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Autor Thema: Gips  (Gelesen 3146 mal)

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Offline Wegwerfit

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Gips
« am: 18 Nov 07, 21:47 »
Am Samstag war ich auf einer Exkursion meines Vereins in eine ehemalige Fe-Mn-Mine (Gonzen). Bei der Suche nach den Erzen stiess ich auf eine Ausblühung von Gips auf einer Wand. Die Locken und Nadeln respektive Faden waren extrem brüchig und konnten mit dem blossen Atem zerbrochen werden. Sorgfältig packte ich eine ca 2 cm grosse Locke ein.
Zuhause angekommen musst ich feststellen, dass sich die Locke entwässert hat und sich in Anhydrit oder Bassanit umgewandelt hat. Die Form der Locke glich nun der eines Teelöffels Puderzucker. Ich wollte die Dose, in der der Gips war, auswaschen, doch nach wenigen ml Wasser musste ich feststellen, dass sich ein Teil des Pulvers aufgelöst hat. Nach weniger als 1 min hat sich alles aufgelöst. Nach etwas schwenken der Flüssigkeit fiel mir auf, dass das "Wasser" nun oberflächenabstossend ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: War das Am Anfang wirklich Gips ? Betrachtet man die Löslichkeit von Anhydrit (2g/l) und die des Pulvers (Umgerechnet ca 100g/l) scheint dies irgendwie unmöglich.

Gruss
Wegwerfit

Offline caliastos

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Re: Gips
« Antwort #1 am: 18 Nov 07, 22:04 »
also gips denke ich mal eher nicht.
auch beim besten wille wird ein gips unter normalen bedingungen nicht so schnell entwässern und zu anhydrit werden. das braucht viel länger und ganz andere bedingungen.
wird wohl eher eine wasserösliche erzausblühung gewesen sein.

Offline Wegwerfit

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Re: Gips
« Antwort #2 am: 18 Nov 07, 22:20 »
Ok, danke, dann wird es wohl Melanterit sein, der sich in Rozenit umgewandelt hat.

Gruss,
Wegwerfit

Offline giantcrystal

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Re: Gips
« Antwort #3 am: 19 Nov 07, 00:20 »
Vermutlich wohl eher ein Magnesiumsulfat wie Mirabilit oder ähnlich. Da geht so etwas mitunter in Minuten... :o

Glück Auf

Thomas

Offline thothie

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Re: Gips
« Antwort #4 am: 19 Nov 07, 10:17 »
Mir schwant da ja was. Hattet ihr draußen Minusgrade?

Möglicherweise einfach nur Eis. Ich kenne das, kann man auch im Wald an morschen Ästen oft beobachtenbei hoher Luftfeuchtigkeit und um die o Grad.

Hier ein Foto:

Offline Wegwerfit

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Re: Gips
« Antwort #5 am: 19 Nov 07, 20:53 »
Nö, im Stollen war es angenehme 16°  :)
@giantcrystal: Möglich, aber die Ausblühung hat sich auf Pyrit gebildet, da erscheint ein Eisensulfat wahrscheinlicher.
Gruss,
Wegwerfit

Offline smoeller

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Re: Gips
« Antwort #6 am: 20 Nov 07, 11:36 »
Hallo,

Tippe auf Epsomit. Kenne ich reichlich aus Freiberg. Ist extrem brüchig und entwässert in trockenen Räumen rasch zu weißen Bröseln.
Kann aber halt durchaus auch Hexahydrit oder was ähnliches gewesen sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Wegwerfit

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Re: Gips
« Antwort #7 am: 20 Nov 07, 21:22 »
Hatte ich anfangs auch gedacht, doch das Mineral ist auf einem Magnetit-Hämatit-Pyrit-Erzgang entstanden, von Magnesium ist dort keine Spur.

Gruss,
Wegwerfit

Online guefz

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Re: Gips
« Antwort #8 am: 20 Nov 07, 21:53 »
Was ist mit dem Umgebungsgestein? Kann das Mg daher kommen?

Günter

Offline Wegwerfit

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Re: Gips
« Antwort #9 am: 20 Nov 07, 21:56 »
Das Umgebunggestein ist Kalk. Wahrscheinlich leicht Mg-haltig, doch sicherlich nicht genug um dm2 grossse Flächen abzudecken.

Gruss,
Wegwerfit

Offline smoeller

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Re: Gips
« Antwort #10 am: 20 Nov 07, 22:05 »
Hallo,

Die Freiberger Epsomite saßen auf Gneis.  Da müssen bei weitem größere Mengen gelöst worden sein als bei einem Carbonat, das leicht löslich und oft erheblich Mg-haltig ist.

Einen Test auf Eisen macht man am Besten mit Blutlaugensalz (rotes oder gelbes). Dazu löst man etwas Mineralpulver in Wasser und gibt Lösung von rotem und gelbem Blutlaugensalz in je ein Glas mit der Minerallösung. Wenn Eisen vorliegt, färbt sich je nach Wertigkeit des Eisens eine der Flüssigkeiten blau wie Tinte.

Glück Auf!
Smoeller

 

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