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Tonschiefer / Salzglyptomorphosen

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HakkiMalää:
Hallihallo,
ich hab gestern an einem Acker eine Tonschieferplatte (Oder Tonstein, was ist da eigendlich der Unterschied?) gefunden, die Würfelförmige Strukturen aufweist. Diese sehen aus, als wären dort Pyritwürfel, wie sie aus Kupferschiefern bekannt sind, durch den Ton verfrängt wurden. Gibt es diese Pyritwürfel auch in Tonstein? Und können diese dann verwittern und der Tonstein ihre Form annehmen???

geomueller:
Hallo HakkiMalää,

also zunächst einmal der Unterschied zwischen Tonschiefer und Tonstein liegt, unabhängig von der möglichen unterschiedlichen Zusammensetzung dieser beiden Gesteine, im unterschiedlichen Metamorphosegrad. Der Tonstein besteht in der Regel aus einem plattigen leicht diagenetisch verfestigten Ton bis schluffigen leicht feinsandigem Ton. Der Tonstein kann aber auch unterschiedliche Beimengungen wie z. B. Glimmer, inkohlte Pflanzenhächsel, um nur zwei zu nennen, beinhalten.

Tonschiefer ist meist ein metamorph überprägter Tonstein mir einem nur schwachen Metamorphosegrad.

So wie du die "würfeligen Strukturen" beschreibst könnte es sich um Steinsalzkristallnegative in Salztonen des Zechsteins handeln. Ich kenne solches aus Thüringen. Ist natürlich nur eine vage Vermutung, ein Bild deines Fundes würde weiter helfen.

Gruß Jürgen

Yoscha:

--- Zitat von: HakkiMalää am 24 May 07, 15:04 ---Hallihallo,
ich hab gestern an einem Acker eine Tonschieferplatte (Oder Tonstein, was ist da eigendlich der Unterschied?) gefunden, die Würfelförmige Strukturen aufweist. Diese sehen aus, als wären dort Pyritwürfel, wie sie aus Kupferschiefern bekannt sind, durch den Ton verfrängt wurden. Gibt es diese Pyritwürfel auch in Tonstein? Und können diese dann verwittern und der Tonstein ihre Form annehmen???


--- Ende Zitat ---

War es ein Schwarzschiefer bzw. ein schwarzer Tonstein?
Solche unter anoxischen Bedingungen abgelagerten tonigen Sedimente enthalten ihre schwarze Farbe meistens durch zwei Dinge, einerseits den relativ hohen Anteil an organisch gebundenem Kohlenstoff und andererseits extrem feinen Pyritpartikelchen (Strichfarbe bekanntlich schwarz).

Sobald solche Gesteine metamorph überprägt werden kommt es oft zum Wachstum der Pyrite, die dabei teilweise wirklich gewaltige Pyritwürfel ausbilden können.
Also prinzipiell können Pyritwürfel in tonigen (Meta-)Sedimenten auftreten.
Im speziellen Fall kann ich mich meinem Vorposter ersteinmal nur anschließen. Würfelförmige Tonpseudomorphosen sind meiner bisherigen Erfahrung nach meist auf gelöste Salzkristalle zurückzuführen.

EDIT: Im Anhang hab ich einen Schwarzschiefer aus Schottland, aus einer Lokation wo man hätte bessere und sogar größere Pyrite finden können. Nur hatte ich viel zu wenig Zeit genügend zu suchen (die Sonne verschwand langsam unter dem Horizont).

smoeller:
Hallo,

Denke auch eher an Salznegative. Bei Pyrit bleibt meist Limonit übrig, auch in Sedimenten. Derartige Pseudomorphosen von Limonit nach Pyrit sind aus tonigen Sedimenten und aus der Braunkohle bekannt.

Glück Auf!
Smoeller

Yoscha:

--- Zitat von: smoeller am 24 May 07, 16:44 ---Hallo,

Denke auch eher an Salznegative. Bei Pyrit bleibt meist Limonit übrig, auch in Sedimenten. Derartige Pseudomorphosen von Limonit nach Pyrit sind aus tonigen Sedimenten und aus der Braunkohle bekannt.

Glück Auf!
Smoeller

--- Ende Zitat ---
Sorry für den Photo-Spam, aber da ich grad die Kamera anhatte.

Im Anhang ein (auf die Schnelle leider etwas unscharf gewordenes Bild von einigen Limonit-Pseudomorphosen nach Pyrit aus Mergeln bei Vlotho.

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