Mineralien / Minerals / Minerales > Systematik und Klassifikation / Systematics and Classification
Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
stollentroll:
Das Durcheinander ist sogar noch etwas größer. Auch neue Minerale, die von der IMA anerkannt wurden und ohne -th am Ende beschrieben wurden, bekommen im Deutschen plötzlich und unzulässigerweise ein -th. Ein Beispiel von vielen: Shirozulit. 2004 veröffentlicht als "Shirozulite", im März 2004 im Lapis als "Shirozulith" und ebenso falsch auch hier in der Datenbank. Die Ableitung von lithos ist zwar hier richtig, aber "Shirozulith" wäre nur korrekt wenn das Mineral vor 50 oder 100 Jahren beschrieben worden wäre.
Der im allerersten Beitrag erwähnte "Roselith" ist übrigens in der Originalbeschreibung von 1824 nicht mit -th beschrieben worden, das -th ist jünger. Hier wäre also Roselit sowieso korrekt.
Meine Meinung nach sollte das "h" am Ende weggelassen werden. Man spricht es sowieso nicht und Mineralnamen sollten im Deutschen bis auf einige Ausnahmen auf -it enden.
Glück Auf
der Stollentroll
Schluchti:
Nur eine kurze Frage zu Xanthokon.
Xanthokon wird offenbar neuerdings als Xanthoconit geführt. Wurde das Mineral (bzw. seine deutsche Bezeichnung) "offiziell" umbenannt? Müßte dann nicht konsequenterweise auch Erythrin zu Erythrinit werden und Asbolan zu Asbolanit? Wer weiß mehr? ???
Stefan:
Ich bin dafür Die englischen Namen ohne das obligatorische e zu verwenden. Historische Namen sollten/werden wir weiterhin als Alternativnamen führen. Das wäre wenigstens in diesem Teil der Namen konsequent. Ich plädiere dies bei allen Mineralnamen umzusetzen bei denen es logisch erscheint. Auch wenn wir uns damit als Außenseiter zeigen, wird der Weg mittelfristig dahin führen. Das th am Ende ist ebenfalls Blödsinn und ich denke auch hier würde eine konsequente Schreibweise ohne das überflüssige h für Einheitlichkeit sorgen.
Da wir alle sonst gebräuchlichen Namen als Alternative anbieten verbauen wir uns damit nichts.
Das wäre mein Vorschlag!
Gruß Stefan
Schluchti:
Wo liegt der Vorteil, die englische Transkription von "konis" = conis auf das Deutsche zu übertragen und dann die Endung zu kürzen? Es müßte dann der Konichalcit auch zu Conichalcit heißen.
Erythrin würde dann zu Erythrit, während Asbolan weiter Asbolan heißen würde und Eulytin weiter Eulytin. Da erschließt sich mir die Stringenz nicht.
Was spricht eigentlich gegen die Beibehaltung der historisch gewachsenen deutschen Namen?
Stefan:
Es sprechen einige Dinge dafür:
a) ein einglisch sprechender Mensch weiß auch bei deutschen Namen woran er ist
b) es ist einfach einen aus anderen Sprachen herzuleiten
c) das Verbinden von Mineraldatenbanken wird dadurch deutlich einfacher, weniger Fehlverlinkungen bei automatischer Verlinkung
d) die Schreibweise eines ausgesprochen Mineralnamens wird klar, da man nicht nach dem Wortstamm suchen muss ob abgeleitet von Lithos
Für mich spricht rein absolut nichts dafür nicht endlich das historische Chaos wenigstens in diesen Punkten zu bereinigen. Da historische Namen als Alternative aufgeführt sind und auch über die historischen Namen jegliche Zuordnung möglich ist, kann ich keine Nachteile entdecken. Es wäre sicher ein mutiger Schritt aber meiner Meinung nach der einzig sinnvolle. Zudem führt z.B. Mindat viele auf diese Weise generierte Namen auch als deutsche Namen.
Zudem stellt sich die Frage ob es überhaupt offizielle deutsche Namen gibt. Diese sind m. E. so oder so nur irgendwie hergeleitet, oder historisch gewachsen.
Da bei uns jetzt jedes Mineral über eine Nummer geführt wird, sind die Namen beliebig austauschbar.
Gruß Stefan
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