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Autor Thema: Hornartiger Kiesgrubenfund aus dem Tertiär  (Gelesen 2383 mal)

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Offline berni.by

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Hornartiger Kiesgrubenfund aus dem Tertiär
« am: 28 Aug 07, 00:04 »
Ich habe bei einem Ausflug in eine Kiesgrube ein versteinertes, leicht gekrümmtes Bruchstück aus der Mitte eines alten Gegenstandes gefunden: 
Länge: 21 cm, Gewicht ca. 1,4 kg, Querschnitt voll mit Birkenblattform, vordere Hälfte Halbrund, hintere Hälfte spitz zulaufend zu einem scharfem Grat, Querschnittsabmessungen (verjüngend) dick: 7,5 cm x 6,5cm, dünn: 4,5cm x 3,5cm!
Es befindet sich noch auf einer hinteren Seitenfläche, beginnend an der scharfen Hinterkante, ein ca. 3 cm breiter Streifen der originalen, glatten, dunkelbraunen Oberfläche.
Diese  ist 1-2 mm dick, mit ganz leichter Wellenstruktur quer zum Gegenstand und leichten, parallelen, nadelstreifenartigen Rillen in Längsrichtung. An den Bruchstellen der Enden sind keine Wachstumsringe oder ähnliches zu erkennen.
Die Fundstelle liegt in der Nähe unseres Wohnortes in Niederbayern, im tertiären Hügelland. Was ist es und von wem stammt es? Wie alt ist es?
Ich vermute einen Teil eines Horns, Zahns, Knochens?

Offline Kili

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Re: Hornartiger Kiesgrubenfund aus dem Tertiär
« Antwort #1 am: 28 Aug 07, 12:48 »
Hi berny,

leider sind diene Bilder etwas Unscharf und erschweren dadurch die bestimmung. Es wäre gut wenn du neue schärfere Fotos machen könntest.

Erster wager Versuch ohne genauer Sicherheit, könnte es sich um Ein Stück eines Mammutstoßzahnes bzw. Dinotherium,Gomphotherium handeln.

Aber wie schon gesagt, mach lieber neue Bilder, da ich mehr geraten habe als genaueres sagen zu können.

Sorry

Kili

Offline berni.by

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Re: Hornartiger Kiesgrubenfund aus dem Tertiär
« Antwort #2 am: 29 Aug 07, 22:21 »
Hallo Kili,

erstmal vielen Dank für deine Einschätzung. Ich habe das Teil geschruppt und nochmal einige Fotos gemacht. Die sind zwar nicht wesentlich schärfer, aber der Gelbstich und Rost vom Kies sowie die Aufhellungen vom Blitz sind zumindest schon mal weg. Außerdem sind durch das Reinigen noch einige interessante Details deutlich hervorgetreten:

- der 3 cm breite Streifen der originalen Oberfläche ist durchsichtig, leicht milchig, das ist speziell in nassem Zustand sehr gut zu erkennen. Die dunkelbraune Farbe schimmert vom darunterliegenden Material her durch. Durch feine Risse längs und quer zum Objekt erinnert das Aussehen an schuppenartige Reptilienhaut.

-das  Farbspektrum der restlichen Umfangsfläche reicht von weissgrau über blaugrau bis dunkelbraun, fast schwarz, je nach Kontakt mit dem Erdreich; die weissgrauen bis blaugrauen Bereiche fühlen sich leicht klebrig an. Die Oberfläche ist größtenteils mondlandschaftsartig verwittert mit knapp 1 mm tiefen Kratern, wie bei einem verrosteten Blech. Nur ein 2 cm breiter Streifen von der Kante des Grates aus ist etwas glatter, matt spiegelnd und zeigt eine eher brettartige, lineare Maserung in Längsrichtung. Der verwitterte Bereich hat erstaunlich geradlinige, parallele Risse in Längsrichtung mit  Abständen von wenigen mm.

- die Bruchflächen sind dunkelbraun bis hellbraun mit weißlichen Bereichen. Sie sind stark zerklüftet mit einer scharfen Unterteilung in kleine bis fingernagelgroße Bereiche, die in sich aber sehr glatt durchtrennt worden sind. Neben dem sehr gleichmäßig 1 mm dicken Originaloberflächenstreifen zeigen sich im Bruchbild  von aussen her ein 4mm und daran anschließend ein 3 mm breiter Wachstumsring. speziell bei dem Inneren zeigen sich weniger deutlich nochmals Unterteilungen in nur einige Zehntel mm dicke Ringe. Neben diesem weiter nach innen hin weniger deutlichem, radialem Aufbau zeigen sich an den Bruchstellen auch strahlenartig vom Zentrum nach aussen gerichtete Strukturen, an denen auch scharfe Bruchgrate entlanglaufen.

- der Gegenstand weist keinerlei Poren oder sonstige Hohlräume auf, ist also homogen dicht.

Ich möchte nur noch anmerken, dass es sich um einen reinen Zufallsfund eines absoluten Laien handelt. Falls Ihr also viel mit lateinischen Fachbegriffen in Euren Antworten glänzt, liefert doch bitte eine für mich verständliche Übersetzung mit. Falls die Bilder immer noch nicht brauchbar sind, werde ich mir eine bessere Kamera borgen. Ich freue mich schon auf weitere Antworten.

 

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