Arbeitsmittel / Means for work > Reinigung (Präparieren, Konservierung) / Cleaning (Prepare, Conservation)
Säubern von Mineralien
Andres:
Tach,
also ich hab von 3,3 % (=höhster Wert in DE) Silber im Bleiglanz gehört ;D
gruß
Fecky:
Hallo,
Danke , den Spaß am Experimentieren habe ich. ;)
Wie bekommt man eigentlich das Silber aus dem Bleiglanz?
MfG
Christopher
smoeller:
Hallo,
Im Treibeprozess wurde früher das geschmolzene Bleierz in flachen Rinnen mit dem Luftsauerstoff oxidiert. Dabei wird aus dem Bleianteil Bleioxid (Bleiglätte, Massicotit). Das edlere Silber blieb in elementarem Zustand. Allerdings wurde das Erz vorher geröstet, wobei giftiges Schwefeldioxid frei wird.
Übrigens: Die Silbergehalte in Bleiglanz sind im allgemeinen recht niedrig. Viele Galenite, insbesondere aus tiefer temperierten Gängen (so die tertiären Lagerstätten des Oberrheingrabens oder der Schalenblende) führen nur wenig Ag. Die hohen Ag-Gehalte anderer Vorkommen (z.B. Teufelsgrund im Münstertal oder Schapbach (beide Schwarzwald) mit jeweils 1-1,2 % Ag) sind auf zwei mögliche Ursachen zurückzuführen:
- kleine und kleinste (meist nur erzmikroskopisch erkennbare) Einschlüsse von eigenständigen Ag-Mineralien (Silber, Pyrargyrit u.a.)
- Entmischungen von Matildit als Relikte einer Hochtemperatur-Mischbarkeit von Galenit (PbS) und Hochtemperatur AgBiS2 (Schapbachit)
Glück Auf!
Smoeller
Isarkiesel:
Hallo Christopher,
dann gäbe es noch die Möglichkeit, das aus dem Bleiglanz erhaltene Blei mit geschmolzenem Zink zu extrahieren, bzw. die Blei-Silber-Mischkristalle, die sich aus silberhaltigem Blei abscheiden, mechanisch abzutrennen... ;D
Gruß,
Holger
Axinit:
Hallo,
letztlich muss der Bleiglanz immer erst chemisch umgewandelt werden (Abroesten zum Oxid/Reduktion zu silberhaltigem Blei), bevor man Silber isolieren kann.
Smoeller hat schon das sogenannte Parkinson-Verfahren erwaehnt. Hier laesst sich Silber als Metall recht einfach vom Blei abtrennen (unterschiedliche Redox-Potentiale; Blei wird unter den Reaktionsbedingungen oxidiert, Silber hingegen nicht).
Isarkiesel bezieht sich vermutlich auf das sogenannte Parkes-Verfahren, das fuer den Hausgebrauch jedoch weniger geeignet erscheint ;D:
Nach A. Parkes (1842) benanntes Verf. zur Abtrennung des Silbers aus Ag-haltigem Rohblei. Man gibt zum Ag-haltigen Pb wiederholt 1–2% des Blei-Gew. an geschmolzenem Zn. An der Oberfläche scheidet sich dabei ein Ag-haltiger Zn-Schaum mit 6–18% Ag ab, aus dem das Zn destillativ abgetrennt wird. Anschließend wird in Treiböfen durch Aufblasen von Luft das sog. Blicksilber (99,8% Ag) erhalten, auf dem die Bleiglätte (PbO) mit allen Verunreinigungen aufschwimmt. Nach dem P.-V. kann man Ag auch aus Bismut-Erzen gewinnen (zitiert nach Roempp's Chemielexikon).
GA
Harald
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