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Autor Thema: Oolith-Geschiebe von Bornholm  (Gelesen 29314 mal)

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Saxifragus

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Akkretionärer Lapilli
« Antwort #30 am: 24 Apr 08, 19:49 »
Glück Auf allerseits!

An Psaronius: Kannst Du die Funde vom Lapilli aus den Nähe von Altenburg etwas genauer beschreiben? (Wo gefunden, wie aussehend?)

Als Ergänzung zum Bild weiter oben kommt hier noch ein akkretionärer Lapilli aus dem Geschiebe (Niedersachsen). Soweit ich weiß, sollen diese Gesteine aus Dalarna stammen.  Kennt das jemand aus dem Anstehenden?
Saxifragus

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #31 am: 24 Apr 08, 20:07 »
Hallo Saxi,
muss mal auf Suche in meinem "Steinelager" gehen. Vielleicht finde ich ein Stück und mache dann ein Foto.
Fundort u.a. in der Nähe von Mockzig.
Dein Geschiebe ist übrigens interessant. Habe hier im Norden sowas noch nich gefunden.
Ähnelt im ersten Moment auch meinem Bornholmfund, aber es fehlen der schalensrtige Aufbau der Ooide und die Fossilreste im Kern derselben...
Gruß
Psaronius

Isarkiesel

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm - Rätsel gelöst?
« Antwort #32 am: 08 Jun 08, 09:36 »
Hallo Psaronius (und alle anderen Mitleser und -rätsler),

frisch zurück aus dem Gotland-Urlaub, habe ich ein paar neue Hinweise auf die Herkunft des Bornholm-Geschiebes anzubieten: Im Burgsvik-Ooolith (im südlichen Teil der Insel Gotland) finden sich anstehende Oolith-Gesteine sowohl mit kleinen (wenige mm) als auch großen (über 1 cm) Oolithen - und die größeren sehen dem Bornholm-Fund meiner Meinung nach zum Verwechseln ähnlich. (In ein paar Tagen kann ich hier Fotos einstellen.) Fundorte auf Gotland sind auf dem gesamten Küstenabschnitt zwischen Valar und Hoburgen zu finden.

Gruß,
Holger

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #33 am: 08 Jun 08, 11:03 »
Hallo Holger,
danke für die Info, die mich umso mehr überrascht, da von den bisher gefragten "Skandinavien-Spezialisten" keiner etwas sagen konnte... Bin schon gespannt auf Deine Fotos.
Hast Du eventuell auch Material von dort mitgebracht ? Ein direkter Vergleich Stein mit Stein wäre noch effektiver.
Ansonsten einen schönen Sonntag,
Grüße aus dem momentan
tropischen Norden
Psaronius

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #34 am: 08 Jun 08, 14:07 »
Ok, das mag vielleicht auch an dem im Geschiebe üblichen Problem liegen: man hat ein Gestein aus einem Sedimentationsgebiet, welches zu 70-95% nicht mehr existiert (Je nach Literatur), da auf den Photos keine bestimmbaren Fossilien zu sehen sind (oder irre ich mich?) ist eine Bestimmung rein nach Lithologie ohne Dünnschliffuntersuchungen so genau wie Memory spielen, zumal noch einige andere oolithische Gesteine aus den Paläozoikum in Frage kommen.
Dass sich Experten für dieses Gebiet deshalb nicht zu einer "LuckyLuke-Ferndiagnose" hinreißen lassen (wir wissen ja, es schießt schneller als sein Schatten) ist nur verständlich......Wäre die Problematik um Geschiebe und die Geologie Südskandinaviens so einfach, könnte ja jeder in einem 2-Wochenendkurs zum Geologiespezialisten für dieses Gebiet werden... (ich frage mich dann immer bloß, warum ausgerechnet unsere Geologiestudenten immer solche Schwierigkeiten damit haben, in einem Semester die häufigsten 120 Gesteinstypen diagnostozieren zu können, obwohl da noch nichtmal eine Herkunftsanalyse mit bei ist.... :'()

Es gibt übrigens im Paläozoikum Estlands, in diversen Beyrichienkalkvariationen (ohne Herkunftsangabe, bzw. südliches Ostseebecken) und auch in einigen anderen stratigraphischen Horizonten auf Gotland ähnliche Onkoid/Pisoid/Ooidbildungen. Um nur mal die zu nennen, die mir als nicht-Skandinavien-Fachmann bekannt sind.
« Letzte Änderung: 08 Jun 08, 14:35 von Tapir »

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #35 am: 08 Jun 08, 14:56 »
Hallo Tapir,
die Schwierigkeiten der Geschiebebestimmung sind mir schon klar. Kenne selbst Fachleute der Greifswalder Uni, die sich seit Jahrzehnten mit der Problematik beschäftigen, und zugeben, dass sie eigentlich immer noch nicht soviel darüber wissen. D.h. dass u.a. die Herkunft vieler Gesteine unklar ist.
Bei den Oolithen/Onkolithen war es allerdings so, dass man mir eigentlich nicht viel Orte nennen konnte, wo solch Material ansteht.  - Und das Material, dass ich gesehen habe, kaum Ähnlichkeiten mit meinem Fund aufwies (Was aber nicht heißen soll, dass auch vom Optischen manches Gestein sehr variabel ist !).
Dazu kommt, dass eigentlich der Anteil dieser Gesteine an den Geschieben insgesamt relativ gering ist.
- Ansonsten staune ich auch immer über "Spezies", die ganz schnell, nur durch flüchtiges Draufschauen,
Gesteine bestimmen... Geben Dir recht, dass gerade die Gesteinsbestimmung oft recht schwierig ist.
Das ist u.a. ein Grund dafür, dass ich keine kristallinen Geschiebe sammle...
In diesem Sinne,
Gruß
Psaronius

PS: Falls Dir irgendwann mal Vertreter der Onkolithe/Oolithe in die Hände geraten, bin immer an Vergleichsmaterial interessiert...

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #36 am: 08 Jun 08, 15:04 »
Hallo Psaronius,

einiges an Material liegt in der Sammlung des LUNG in Sternberg bei Güstrow. (ca. 50-60 paläozoische Ooide, hauptsächlich Sammlung Schulz, Besichtigung entweder nach Anmeldung bei Dr. Karsten Obst, LUNG, Güstrow, oder kurzfristig in diesem Sommer bei mir). Auch im Geschiebearchiv in Greifswald (Geschiebearchiv, nicht Landessammlung!), Ansprechpartner Prof. I. Hinz-Schallreuter, liegt einiges an Material. In beiden Sammlungen leider nicht unbedingt immer stratigraphisch richtig bestimmt.

Ansonsten werde ich die Augen für Dich offen halten. Ich bin diesen Sommer auf Bornholm, Südschweden, Mittelschweden und Südnorwegen unterwegs.

PS: Onkoide (0,5- 4 cm) sind ebenfalls im silurischen Leperditiengestein nicht gerade selten......
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 11:35 von oliverOliver »

Offline Yoscha

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #37 am: 08 Jun 08, 16:07 »
Moin,
im Laufe der letzten zwei Wochen habe ich insgesamt 6 Oolith Stücke, zwar nicht in Bornholmer, aber immerhin in Geschiebe gefunden.
Deshalb würde ich den Thread hier gerne "kapern", da hier ja schon einige mögliche stratigrafische Einordnungen für Geschiebe.Oolithe angesprochen wurden.

Die einzelnen Ooide sind max. 1,5 mm groß (und damit jenseits der Möglichkeiten meiner Fotoausrüstung), das Gestein ist grau. Bei Betrachtung unter dem Bino erkennt man als Kerne vieler Ooide Quarzkörner.
Nach den Angeben in der verfügbaren Literatur (v.a. W.Schulz "Geologischer Führer für den norddeutschen Geschiebesammler") tendiere ich dazu sie ins Malm einzuordnen, da nur hier sog. Sandoolithe mit Quarzkörnern als Ooidkern erwähnt werden.
Wirklich sicher bin ich mir angesichts der doch eher knappen Beschreibungen nicht.

Von daher, kennt jemand andere mögliche Herkünfte für solche "Quarzkernooide" im Ostseebereich, oder hat jemand evtl. Vergleichsfotos von möglichen Kanidaten?

Tapir

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #38 am: 08 Jun 08, 16:22 »
Außer Malm kommt auch noch Dogger und ostbaltisches Oberordovizium in Frage (bei Ooiden mit Quarzkorn als Kristallisationskeim), hilfreich wären hier bestimmbare Fossilien.... (auch bei allen ist eine graue Gesteinsfarbe möglich)

Wie ist denn das Gefüge?

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #39 am: 08 Jun 08, 21:42 »
Hallo Tapir,
erstmal vielen Dank für die Tipps. Dass in Sternberg eine ganze Kollektion von Oolithen liegt, war mir neu.
Werde versuchen, mir die Sachen bald mal anzuschauen...
Da Greifswald fast vor meiner Haustür liegt, ist das natürlich noch günstiger.
Das Problem ist bei mir momentan allerdings die knappe Zeit. - Bin beruflich sehr eingespannt, und eigentlich immer mehr südlich unterwegs...
Freue mich trotzdem, dass diese Rubrik nun wieder etwas aktiver genutzt wird.
Bis dann,
Psaronius

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #40 am: 08 Jun 08, 21:46 »
Hallo Yoscha,
bin natürlich auch auf Deine Beiträge gespannt.
Wo genau hast Du Deine Geschiebe-Oolithe gefunden ?
Obwohl ich selbst eigentlich kaum Geschiebe sammle (Eigentlich interessieren mich nur solche mit pflanzlichen Resten.), weiß ich von etlichen befreundeten Sammlern, dass z.B. in unserer Region Oolithe als Geschiebe äußerst selten anzutreffen sind...
Gruß
Psaronius

Offline Yoscha

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #41 am: 09 Jun 08, 18:46 »
Wo genau hast Du Deine Geschiebe-Oolithe gefunden ?
Im umgelagerten Geschiebe hier auf dem Gelände der Uni Bremen, ich verbring im Moment einige meiner Mittagspausen mit Sammeln.
Bei 3 der 5 gefundenen Stücke hätte ich eine Herkunft aus Bauschutt nicht ausschließen können, bei 2 der 5 war die Situation jedoch so, dass ich zu 90% sagen kann, es ist wirklich Geschiebe.
Ein 6. Stück ist auch eindeutig Geschiebe, hat allerdings bei ähnlich bis gleich aufgebauten Ooiden eine andere Lithologie, stamt aber auch aus Geschiebe.

Außer Malm kommt auch noch Dogger und ostbaltisches Oberordovizium in Frage (bei Ooiden mit Quarzkorn als Kristallisationskeim), hilfreich wären hier bestimmbare Fossilien.... (auch bei allen ist eine graue Gesteinsfarbe möglich)
Wie ist denn das Gefüge?
Dogger stand an 2ter Stelle bei mir. Nach Fossilien müsste noch mal mit dem Bino drangehen, weiß allerdings nicht wann ich dazu Zeit habe.
Gefüge bei den 5 "gleichen" ist korngestützt, eher Punkt-Kontakte, Matrix ist grauer Kalk (an einigen Stellen hatte ich einen Verdacht auf Verkieselungen, aber bisher keine Zeit, genauer drauf einzugehen).
Der Ausreißer hat ebenfalls graue Ooide, ist jedoch eher Matrix gestützt (untergeordnet jedoch auch Punktkontakte) und was der größte Unterschied ist, die Matrix ist limonitisch.

OT: Und es ist leicht erbärmlich, wie "umfangreich" die Lietratur über Geschiebe der Unibibliothek Bremen ist... 

PS: Es kann momentan unter Umständen etwas länger dauern, bis ich antworten kann, momentan viel am Hut ;).
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 11:37 von oliverOliver »

Isarkiesel

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #42 am: 10 Jun 08, 21:51 »
Hallo Psaronius und Mitleser,

hier nun die Fotos der Gotland-Funde. Zunächst ein Burgsvik-Oolith mit grossen Oolithen (Fundort Kättelvik).

Isarkiesel

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #43 am: 10 Jun 08, 21:54 »
Hier zwei Stücke mit kleineren Oolithen.
Und noch eine Detailaufnahme der grossen Oolithen.
« Letzte Änderung: 05 Apr 13, 11:39 von oliverOliver »

Offline Psaronius

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Re: Oolith-Geschiebe von Bornholm
« Antwort #44 am: 11 Jun 08, 07:02 »
Hallo Isarkiesel,
Deine Stücke sehen auf jeden Fall erstmal interessant aus.
Angeschliffen wäre wahrscheinlich noch mehr zu sehen, - oder vielleicht mal zum Fotografieren anfeuchten, damit die Onkoide besser zu erkennen sind.
Falls Du von Deinen Funden was abgeben würdest, - bin interessiert !
Ansonsten Grüße aus dem Norden
Psaronius

 

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