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Würfelproblem
Wegwerfit:
Hallo
Kann mir jemand erklären was der Unterschied zwischen einem Würfel und einem Pseudowürfel ist ?
Gruss,
Wegwerfit
Erik:
Meinst Du kubisch und pseudokubisch?
Es gibt das kubische Kristallsystem, in dem alle drei Achsen des Achsenkreuzes gleich lang sind und sich unter 90° schneiden
Pseudokubisch nennt man Kristalle die nicht in das kubische Kristallsystem gehören, aber so erscheinen. Verzerrte rhomboedrische oder tetragonale Kristalle können beispielsweise so aussehen.
Gruß, Erik
smoeller:
Hallo,
1)pseudowürfelig sagt man zu Kristallen, die zwar einem anderen Kristallsystem angehören, bei denen aber die Abweichungen in den Gitterparametern (Achsenlängen und Winkel zwischen den Achsen) gering von denen eines Würfels (alle drei Achsen a, b, c gleichlang und alle Winkel gleich 90°) sind.
Beispiel aus dem tetragonalen System (c-Achse fast ebensolang wie die gleichlangen a- und b- Achsen). Beispiel: Barium-Pharmakosiderit.
2)Ähnlich auch im trigonalen System, wenn die Winkel zwischen den Rhomboederflächen nahezu 90° sind. ScF3 hat Winkel von ca. 89,8°, das ist fast ein Würfel mit 90°.
Auch strukturell sind pseudokubische Verbindungen den kubischen Strukturtypen verwandt. Es kommt die Symmetrieerniedrigung meist nur durch Verzerrungen beim Einbau größerer oder kleinerer Ionen zustande. So Pharmakosiderit (mit Kalium) = kubisch, Barium-Pharmakosiderit(mit Barium) = tetragonal-pseudokubisch.
Weiteres Beispiel niedrigerer Symmetrie: Glimmer, der ist monoklin-Pseudohexagonal.
Man sieht solchen xx nicht an, dass die Symmetrie niedriger ist. Eher würde man einen verzerrten Fluorit als tetragonal einstufen als einen Barium-Pharmakosiderit.
Glück Auf!
Smoeller
berthold:
Hallo,
... gutes Beispiel ist Würfelquarz. Das sind Quarze, deren Kristallform von den Rhomboederflächen {10-11} dominiert wird. Der Winkel zwischen diesen Flächen beträgt 85,5°, ist also nicht weit vom Würfel weg.
Gruß
Berthold
osito:
Meine Vorgänger haben das Problem des Würfels ja ganz schön beschrieben. Ein ähnliches Problem bilden, wie bereits erwähnt pseudohexagonale Kristalle. Ein weiteres Beispiel dafür ist Aragonit, welcher oft eine pseudohexagonale Form aufweist. Der Grund dafür ist jedoch eine Drillingsbildung (nur so als Ergänzung: Aragonit ist orthorombisch, also nichts mit hexagonal ;) )
lg
Mario
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