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Autor Thema: Eifel  (Gelesen 5088 mal)

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Offline uwe

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Eifel
« am: 14 Feb 07, 13:06 »
Hallo UlrichW sowie andere Eifelkenner,

ich habe das Angebot von UlrichW angenommen und mir einige der angebotenen Stufen schicken lassen. Nebenbei möchte ich bemerken, daß die Preise im Verhältnis zur Qualität der Minerale wirklich sehr niedrig sind.

Ich bin zwar der Faszination der Eifelminerale erlegen, habe aber nicht so die rechte Erfahrung, vor allem bei den Paragenesemineralen, die ich aber ebenfalls gern dokumentieren möchte. Ich hoffe UlrichW ist mir nicht böse, daß ich auf diesem Weg nachfrage, da an PM's keine Bilder angehängt werden können und:"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Also wer kann mir helfen.

Bild Eifel 1:  Auf der Stufe ist Láventit und Wöhlerit von "In den Dellen". Ich nehme an daß "1" der Wöhlerit und "2" der Láventit ist - richtig ? Was sind die klaren, tafeligen  XX "4" und was sind die kleinen, milchigen XX "3" ?

Bild Eifel 2: Audf der Sufe sind zwei wunderbare Pyrochlor XX vom Krufter Ofen. Daneben ist ein großer schwarzer kubischer Kristall "1" (Tetrateder ?). Was ist das ?
Vor den Pyrochloren ist ein Kristall "2", den ich für Leucit halte. Kann das sein ?

Bild Eifel 3: Es ist eine Stufe mit Britholith-Ce von "In den Dellen". Die  Britholithnadeln sitzten auf blaßbraunen Kristallen "1" Was ist das ?. Die Drusse ist mit vielen kleinen glänzenden kubischen (?) XX ausgekleidet "2". Was ist das ? Und dazu noch: In der Druse sind glasklare prismatische XX "3". Was ist das ?

Bild Eifel 4A und AB: Das ist natürlich aufnahmemäßig nicht das Gelbe vom Ei. Aber bei 32-fache Vergrößerung und den kontastarmen Motive so ohne weiteres nicht besser zu machen. Auf der Stufe vom Bellerberg ist Jennit, Thaumasit und Tobermori. Alls sind mehr oder weniger weißliche Nadeln. Der Jennit ist vermutlich ein blaßgrünlicher Rasen von kleinen Nadeln, die auf den Bildern nicht dargestellt sind. Darauf sind längere Nadeln mit anderem Glanz "1" ich nehme an, daß ist der Thaumasit. Daneben sind kleine kuglige reinweiße, nadlige Bällchen (auf dem Bild eingekreist.). Ist das der Tobermorit ?

Ich warte mit Spannung auf Eure Antworten. 

Glück Auf
Uwe

Offline uwe

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Re: Eifel
« Antwort #1 am: 14 Feb 07, 13:08 »
... und noch die anderen Bilder.

Uwe

Offline Krizu

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Re: Eifel
« Antwort #2 am: 14 Feb 07, 13:59 »
Hallo,

wie steht es mit Aragonit bei den Büscheln?

MfG

F. Mersch

Offline Robin

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Re: Eifel
« Antwort #3 am: 14 Feb 07, 13:59 »
Hallo uwe,

Eifel1: 1 = Wöhlerit, 2 = vermutlich Låvenit (nadelig?)
Das milchige ist wohl Nosean/Hauyn, die farblose tafelige xx Sanidin.

Eifel2: 1 = Magnetit, 2 = Nosean/Hauyn

Eifel3: vermute eher daß 1 = Britholit (rosabraun) und die gelbe xx etwas amorphes oder sogar Rhabdophan; 2 = Amphibol oder Biotit

Gruß
Robin

Offline prehnit100

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Re: Eifel
« Antwort #4 am: 14 Feb 07, 18:26 »
zu 4.
die farblosen nadeln sind vermutlich Thaumasit
Jennit sollten watteähnliche mehr oder weniger wirrstrahlige bällchen sein

Offline Günter Blaß

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Re: Eifel
« Antwort #5 am: 14 Feb 07, 20:12 »
Hallo Uwe,

zu Eifel 1: 1 hellgelb, tafelig = Wöhlerit,   2 orangegelb, prismatische Sztängel= Låvenit
Dazu vermutlich Nosean und Sanidin
zu Eifel 2: 1 = Magnetit, 2 = Nosean
Eifel3: 1 vermutlich Britholit (rosabraun) und die gelben lattigen xx sind entweder amorph oder evtl. Götzenit, Rhabdophan ist eher unwahrscheinlich, wurde erst einmal nachgewiesen; 2 = ist nicht genau zu erkennen, könnte Phlogopit sein. 3 = Sanidin
Eifel 4: sehr schlecht erkennbar, die weißen "Bällchen" sind vermutlich der Jennit, ist aber nicht sicher (Jennit kommt nach meiner Kenntnis nie wirrstrahlig vor) sondern immer von einem Punkt ausgehend, strahlig. Sehr oft sind die einzelnen Nadeln alle gleich lang.

 Mein Angebot: schicke mir die Stüfchen, ich werde Sie ansehen, notfalls analysieren, wahrscheinlich nicht nötig, dann mit exakter Beschreibung zurückschicken.

MfG und GA
Günter Blaß

Offline uwe

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Re: Eifel
« Antwort #6 am: 14 Feb 07, 21:59 »
Hallo Günther,

danke, Deine Antwort ist erst mal ausreichend, da ich die Stüfchen ja bereits bestimmt bekommen habe, aber die einzelnen Minerale der Paragenese nicht definieren konnte. Jetzt sehe ich einigermaßen durch. Die kleinen "Bällchen" sind tatsächlich radialstrahlig und alle Strahlen sind gleich lang. Damit weis ich jetzt, was der Jennit ist.

Für mich ist nun nur noch rätselhaft, was die gelben strahligen XX auf der Stufe mit dem Britholith sind. Neben den etwas größeren XX auf dem Britholith sind noch viele sehr winzige derartige Kristallbüschel in der kleinen Druse verteilt. Ich werde mal über Götzenit nachdenken.

Gruß
Uwe

Offline Ralf

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Re: Eifel
« Antwort #7 am: 15 Feb 07, 08:55 »
Hallo Uwe,

Götzenit kann man nur per Analyse 100% sicher bestimmen. Äußere Anzeichen ist eine linealartige Kristallform mit abgeschrägter Kopffläche.
Nadelige oder filzige Büschel sind fast immer amorph.

Gruß
Ralf

Offline Günter Blaß

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Re: Eifel
« Antwort #8 am: 15 Feb 07, 12:40 »
Hallo Ralf,

wie gehts?

Dein Beitrag enthebt mich einer Antwort. Stimme voll und ganz zu.

Gruß Günter

Offline uwe

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Re: Eifel
« Antwort #9 am: 15 Feb 07, 20:33 »
Danke für die Antworten,

Ich folge Euren Hinweisen bei der Dokumentation meiner Stufen. Eines verstehe ich aber nicht. Wie können Kristalle amorph sein. Amorph ist nach meiner Kenntnis das Gegenteil von kristallin. Folglich sollten die gelben nadligen Büschel die in meiner Stufe mit dem Britholith vorkommen nicht amorph sein. Oder entgeht mir hier etwas ?

Ich werde mal ein paar bessere Bilder machen. Ich bin nun doch der Meinung, daß die hellen Kristalle Götzenit sein könnten.

Glück Auf
Uwe

Offline smoeller

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Re: Eifel
« Antwort #10 am: 15 Feb 07, 20:45 »
Hallo,

@Uwe: Kristalle als solches sind sicher nicht amorph. Es kommt aber hin und wieder vor, dass ein ehemals kristallisiertes Mineral später von einer amporphen Phase ersetzt wird (Pseudomorphose).

Hatte vor 3 Jahren mal schwarze glänzende xx an der Grube Clara gefunden, bei denen ich Romanechit vermutete. Die xx waren schwarz, scharfkantig, hochglänzend. Dann habe ich zur Absicherung ein Röntgendiffraktogramm gemacht. Dabei kam raus, dass amorphes Manganogel vorliegt.

Ob hier ein kristallines Mineral oder was amorphes pseudomorph nach einem kristallinen Vorläufermineral vorliegt, ist mit Sicherheit nur durch Röntgen festzustellen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Re: Eifel
« Antwort #11 am: 15 Feb 07, 20:50 »
Ich schiebe gleich noch mal ein besseres Bild des vermeintlichen Götzenit nach.

Smoeller - danke für die Erläuterung. Pseudomorphosen habe ich total außer acht gelassen. Ich denke aber, die abgebildeten, freustehenden XX sind keine Pseudomorphose.


Glück Auf
Uwe

Offline Ralf

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Re: Eifel
« Antwort #12 am: 16 Feb 07, 09:01 »
Hallo Uwe,

wie schon gesagt, eine sichere Aussage bekommst Du nur durch eine Analyse. Günter Blaß ist übrigens auf Eifelmineralien spezialisiert und für Analysen nur zu empfehlen.
Im übrigen ist das gemeine am Götzenit, dass er meistens keiner ist  ;D.

Gruß
Ralf

Offline UlrichW

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Re: Eifel
« Antwort #13 am: 19 Feb 07, 22:13 »

Bild Eifel 3: Es ist eine Stufe mit Britholith-Ce von "In den Dellen". Die  Britholithnadeln sitzten auf blaßbraunen Kristallen "1" Was ist das ?. Die Drusse ist mit vielen kleinen glänzenden kubischen (?) XX ausgekleidet "2". Was ist das ? Und dazu noch: In der Druse sind glasklare prismatische XX "3". Was ist das ?

Bild Eifel 4A und AB: Das ist natürlich aufnahmemäßig nicht das Gelbe vom Ei. Aber bei 32-fache Vergrößerung und den kontastarmen Motive so ohne weiteres nicht besser zu machen. Auf der Stufe vom Bellerberg ist Jennit, Thaumasit und Tobermori. Alls sind mehr oder weniger weißliche Nadeln. Der Jennit ist vermutlich ein blaßgrünlicher Rasen von kleinen Nadeln, die auf den Bildern nicht dargestellt sind. Darauf sind längere Nadeln mit anderem Glanz "1" ich nehme an, daß ist der Thaumasit. Daneben sind kleine kuglige reinweiße, nadlige Bällchen (auf dem Bild eingekreist.). Ist das der Tobermorit ?

Ich warte mit Spannung auf Eure Antworten. 

Glück Auf
Uwe

Hallo Uwe,

leider konnte ich nicht eher antworten. Also deine amorphen Kristalle sind definitiv kein Götzenit, dann hätte ich es drauf geschrieben. Das Mineral ist strukturlos und weigert sich bei der Bestimmung seine wahre Natur preiszugeben. Es kommt reichlich vor, und es gab Vermutungen, daß es sich um eine umgewandelte Hornblende handeln könnte. 
ALLERDINGS: Das Stückchen mit den Britholith zeugt die ansonsten cremefarbenen bis weissen "Amorphen" in einer intensiveren Farbe. Ich hatte mal den verdacht es könne sich um Rhabdophan handeln, habe es aber nicht angeschrieben, da ich es nicht beweisen kann. Rhabdophan sieht den amorphen Aggregaten zu ähnlich.

Der Jennit sind die sehr kleinen, völlig runden Bällchen. Tobermorit ist der Untergrund. Im Bruch zwar strahlig, aber an der oft warzigen Oberfläche glänzend bis seidenmatt. Thaumasit sind all die anderen nadeligen filzigen und büscheligen Aggregate.

Ansonsten ist alles richtig erkannt.

Viel Spass noch damit
Ulrich

Zu den anderen Mineralien ist eigentlich alles gesagt worden.

Offline uwe

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Re: Eifel
« Antwort #14 am: 20 Feb 07, 21:06 »
Schade, schade, schade !  Götzenit wäre so schön gewesen.  ;)

Macht nichts, der Britholith ist auch sehr attraktiv.

Gruß
Uwe

 

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