Mineralien / Minerals / Minerales > Systematik und Klassifikation / Systematics and Classification

Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt

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Stefan:
Es stellt sich immer wieder die Frage wie die deutschen Mineralnamen festgelegt werden.

mal wird ein h dran gehängt

Roselith     
Sonolith     
Rhyolith

mal nicht

Tirolit
Barolit
Gyrolit

das ist nur eines der vielen Beispiele. Wer bestimmt sowas oder wird das frei Schnauze von irgend jemanden so übersetzt.

Gruß Stefan

Hartmut:
Hallo Stefan,

ich schätze mal, das hat historische Gründe: früher hat man oft ein "th" statt nur ein "t" geschrieben (z. B. Muth statt Mut usw.). Bei alten Mineralnamen hat sich das wohl teilweise erhalten. Aber vermutlich sollte man heutzutage konsequenterweise alle mit einfachem "t" schreiben.

Hartmut

Collector:
Hallo Stefan

ich hatte das Thema schon mal mit dem deutschen IMA-Vertreter angesprochen.

Ich habe Dir mit PN eine Kopie der verbindlichen Auskunft zu deutschen Mineralnamen von Dr. Olaf Medenbach im Namen von Prof. Schreyer geschickt.
Kannst die ja in diesen thread stellen, ist ja kein Geheimnis und kein copyright. Jetzt wissen wir also, wo wir dran sind.

gruß
collector

Stefan:
Sehr aufschlussreich, aber meiner Meinung nach nicht vollständig


--- Zitat ---Sehr geerter Herr Seroka,

Herr Professor Schreyer hat mich gebeten, mich mit Ihnen bzgl. Ihrer
Anfrage nach der deutschen Schreibweise vom Mineralnamen in Verbindung
zu setzen.  Uns ist kein Gremium im deutschsprachigen Raum bekannt, das
sich mit diesem Problem beschäftigt. Ich werde aber Ihre Anfrage auch an
Herrn Professor Maresch weiterleiten, der z.Zt. der Repräsentant der DMG in
der IMA ist. Dort wird zu klären sein, ob Bedarf für eine solche Regelung
besteht.

Die von Ihnen angeführten Beispiele sind tatsächlich keine
"Ungereimtheiten", wie Sie es nennen, sondern sie liegen in der Natur des
Wortstamms. Worte, die von griechischen "Lithos" (Stein) abgeleitet sind,
müssen und sollen mit th enden (Natrolith, Melilith etc.), während das
angehängte it an Eigennamen, wie z.B. Lokalitäten oder
Zusammensetzungen, nur aussagt, dass es sich um Minerale handelt (Eifelit,
Kalsilit etc.). Bei den meisten Diskrepanzen zwischen englischer und
deutscher Schreibweise bei alten Mineralnamen liegt der Grund in einer
falschen - und z.T. wohl ignoranten - Transkription historischer deutscher
Namen ins Englische. Hier sollte man aber nun keinesfalls die
Fehlerfortpflanzung weitertreiben und diese Begriffe nun falsch rückwärts in
Deutsche übernehmen.

Bei Mineralen, die in den letzten Jahrzehnten beschrieben wurden, ergibt
sich dieses Problem gar nicht, da die CNMMN die Schreibweise verbindlich
regelt und im Deutschen einfach nur das englische Endungs -e weggelassen
wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Olaf Medenbach

--- Ende Zitat ---

Z.B. bei Clino und Klino bei Potassium und Kalium und ... hier sind zahllose Ausnahmen auffzuzählen. Wenn es kein Gremium gibt, sollte man eine einheitliche Schreibweise unabhängig vom allg. Gebaruch etablieren. So nach dem Motto wenn genug mitmachen wird es usus...

Gruß Stefan

berthold:
Hallo,

kaum zu glauben, im Musterland der Bürokratie.  :o


--- Zitat ---So nach dem Motto wenn genug mitmachen wird es usus...
--- Ende Zitat ---

Da msch ich mit: Flußspat und nicht Flussspat.  ;)

Gruß
Berthold

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