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Elektolyse mit Quarz
Andres:
Hallo Leute,
ich wollte mal (vorallem die Chemieinteressierten) fragen, es möglich wäre aus Quarz Silicium zu gewinnen. Wenn ja hätte ich mir das nämlich so vorgestellt:
Ein kleiner Gusseimer mit konz. Schwefelsäure und 2 Graphitkathoden, die man mit deinem Netzteil unter Storm stellt und dann noch eben ein derbes Stück Quarz.
Könnte das funktionieren oder müsste der Quarz erst zerbröselt werden oder geht das überhaupt nicht oder nur unter anderen Bedingungen?
MfG Andres
PS: Ich hoffe das mein Post nicht gekillt wird, weil nicht so viel mit Mineralien direkt zu tun hat ;D
wolfilain:
Hallo
Der Eimer wird sich im Gegensatz zum Quarz an den Elektroden niederlassen.
;)
Andres:
was für ein gefäß kann man dann nehmen?
Hg:
Hallo,
das wird so niemals funktionieren, weil die Bindungen zwischen Si und O viel zu stark sind. Welche Funktion soll denn hier die Schwefelsäure haben?
In der Technik macht man das folgendermaßen:
Man erhält Silizium durch Metallothermie, d.h. durch Reduktion von Quarz mit Magnesium oder Aluminium. In der Technik reduziert man Quarz Hilfe von Kohle in elektrischen Lichtbogenöfen . Reinstes Silizium wird nach Reduktion von Chlorsilanen mittels H2 u.a. durch Zonenschmelzen oder verschiedene Verfahren der Einkristall-Züchtung erhalten.
Also Reduktion von SiO2 mit C zu CO2 und Si, und anschließende Reingung über SiCl4 und Zonenschmelzverfahren ;)
So wird reines Si im mio-Tonnenmaßstab gewonnen.
siehe auch http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Silizium
Gruß
Andreas
aca:
Hallo,
gar kein Gefäss.
Quarz ist kein klassisches Salz. Es besteht nicht aus einzelnen isolierten Ionen.
Wenn es sich in Wasser löst, dann unter Bildung von Kieselsäure (H4SiO4).
Die liesse sich ungefähr so gut elektrolysieren wie Mineralwasser (mit Kohlensäure H2CO3).
Was würde passieren:
H2O + H4SiO4 -> H3SiO4- + H3O+
negative Elektrode:
2 H3O+ + 2 e- -> 2 H2O + H2
positive Elektrode:
2 H3SiO4- + 2 H2O -> 2 H4SiO4 + O2 + 2 e-
In beiden Fällen wird das Wasser gespalten, nicht die störrische Si-O-Bindung.
Weil sich Quarz so phantastisch langsam und wenig in Wasser löst:
Probier mal aus, ob sich bei der Elektrolyse von Mineralwasser auf den Elektroden Kohlenstoff niederschlägt.
Wenn man das versucht, würden an den Elektroden solange Wasserstoff und Sauerstoff abgeschieden,
bis nur noch CO2 übrig ist, nach dem gleichen Schema wie oben.
Sonst würde man mit Sonnenkollektoren die Luft vom CO2 befreien können, wäre ja cool.
Si4+-Ionen, die sich elektrolytisch abscheiden liessen, gibt es so in Verbindungen nicht (auch wenn es in vielen Mineralogiebüchern seltsamerweise so dargestellt wird), vielleicht in der Sonnencorona oder einem Plasma, aber nicht in einer Quarzschmelze, noch nicht mal in Quarz-Dampf.
Und wie Andreas (Hg) zwischenzeitlich schon angedeutet hat, die Schwefelsäure bringt da auch nichts.
Gruss
Amir
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