Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
Fluorit-Farbfrage
berthold:
Hallo,
im Anhang ein Bild von einem Fluoritkristall, ca. 2 mm von der Grube Roland im Wölsendorfer Revier. Der Kristall weist als Tracht eine Kombination von Hexaeder (dominant) und Rhombendodekaeder (die zwei spiegelnden Flächen) auf.
Seltsamerweise ist ein Teil des Kristalls wirklich wasserklar, der andere Teil tief-violett bis fast schwarz (und nur an feinen Kanten im Gegenlicht durchscheinend. Die Fraben sind anscheinend durch einen Riss getrennt, dieser läuft aber nicht gerade und auch nicht in Spaltrichtung durch den Kristall. Auf der Stufe befindet sich noch einen weiterer Kristall in dieser Art gefärbt.
Wie kann so eine Färbung entstehen?
Gruß
Berthold
grauwacke:
Hallo, Berthold,
die violette Farbe ist eine Bestrahlungsfärbung und hängt damit von der zur Zeit des Kristallwachstums herrschenden Radioaktivität in der Umgebung des Kristalls ab. Daher kann sie zoniert oder in anderer Weise ungleichmäßig auftreten. Das ähnlich entstandene blaue Steinsalz hat manchmal ganz unregelmäßige blaue Bereiche.
Gruß
Grauwacke
berthold:
Hallo,
ja, so kenne ich das auch. Aber dass die Farbzonierung hier genau an einem Riss endet - das kann doch nichts mit der Radioaktivität während des Kristallwachstums zu tun haben - oder ?
Gruß
Berthold
Jean 1310:
Hallo ! 8)
bin zwar kein Experte, glaube aber nicht das sich radioaktive Strahlung von einem Riss aufhalten läßt.
Also muss es einen anderen Grund geben, welchen kann ich Dir leider nicht sagen.
Glück Auf
Volker
grauwacke:
Hallo,
merkwürdig ist, daß trotz der extrem guten Spaltbarkeit des Fluorits der "Riß" unregelmäßig ist und die Farbzone rechts sogar um die Ecke geht. Möglicherweise handelt es sich gar nicht um einen Riß, sondern nur um eine unregelmäßige Farbzone. Die Farbe ist nicht dadurch entstanden, daß der fertige Kristall durchstrahlt wurde, denn sonst sähe man ausgehend von Partikeln radioaktive "Höfe". Insofern hat Jean 1310 Recht, daß Strahlung nicht an Rissen haltmacht. Die Färbung muß während des Kristallwachstums aus der Lösung gekommen sein. Da der gesamte Bereich des Fotos im Übergang zwischen Farblos und Violett liegt, muß der eine Teil mit Bestrahlung aus der Lösung, der andere ohne gewachsen sein, also zu einem anderen Zeitpunkt. Der Schlüssel müßte in der genauen Betrachtung auch der Kristallumgebung liegen. Ich habe blaue Steinsalzkristalle, bei denen solche "Risse" alte Oberflächen sind, an denen der Kristall später unter veränderten Bedingungen weiter wuchs.
Gruß
Grauwacke
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln