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fragen zur radioaktivitaet und deren auswirkungen

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aca:
Hallo,


--- Zitat von: sabine am 28 Apr 07, 21:29 ---
hier in threads stand, dass man das zeug nicht essen oder den staub einatmen sollte. das koennte z.b. lungenkrebs geben. ok, macht sinn.
bei wikipedia wiederum steht, dass "bereits wenige mikrogramm eines alphastrahlers mit kurzer halbwertszeit" fuer einen menschen toedlich sind. ok, die halbwertszeit von uran ist nicht gerade kurz - die der anderen isotope aber schon.

also... was wuerde - nur rein theoretisch - passieren, wenn man:
- faustgrosse z.b. uranocircit / autunit / uraninit stufen fein zerreiben wuerde, in eine spritze aufziehen und einem lebewesen injiziert?
- die selbe menge essen wuerde?
- die selbe menge tief inhalieren wuerde?

--- Ende Zitat ---

In Gramm-Mengen von natürlichen radioaktiven Mineralien sind keine Mikrogramm-Mengen von kurzlebigen Isotopen drin.
Das Uran z.B. zerfällt sehr gemütlich und die kurzlebigen Isotope sehr schnell, also sammelt sich nie eine grössere Menge der kurzlebigen Isotope an - der langsamste bestimmt das Tempo.

Was würde theoretisch passieren? Nehmen wir mal an, die Uran-Verbindung wären in eine wasserlösliche Form gebracht worden. Bei der Aufnahme grösserer Mengen Uranverbindungen (schon im hundertstel- bis zehntel-Gramm-Bereich) steht die Schwermetallvergiftung klar im Vordergrund.
Solche Fälle werden durch Gabe von Komplexbildnern behandelt, welche die Metall-Ionen binden - mit entsprechenden Nebenwirkungen, versteht sich. Bei einer so grossen Menge dürfte das aber auch nicht mehr helfen. Ich erinnere mich dunkel an einen Fall aus einem Toxikologie-Buch, bei dem ein Arbeiter sich Uranhexafluorid über den Arm gegossen hatte, das war's dann.

Wenn man die Mineralien unbehandelt verspeist - schwer zu sagen, ich weiss nicht, wieviel des Urans bei den diversen Mineralien durch die Magensäure in Lösung geht. Die Injektion und Inhalation solcher Mengen körperfremden Materials dürfte sowieso - ganz unabhägig davon, was man sich da einverleibt - böse enden, selbst Gips oder Mehl "wirkt" dann noch. Mehl hätte aber den Vorteil, dass die Lunge dann nicht so "durchhängt", ein faustgrosses Stück Pechblende dürfte so ca. 5kg wiegen, wenn mir der makabere Scherz erlaubt ist.

Als Mordinstrument sind diese Mittel denkbar dämlich, weil sie nämlich 1. ohne entsprechende technische Ausrüstung nur mit Gefährdung der eigenen Person zu preparieren sind und 2. ziemlich deutliche Spuren hinterlassen (es knattert - nur die Dumpfdödel vom Geheimdienst glauben wohl, dass für sie weder menschliche noch physikalische Gesetze gelten). Der Vorteil der "Unsichtbarkeit" ist nur bei hochangereichertem Material gegeben, von Mineralien braucht man zu grosse Mengen, als dass man sie "unauffällig unterschieben" könnte.

Das Verbot des Besitzes der geringradioaktiven Mineralien aus gesundheitspolitischen Erwägungen ist unverhältnismässig, solange es Zigaretten, Pökelsalz und Geräuchertes gibt (und letzteres ist in unserer Kultur einfach zu sehr verwurzelt, als dass man es abschaffen wollte). Das Umweltgift, das hinsichtlich des volkswirtschaftlichen/gesundheitlichen Schadens alle anderen bei weitem in den Schatten stellt: Zigarettenrauch. 

Gruß
Amir

sabine:
@ Berthold

naja, gewisse gefahrenstoffe - wie z.b. diesel - lassen sich nicht verbieten, da sie dringend gebraucht werden. genau so ist es bei medikamenten - obwohl es da auch immer schwieriger wird, denn immer mehr medikamente die berauschend oder gefaehrlich sind, sind verschreibungspflichtig (beispiel: ephedrakraut. aus diesem konnte man sich frueher einen extrem wachmachenden tee herstellen, denn das kraut gabs einfach so in der apotheke - nun ist es verschreibungspflichtig).
aber mineralien braucht man als privatperson ja ebenso wenig dringend wie gewaltverherrlichende computerspiele... deswegen wuerde mich auch ein verbot nicht wundern. naja, aber dafuer muesste es wohl auch erstmal einen oder mehrere vorfaelle geben, bei denen man die schuld auf mineralien schiebt - eben so wie bei den computerspielen auch. ;)

@ Amir

vielen dank, das beantwortet meine frage zum groessten teil! 8)
wenn eine faustgrosse stufe pechblende 5 kg wiegt, dann duerfte inhalation oder injektion tatsaechlich so gut wie unmoeglich sein, das ist wohl wahr...
also sind amalgam-plomben und quecksilberthermometer (stichwort schwermetallvergiftung) wohl mindestens so gefaehrlich wie radioaktive mineralien. hmm, ok.

thannator:

--- Zitat von: sabine am 29 Apr 07, 13:55 ---aber mineralien braucht man als privatperson ja ebenso wenig dringend wie gewaltverherrlichende computerspiele... deswegen wuerde mich auch ein verbot nicht wundern. naja, aber dafuer muesste es wohl auch erstmal einen oder mehrere vorfaelle geben, bei denen man die schuld auf mineralien schiebt - eben so wie bei den computerspielen auch. ;)

--- Ende Zitat ---

Ich denke das ist etwas übertrieben ... wie soll man bitte Mineralien verbieten???
Mineralien mit Computerspielen vergleichen? Ich glaube nicht dass das funktionieren wird.

Vor allem ist der Begriff "Mineralien" sehr weitläufig ... "Mineralien" zu verbieten hieße dass niemand mehr Calcit im Haus haben darf, genauso wenig wie Quarz, denn beides sind Mineralien ...  ;)

sabine:
@ thannator

jetzt wird's aber so langsam haarspalterei. :P

klar, dass ich damit radioaktive mineralien meine. ;)
und auch klar, dass man steinbrueche etc. nicht einfach wegverbieten kann. den handel mit radioaktiven mineralien aber schon... theoretisch.

smoeller:
Hallo,

Das ist alles sehr schwierig. So enthält Granit, den wir als Baumaterial, Gleisschotter usw. nutzen, ja, auf dem wir sogar eventuell unser Essen anrichten (Granit-Arbeitsplatten) 4,8 g/t Uran, Thorium und 40K.

Die Strahlung, die von einer Granit-Arbeitsplatte ausgeht, von dem Radon mal ganz zu schweigen, ist bei weitem höher als die, die von 20 oder 30 MM-Stüfchen mit Uranmineralen im mm-Bereich ausgeht. Nur wenige horten ja gleich ganze Sammlungen von Uranpechblende zuhause.

Die Frage, ob man Uranminerale verbieten sollte: Man kann sicher den Handel einschränken (ebay!!), aber die Frage des Sammelns kann so einfach nicht beantwortet werden. Sicher, Uranminerale sind nicht ungefährlich (das aber sind die meisten Minerale nicht, nimmt man einmal Quarzstaub, Schwermetalle, Gifte wie Arsenminerale u.ä) und sollten nicht in die Hände unbedarfter Sammler und Kinder geraten.

Eventuell wäre eher ein Sachkundenachweis (wie er unter anderem bei der Haltung von Giftschlangen Pflicht ist) der richtigere Weg. Aber wer soll das schon kontrollieren. Das Ordnungsamt kann ja nicht überall mit Geigerzählern rumlaufen. Wer zudem seine strahlenden Lieblinge richtig hält, dem kommt keiner bei. Nur wer Pechblende oder große Autunit-Stufen offen und ohne Schutz in der Wohnung liegen hat. Aber der ist eh selber Schuld.

Das Sammeln von Uranerzen kann keiner wirklich unterbinden, es sei denn, hinter jedem Baum stünde jemand mit Geigerzähler.

Meine persönliche Meinung: Jeder muss selber wissen, was er sammelt, solange er seine Umwelt nicht gefährdet. Uranminerale gehören halt zum Mineralreich dazu. Dabei sammle ich kleine und kleinste Proben und versuche, möglichst kleine Anzahlen der selteneren Arten zu sammeln. Größere Proben müssen nicht sein. Die Stüfchen befinden sich in Plexiglasdöschen.

Glück Auf!
Smoeller

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