 2 M
Ankerit 6 B M
Epsomit 3 M
Pyrit 6 M
Annabergit 3 M
Erythrin 4 M
Pyromorphit 2 M
Aragonit 7 M
Fluorit 8 B M
Pyrrhotin M
Argentopyrit 2 M
Galenit 14 B M
Quarz 8 M
Aurichalcit M
Gips 7 M
Rammelsbergit 2 M
Azurit M
Glaukodot 2 M
Safflorit 2 M
Baryt 7 B M
Goethit 2 M
Schulenbergit 4 M
Barytocalcit (TL) 5 B M
Harmotom 3 M
Schwefel 3 M
Beaverit-(Cu) 2 M
Hemimorphit M
Serpierit 5 M
Bergkristall (Var. v.: Quarz) M
Hydromagnesit 2 M
Siderit 4 M
Bottinoit 2 M
Hydrozinkit 4 M
Smithsonit 7 M
Bournonit 2 M
Jarosit 2 M
Smolyaninovit 2 M
Brianyoungit (TL) 3 M
Ktenasit 3 M
Sphalerit 10 B M
Brochantit 3 M
Kupfer M
Strontianit 2 M
Calcit 10 B M
Linarit 3 M
Ullmannit 2 M
Cerussit 7 M
Malachit 5 M
Violarit 2 M
Chalkanthit 2 M
Markasit 3 M
Witherit (TL) 5 B M
Chalkopyrit 6 M
Melanterit 4 M
Wroewolfeit 2 M
Chalkosin M
Millerit 2 M
Cinnabarit 2 M
Namuwit 2 M

Gesteine (Anzahl: 0)

Fossilien (Anzahl: 0)

Mineralien-Bildertabelle (4 Bilder insg.)

Barytocalcit
Aufrufe (Bild: 1254063325): 192

Barytocalcit

Bildbreite: 8 mm; Fundort: Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK

Copyright:

Alan Goldstein

Beitrag: slugslayer 2009-09-27

Zusatzinfo   MF 
Baryt
Aufrufe (Bild: 1168279994): 139

Baryt

Fundort: Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK

Copyright:

Mineralogisches Institut der FSU Jena

Beitrag: the-crystalminer 2007-01-08

Zusatzinfo   MF 
Fluorit
Aufrufe (Bild: 1179045478): 118

Fluorit

Fluorit aus dem Bergbaurevier Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK; Größe: 11 x 11,5 cm

Sammlung:

Kevin Ward

Copyright:

Kevin Ward

Beitrag: Collector 2007-05-13

Zusatzinfo   MF 
Galenit-Kubooktaeder bis 1,4 cm Größe, mit Ankerit auf Quarz
Aufrufe (Bild: 1111959056): 79

Galenit-Kubooktaeder bis 1,4 cm Größe, mit Ankerit auf Quarz

Bildbreite: 3,8 cm; Fundort: Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK

Copyright:

Peter Haas

Beitrag: Mineralienatlas 2005-03-27

Zusatzinfo   MF 

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Weblinks


Literatur

  • D.I. Green et al.: The Mineralogical Record 31:231-250 (2000)
  • K.C. Dunham: "Geology of the Northern Pennine Orefield", Vol. 1, 2. Aufl., Economic Memoir of The British Geological Service, HMSO (London), 1990

Quellenangaben


Einordnung