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Der Uranbergbau in Sachsen und Thüringen in Zahlen

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geomueller:
Der Uranbergbau in Sachsen und Thüringen in Zahlen

Der Uranerzbergbau zu DDR-Zeiten hat große Umweltschäden in Ostthüringen und im Erzgebirge verursacht. Die bisherige Sanierung hat von 1991 bis Ende 2006 etwa 4,8 Milliarden Euro gekostet.

Einige Daten und Fakten zum Uranerzbergbau und den Folgen in der Region:

Uranerzförderung: Die Sowjetisch Deutsche Aktiengesellschaft Wismut hat von 1947 bis 1990 in Sachsen und Thüringen gefördert. Mit einer Gesamtproduktion von 231 000 Tonnen Uran war die DDR in dieser Zeit der drittgrößte Uranproduzent weltweit nach der USA und Kanada. Wichtigste Förderstätte war die Region um Ronneburg. Hier wurden bis 1990 allein 113 000 Tonnen Uran abgebaut.

Arbeitsplätze: Im Jahr 1950 waren rund 200 000 Arbeiter für den Uranabbau im Einsatz, bis 1989 schrumpfte die Belegschaft auf ca. 42000. Insgesamt waren zwischen 1947 und 1990 rund 550 000 Menschen bei der Wismut tätig.

Kosten: Der Uranerzbergbau war von Beginn an ein Subventionsgeschäft. Schätzungen zufolge musste der Staat zwischen 1954 bis 1985 etwa 9,23 Milliarden DDR-Mark investieren, dabei sind die Erlöse bereits abgezogen. Hinzu kamen acht Milliarden DDR-Mark für indirekte Ausgaben wie Sozialleistungen und Wohnungsbau.

Unfälle: Von 1953 bis 1990 kam es laut Statistik zu 42 000 Unfällen, darunter 916 schwere mit insgesamt 772 Toten. Über die Zeit ab 1946 gibt nur Schätzungen, die von weiteren 200 bis 300 Toten ausgehen. Häufigste Unfallursachen waren Steinschläge und unsachgemäße Sprengungen. Der größte Unfall ereignete sich 1955, bei einem Grubenbrand in Schlema starben 33 Menschen.

Gesundheitsschäden: Die Arbeit Untertage und der Umgang mit dem radioaktiven Material führte bei vielen Bergleuten zu schweren Erkrankungen. Zwischen 1952 und 1990 wurden bei 14 600 Wismutmitarbeitern Silikose diagnostiziert, bei mehr als 5200 Bronchialkrebs. Weitere 5000 mussten die Arbeit wegen Überlastungsschäden aufgeben.


Die Quelle dieses Artikels ist eine dpa Meldung des Landesdienstes Thüringen und Sachsen vom 02.06 2007.
Ich habe das mal hier rein gesetzt weil hier sehr gut die Ausmaße des Fluch und Segens der Wismutaktivitäten in zusammengefasster Form deutlich werden.

Gruß Jürgen

Hg:
Hallo Jürgen,
vielen Dank für diese sehr interessante Aufstellung. Schon Wahnsinn, was da alles umgegraben wurde.
Gruß
Andreas

hscalle:
Hallo Jürgen,

sind die Uranvorräte im Erzgebirge eigentlich erschöpft, oder wäre ein weiterer Abbau bei steigenden Rohstoffpreisen denkbar.



Gruß Heiko

Schluchti:
Für die Lagerstätte Niederschlema-Alberoda-Hartenstein sind per 1.4.1991 noch 1.051,2 Tonnen Uranmetall als sichere Vorräte angesetzt (bis zur -2070m Sohle). Dazu kommen nochmal 1.071,1 Tonnen prognostische Vorräte.  Damit ist diese Lagerstätte (hinsichtlich Uran) wohl als weitestggehend abgebaut zu betrachten.

In Pöhla gelten 732, 9 Tonnen Uranmetall noch als sicher. Die prognostischen Vorräte betragen dort 3.014 t.

Die Tagebaue Culmitzsch/Sorge/Gauern/Gera-Süd haben einen Restvorrat von 3.350,0 t Uranmetall.

Für Ronneburg sind per 01.01.1991 noch 51.820 Tonnen Uranmetall als Restbestand angegeben.

Quelle: Chronik der Wismut     

hscalle:


Bei momentan auf 136 US-Dollar pro Pfund = 272 $/kg entspricht 51.820 Tonnen Uranmetall = 14.095.040.000 $

Da würde ich eine Weile hinkommen.  ::)

Die Spitzkegelhalden könnte man ja wieder aufschütten...

Gruß Heiko





Gruß Heiko



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