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Autor Thema: Kieseltorf mit pflanzlichen Resten aus Kiesen des Senftenberger Elbelaufes  (Gelesen 3408 mal)

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Offline Lausitz

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Neben den meistgesuchten Achaten kommen in den Kiesen des Senftenberger Elbelaufes auch verst. Hölzer sowie Fragmente versteinerten Waldbodens vor. An dieser Stelle möcht ich mal ein paar Vertreter dieser Spezies vorstellen.
Bild1 Ottendorf-Okrilla
Bild2 ebenso
Bild3 Kieswerk Lauta
« Letzte Änderung: 04 Jun 13, 18:48 von oliverOliver »

Offline wolfilain

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Hallo

Schön die beiden Hornsteine.
Besonders die menge der Wurzeln/Achsen kann sich sehen lassen.
Welche größe haben die Stücke?

gruß
volker

Offline Lausitz

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Sorry,hier mal die Maße:
Bild1 8,5x5,0cm
Bild2 8,5x5,5cm
Bild3 6,0x5,0cm

Offline erbse

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Hallo Sammelfreunde,

ich habe kürzlich dieses Stück aus Ottendorf-Okrilla bekommen. Obwohl ich keine Fossilien identifizieren kann, denke ich man kann das als Kieseltorf einstufen. Ich würde gern wissen was die Kenner davon halten ?
Breite ca. 5 cm.

Viele Grüße
erbse

Offline oliverOliver

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  • klopf auf Holz !
    • naja ....
also ich würde mal sagen: ohne Pflanzenfossilien - kein Kieseltorf.
Die sind schließlich dafür definierend ....

Offline Sargentodoxa

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Hallo Stefan
Wie schon Oliver ausführt: kein "Kieseltorf" bzw. pflanzenführender Hornstein. Solche "Silizite" (Hornstein) mit dieser Bohnen-, Stäbchen- bzw. Kugelförmigen Struktur sind in den Elbeläufen nicht selten und schöne Handstücke gibt es immer wieder in der Kg. Ottendorf-Okrilla. Ein fossiler Ursprung ist sehr fraglich bzw. konnte an den Stücken nicht nachgewiesen werden. Primärer Herkunftsort auch unbekannt. Werner aus der Lausitz

Offline erbse

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Hallo Oliver, hallo Werner,

vielen Dank für die schnelle Antwort. Also schreibe ich jetzt Silizit auf den Zettel.

Ist die Entstehung dieser Strukturen also noch garnicht geklärt? Wenn sie nicht biologischer Natur sind, müssten sie dann wohl einen chemischen Ursprung haben?

Viele Grüße
erbse

Offline Alfred01

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Hier ein Link zu fossilen Einschlüssen in Silex:

https://www.geoforum.fr/topic/33696-les-fossiles-dans-le-silex/page/6/#comments

Wahrscheinlich ist, dass es bei der Bildung des Hornsteins / Silex, ein sehr langer Zeitprozess, unter dem Einfluß von hohen Umgebungsdrücken und Temperaturen zu diesen Formen gekommen ist.


Viele Grüße
Alfred
« Letzte Änderung: 01 Dez 19, 12:59 von Alfred01 »

Offline Alfred01

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Ein anderes Beispiel für Einschlüsse in Hornstein ( Gien, Frankreich, Breite der Stife etwa 7cm ).

Offline Sargentodoxa

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Hallo Alfred
Deine Beiträge beziehen sich auf nordisches Material (Silex, Feuerstein, Flint, Hornsteine, Chert ... egal welche Definition / Begriff man selbst verwendet). Wir in der Lausitz unterscheiden dazu noch die Flussgerölle südlicher Herkunft, zu denen auch das oben gezeigte Stück gehört. Ich habe mal ein paar Fotos hervorgekramt, die diese Strukturen besser zeigen und kaum einen fossilen Ursprung vermuten lassen. Werner

Online Harzsammler

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Hallo Werner,

welchen Ursprung vermutest Du bei Deinen gezeigten Stücken? Verkieselter Lapillituff?

Grüße,
Michael

Offline Sargentodoxa

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Hallo Michael
Ehrlich gesagt, mache ich mir wenig Gedanken um die Genese bzw. Entstehung. Als Hobbypaläobotaniker steht für mich in erster Linie der pflanzliche fossile Inhalt im Vordergrund. Es wird auch immer vergessen, das der größte Teil der gefundenen Silizite fossilleer ist bzw. Strukturen beinhaltet, die schwer zu deuten sind. Da sie für uns Sammler wenig von Interesse sind, werden sie kaum beachtet. Ich habe auch nur 2-3 etwas größere Stücke bearbeiten lassen, kleinere Stücke findet man öfter. Auch wenn es noch Wissenslücken in der Genese gibt, ist von einer hydrothermale Einkieselung unter Beeinflussung von vulkanischen und tektonischen Ereignissen auszugehen. Diese "Hornstein"-Bänke oder Knollen standen im direkten Kontakt oder Nähe von Süßwassergewässer. Häufig unter- oder auch überlagert von Tuff- und Lapilli-Schichten. Somit waren die Pflanzen und auch Tiere Pioniere nach den Vulkanausbrüchen.
Hier zwei Literaturangaben zur Vertiefung:
-Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz Band 29 (2006): Rößler et al: Zur Geologie, Stratigraphie und Fossilführung permischer Silizite im Raum Zwickau
- Oder Lit. zum Döhlener Becken, welches auch Einfluss auf unsere Fundgebiete hatte:
  Reichel,W & Lange,J-M.;  Cherts aus dem Döhlener Becken_Geologica Saxonica 2007

Mitunter ist eine Identifizierung solcher Silizite ohne Inhalt nicht einfach und im Falle von Zwickau wurde das Material von Mineraliensammlern (auch hier im MA) als hellblauer Chalcedon oder rotbrauner Jaspis deklariert und angeboten. Bis jemand mal auf den Deckflächen dieser Stücke Pflanzenreste entdeckt hat und ins Museum nach Chemnitz gebracht hat. Eben bei der hydrothermalen Entstehung von, ich schreibe jetzt bewusst, Kieselsäureverbindungen und Abfolgen verwischen sich eben die Grenzen (deshalb gibt es womöglich auch so viele Bezeichnungen und Sichtweisen). Werner aus der Lausitz