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Autor Thema: Eisen in Kombinationen als farbgebende Komponente in Quarz  (Gelesen 4620 mal)

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Offline Krizu

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Hallo,

mal eine dumme Frage:
In welchen Quarzvarianten ist Fe alleine oder in Kobinatination mit anderne Ionen Ursache für die Farbe?
Eisenkiesel, Rosaquarz, Amethyst  und Citrin habe ich selbst gefunden. Habe ich was vergessen?

Danke + MfG

Frank

Online smoeller

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Hallo,

In den meisten Chalcedonen ist Fe farbgebend, man denke nur an die ganzen bunten Achate, Allerdings liegt hier oft Hämatit als submikroskopische Einschlüsse vor. In rotem Flint von Helgoland war dieser als Schüppchen unterm Polmi zu erkennen.

Auch Blauquarz, Tigerauge und ähnliches sind durch Einschlüsse eisenhaltiger Minerale gefärbt, ebenso Prasem.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Krizu

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Hallo Sebastian,

eigentlich dachte ich weniger an eisenhaltige Verbindungen als an Fe. Ok, dann muss ich den Eisenkiesel eigentlich auch streichen.

Hatten wir nciht einmal Quarze mi Wachstumssektoren amthystfarben gegen gelb hier im Forum?
Danke

MfG

Frank

Offline Krizu

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ok, das war Ametrin  ;D

MfG

Frank

Offline aca

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Hallo,

Amethyst
Fe3+/Fe4+ (+Strahlung)

Citrin:
vielleicht manchmal durch Fe gefärbt. Es gibt Literatur dazu, die Al als farbgebendes
Agens (+Strahlung) nennen,aber ich kenne keine einzige Originalarbeit,
in der Fe in Citrin als farbgebendes Agens nachgewiesen wurde, das sagen immer nur alle.
Allerdings wird gezüchteter Quarz gelb, wenn der Lösung Eisensalze beigegeben werden.

Karneol, Sarder, Achat, Eisenkiesel, gebrannter Amethyst ("Citrin"):
Fe2O3, FeOOH

Aventurin, Plasma, Jaspis, Heliotrop etc.
diverse, oft eisenhaltige Einschlüsse (eisenhaltige Glimmer, Hämatit, etc. etc.)

Prasem:
Fe2+ in Pyroxenen und Amphibolen

Prasiolith:
wahrscheinlich Fe2+ (wo genau, ob interstitiell oder irgendwo eingebaut,
weiss ich nicht, Prasiolith ist aber dichroisch, die farbgebende Substanz
muss also geordnet im Gitterverband vorliegen)

Dann gibt's noch den "Spezialitäten-Markt", z.B. Strawberry-Quartz
mit feinverteilten Lepidocrocit-Flittern, etc. etc.

Rosaquarz nach meinem Kenntnisstand "immer noch" durch
Phosphor (anstelle Si) gefärbt. Rosenquarz wieder anders.


Mehr fällt mir gerade nicht ein...

So gesehen gibt es nur 3 oder 4 Verietäten:
Amethyst, Ametrin, sehr wahrscheinlich Prasiolith und vielleicht manche Citrine.

Amethyst und Prasiolith sind dichroisch
Ametrin in den violetten Sektoren aber nicht auf den gelben.
Citrin ist wenigstens bei bestimmten Vorkommen dichroisch.


Gruss
Amir

Offline Goldi85

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Hallo,

Da hänge ich gerade mal eine Frage dran 8): Es gibt doch an verschiedenen Fundstellen Amethyste, die sich (wohl durch Hitzeeinwirkung) grün gefärbt haben. Was ist denn da genau passiert? Welche Eisen-Ionen liegen denn da vor? Auf jeden fall sind die nicht durch Aktinolith, Chlorit,o.ä. gefärbt.

Offline gsiberger

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Hallo!

Da ist mir wohl jemand zuvorgekommen  ;D. Im Wikipedia steht dass nur einige wenige Amethyste sich beim erhitzen grün verfärben, also zu Prasiolith werden. Von was hängt das denn ab? Wo kommt Prasiolith denn vor? Ich hab mich mal kurz etwas im Internet informiert, da steht dass Prasiolith extrem selten ist, stimmt das? Wie haben die sich natürlich so verfärbt? Gleich wie beim Erhitzen im "Labor"?

Mfg gsiberger =)

Offline Goldi85

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Hallo,
Im Rykart steht was von Fundstellen im Grenzgebiet Nevada-Kalifornien und bei Nack/ Rheinhessen haben wir auch schon welche gefunden. Einer steht da auch auf der Fundstellenseite unter "Amethyst". Von was das abhängt: ??? Erhitzung wohl durch vulkanische Aktivität.

Offline Krizu

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Hallo,

zum Labor:
beim sogenannten Tempern hängt es von der
1.) Temperatur
2.) den schon vorhandenen Störstellen
3.) der Umgebung (oxidierend, reduzierend, Fremdionen z.B. Li)
4.) der Abkühlrate
ab, welche Farbe rauskommt.

Quarz hatte ich schon einige geknackt, ich weiss nicht, ob es der Phasenübergang bei 570°C war , oder ein Flüssigkeitseinschluss.

MfG

Frank

Offline aca

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Hallo,

was mir an Fundstellen natürlicher Prasiolithe bekannt ist:
Südliches Bahia, Brasilien
Thunder Bay, Ontario, Canada
"irgendwo" in Polen
Farm Rooisand, Gamsberg, Namibia
New Hampshire, U.S.A
Peterson Mountain, California/Nevada, U.S.A.
Kalomo-Mapatiqya, Zambia

Gibt es zum Vorkommen in Nack Literatur?

De grünen Bereiche von farbzonaren (violett-grünen) Steinen weisen einen
hohen Gehalt an freiem Wasser im Kristallgitter auf (also als H2O),
während Amethyst-Zonen in den gleichen Steinen  v.a. gebundenes Wasser
in Form von Hydroxyl-Gruppen (-OH) enthalten.

Ob und wie das ursächlich mit dem Grün zusammenhängt,
ist wieder eine andere Frage.

Siehe auch die Web-Links zu Prasiolith:
http://minerals.gps.caltech.edu/mineralogy/Current_Projects/Green_quartz/Index.html
http://minerals.gps.caltech.edu/Manuscripts/in-prep/Greenish_Quartz/Index.htm
http://www.gaaj-zenhokyo.co.jp/researchroom/kanbetu/2006/2006_05-01en.html.

Gruss
Amir

Offline Krizu

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Hallo,

Das Wasser sollte eigentlich nicht stark mit dem Eisen wechselwirken. Die letzte Wasserbande liegt bei 900nm. Aber es kann ein deutlicher Hinweis auf andere Störungen des Gitters sein.

MfG

Frank

Offline berthold

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Hallo,

Zitat
Citrin:
vielleicht manchmal durch Fe gefärbt. Es gibt Literatur dazu, die Al als farbgebendes
Agens (+Strahlung) nennen,aber ich kenne keine einzige Originalarbeit,
in der Fe in Citrin als farbgebendes Agens nachgewiesen wurde, das sagen immer nur alle.

aus: Lehmann (1971)  Yellow color centers in natural and synthetic quartz, DOI: 10.1007/BF02422610
Vier verschiedene gelbe Farbzentren wurden in Quarz nachgewiesen. Citrin oder erhitzte Amethyste enthalten Einschlüsse von Fe2O3, wie ESR-Untersuchungen bei verschiedenen Mikrowellenfrequenzen zeigen. Gelbliche Färbungen können durch Einwirkung ionisierender Strahlung auf bestimmte natürliche Quarze mit Aluminium- und Wasserstoffgehalt entstehen. Diese Farbzentren sind mit den bekannten Rauchquarzzentren verwandt. Dotierung von Quarz während der Hydrothermalsynthese mit dreiwertigem Eisen führt im allgemeinen zum Einbau dieses Ions auf Zwischengitterplätze mit verzerrt tetraedrischer Symmetrie. Beziehungen zu Silikatgläsern werden diskutiert. Dotierung mit dreiwertigem Kobalt führt zum Einbau auf verzerrt oktaedrische Zwischengitterplätze.

Gruß
Berthold



Offline aca

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Hallo,

aus: Lehmann (1971)  Yellow color centers in natural and synthetic quartz, DOI: 10.1007/BF02422610
Vier verschiedene gelbe Farbzentren wurden in Quarz nachgewiesen. Citrin oder erhitzte Amethyste enthalten Einschlüsse von Fe2O3, wie ESR-Untersuchungen bei verschiedenen Mikrowellenfrequenzen zeigen.

Danke für die Literaturstelle.

Sach ich doch  ;D
Einschlüsse von Fe2O3 = Eisenkiesel

Muss mir das Paper trotzdem mal besorgen.

Gruss
Amir

 

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