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Autor Thema: Kameravergleichstest  (Gelesen 14377 mal)

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Offline Schluchti

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #15 am: 22 Nov 07, 19:54 »
Auch mal auf die Schnelle:

Beleuchtung 2x Halogen, Canon Powershot G7, ISO 80, Blende 5.6,  1/40s, EV +1/3

1. Bild:  mit ACDSee zurecht geschnitten, auf 450px Breite verkleinert und leicht nachgeschärft
2. Bild: 1:1 Bildausschnitt, mit ACDsee zurechtgeschnitten und leicht nachgeschärft

Offline der Sauerländer

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #16 am: 28 Nov 07, 20:48 »
Hallo Thomas

Gut ist was anderes. Bin etwas erstaunt über die Unschärfe. Zumal bei der Münze ja keine Schärfentiefe verlangt wird.
Ich kann jetzt ne große Klappe haben, weil ich seit wenigen Tage ne neue Ausrüstung habe. Mir erschließen sich ganz neue Welten.
Das Blatt des Cotoneasters ist ca 5 mm hoch. Die Dreckkrümel wenige 1/10 mm

Gruß
Wilhelm

Offline Schluchti

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #17 am: 28 Nov 07, 23:24 »
Hallo Wilhelm, über gut oder schlecht läßt sich natürlich immer streiten. Unscharf ist das kleine Bild aber auf keinen Fall, eher weniger plastisch, aber das liegt eher an der sehr stark abgegriffenen Münze und eventuell vorhandenen Optimierungsmöglichkeiten bei der Bleuchtung.  Achte mal auf die kleinen Kratzer und matten Beläge am Rand. 

Was Du wahrscheinlich meinst, ist der 100% Ausschnitt. Aber auch da keine Unschärfe im eigentlichen Sinne zu sehen und schon gar kein Problem mit der Schärfentiefe (wie auch bei einer Kompaktkamera),  sondern eher der bauartbedingte Nachteil von kleinen CCD-Sensoren mit winziger Sensorfläche in Kompaktkameras: nämlich schlicht und ergreifend ein Problem im Auflösungsvermögen. Diese 10MP oder 12 MP Sensoren lösen effektiv kaum mehr als 6 MP auf. Das sieht man eben genau dann in solchen 100% Auschnitten, wo das Bild ziemlich matschig wirkt. Wenn man das ganze verkleinert und runterrechnet, fällt es nicht mehr auf. Diese Unzulänglichkeiten muss man kennen, um damit umgehen zu können. Bei DSLRs tritt das nicht in dem Maße auf.   

Aber um vergleichen zu können, sind eben diese 100% Bildausschnitte gerade richtig, weil dort eventuelle Unzulänglichkeiten am besten sichtbar werden.   

Mach doch mal mit Deiner neuen Kamera eben so ein Bild von einem 2 EUR Stück und stell es auf 450 Pixel verkleinert und dann in einem 100% Bildausschnitt mit ein paar Angaben zum Equipment und der angewandten Nachbearbeitung rein.

P.S.: Hab gerade vor ein paar Tagen im  DSLR-Forum einen interessanten Link zum Thema Nachschärfen gefunden.
http://www.dkamera.de/news/oh-nein-schon-wieder-ein-ueberschaerftes-bild 
 
« Letzte Änderung: 28 Nov 07, 23:28 von Schluchti »

Offline Stefan

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #18 am: 29 Nov 07, 06:59 »
Ich habe hier mal versucht so mit schnell draufhalten die Münze zu fotografieren, was mir so nicht so recht gelungen ist. Klar hab ich ein mehr oder weniger scharfes Foto, aber die Reflexionen sind deutlich stärker als bei Euch. Das ist aber schon so wenn ich die Münze in der Hand betrachte.

So mit schnell und aus der Hand drauf ist hier bei mir kein brauchbares Foto zu bekommen. Canon G7 aus der Hand fotografiert ohne weitere Einstellungen und Kaltlichtquelle ... keine Nachbearbeitung außer zurecht schneiden.
Gruß Stefan

Offline Stefan

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #19 am: 29 Nov 07, 07:00 »
Bild 2 und wers genau wissen will was die Kamera so gemacht hat

Original date/time: 2007:11:29 06:23:37
Exposure time: 1/60
Shutter speed: 1/59.97
F-stop: 2.8
Focal length: 8.2050
Flash: Not fired
Exposure mode: Auto
White balance: Auto
Orientation: Top-left
Aperture: 2.9688
Exposure bias: 0.0000
Metering mode: Pattern
Digitized date/time: 2007:11:29 06:23:37
Modified date/time: 2007:11:29 06:23:37
User comment:
Custom rendered: Normal
Scene capture type: Standard
Digital zoom ratio: 1.0000
Canon macro mode: Macro
Canon self-timer: 0
Canon quality: Normal
Canon flash mode: Not fired
Canon drive mode: Single
Canon focus mode: Single
Canon image size: Large
Canon easy shooting mode: Full auto
Canon digital zoom: None
Canon contrast: Normal
Canon saturation: Normal
Canon sharpness: Normal
Canon ISO: Auto
Canon metering mode: Evaluative
Canon focus type: Close-up
Canon AF point: 16385
Canon exposure mode: Easy shooting
Canon long focal length: 44400
Canon short focal length: 7400
Canon focal length units: 1000
Canon flash activity: Not fired
Canon flash details: 0
Canon G1 focus mode: Single
Canon white balance: Auto
Canon burst sequence: 0
Canon subject distance: 0.011000
Canon flash bias: 0.000000
Canon firmware version: Firmware Version 1.00
Canon image number: 1002406
Canon owner name: Stefan Schorn
Canon image type: IMG:PowerShot G7 JPEG
Camera make: Canon
Camera model: Canon PowerShot G7
X resolution: 180.0000
Y resolution: 180.0000
Resolution unit: Inches
Colorspace: sRGB
File source: DSC
« Letzte Änderung: 29 Nov 07, 07:04 von Stefan »

Offline berthold

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #20 am: 29 Nov 07, 11:50 »
Hallo,

um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Wir sind uns ja einig dass es nicht nur auf die Kamera sondern vielmehr auf den Fotografen ankommt. Allerdings sind mit einer schlechten Kamera kaum (hochauflösende) Spitzenfotos möglich. Folglich will ich mich auf die Frage konzentrieren was denn dran Schuld sein kann, wenn mit einer (guten, teueren) Digicam unzureichende Makro-Qualität erzielt wird.

1.) Blende - Belichtungszeit - ISO - Beleuchtungsstärke: Klar, diese Faktoren müssen so gewählt werden, dass die Aufnahme nicht unter- oder überbelichtet wird. Nun kann man aber an jedem der vier Faktoren drehen und durch Veränderung der (oder eines) anderen Parameter wieder zur richtigen Belichtung kommen. Beispielsweise (und jetzt lassen wir wie Beleuchtungsstärke konstant)
* Blende 16 - ISO 400 - 1/60s
* Blende 22 - ISO 800 - 1/60s
* Blende 22 - ISO 400 - 1/30s
* Blende 2.8 - ISO 400 - 1/1000s
sollten zur gleichen Belichtung (wenn ich mich nicht verrechnet habe) führen. Wer mal solche oder ähnliche Testreihen macht, wird aber erhebliche Unterschiede in der Qualität der Bilder feststellen. In den Digicams sorgt in der Regel eine Auto (-Programm) Funktion für die Ausgewogenheit der Parameter. Beispielsweise könnte ein "Sport-Programm" auf kurze Belichtungszeiten optimiert sein (viertes Beispiel), ein Porträt-Programm aber auf geringe ISO-Zahl. Und warum das Ganze?
* Hohe ISO-Werte liefern körnige Bilder mit weniger Dynamik
* je größer die Blende (kleiner Blendenwert) umso geringer die Schärfentiefe
* sehr kleine Blende (großer Blendenwert) verringert ggf. die Gesamtschärfe des Bildes
* je länger die Belichtungszeit umso größer die Verwacklungsgefahr
Einige Digicams haben ein "Makro-Programm" (häufig Blumen-Symbol), teuere Proficams verzichten allerdings z.T. komplett auf solche Programme, die ja immer nur für eine ganz bestimmt Situation optimal sein können. Es macht ja einen erheblichen Unterschied ob ich aus freier Hand eine Blume die vom Wind bewegt wird - oder vom Stativ aus einen Kristall fotografieren möchte. Im ersten Fall wird man einen hohen ISO Wert nehmen um bei mittlerer Blende und kurzer Belichtungszeit zu einem vernünftigen Resultat zu kommen, im zweiten Fall kann man mit kleiner Blende (=hoche Schärfentiefe) und kleinem ISO-Wert (=geringes Rauschen) bei langer Belichtungszeit ein gutes Resultat erzielen. Es folgt daraus, dass ein Makro-Programm nicht für beide Makro-Situationen geeignet sein kann. Deswegen empfehle ich in der Mineralienfotografie die manuelle Einstellung dieser Parameter und grundsätzlich: Fester Aufbau mit Stativ.
2.) Farbraum: Über den Farbraum hat man früher kaum gesprochen, sich jedoch gewundert warum die Farben auf verschiedenen Ausgabegeräten unterschiedlich aussehen. Keine Digicam kann alle Farben erfassen, kein Monitor oder Drucker kann alle Farben ausgeben. Deswegen hat man (Microsoft und HP) sich auf einen (kleinsten gemeinsamen) Nenner geeinigt, dem sRGB-Farbraum. Es gibt in vielen Digicams heute die Möglichkeit auch einen anderen Farbraum (z.B. Adobe-RGB) einzustellen, dieser ist "größer", liefert also den natürlichen Farben näherliegende Werte. Das gilt aber nur, wenn die so gemachten Bilder auch mit einem Ausgabegerät nach Adobe-RGB betrachtet werden. Und nachdem das (abgesehen vom Profi-Bereich) praktisch nie der Fall ist sollte man besser bei sRGB bleiben, fast alle Programme und Ausgabegeräte haben sRGB als Voreinstellung. Nachträgliche Veränderungen des Farbraums (z.B. von sRGB nach CMYK für die Druckvorstufe) sollte man unterlassen (oder den Profis überlassen), da immer mit Verlusten verbunden.
3.) Weißabgleich: Ein guter Weißabgleich ist ein Qulitätskriterium das gerade bei Mineralienfotos für die richtige Farbwiedergabe sehr wichtig ist, wichtiger noch als der Farbraum. Die Notwendigkeit für den Weißabgleich ergibt sich aus:
* verwendeter Lichtquelle (bzw. der spektralen Zusammensetzung des Lichtes)
* farbigem störendem Streulicht
Auch hier bieten viele Digicams "Auto"-Funktionen oder Situations-Einstellungen (Glühlampe, Leuchtstofflampe, Sonne, bedeckter Himmel usw.) an.  Wenn wir an einen blau leuchtenden Halogenscheinwerfer (z.B. 8000K Leuchttemperatur) oder an eine im Vergleich dazu gelb wirkende Glühbirne (z.B. 2000K) denken ist klar, dass eine Einstellung "Glühbirne" für beide Lichtquellen nicht zutreffen kann. Deswegen ist grundsätzlich ein manueller Weißabgleich - je nach Kameramodell ist der unterschiedlich zu machen - notwendig. Und zwar immer, wenn sich die Beleuchtung ändert. Berücksichtigen soll man auch Streulicht das vom Untergrund/Hintergrund kommt (deswegen vorzugsweise in weisser, schwarzer oder grauer Umgebung arbeiten).
4.) Lichtquelle: Hängt mit dem passenden Weißabgleich zusammen. Aber bestimmte Lichtquellen sind mehr oder weniger geeignet. Vielfach wird man die Erfahrung machen, dass natürliches (Sonnen-) Licht für die Aufnahmen gut geeignet ist. Das liegt einerseits daran, dass die Digicams für diese Lichtart optimiert sind, dass Sonnenlicht eine ausgewogene spektrale Zusammensetzung hat und dass andererseits hier üblicherweise Automatikfunktionen (wieder der Weißabgleich) gut arbeiten. Nachteil ist, dass die Schwankung (zieht auch nur eine Wolke vorbei) keine Serienaufnahmen (z.B. für Mehrebenenfotografie) zulässt, dass eine Lichtführung (Druse ausleuchten oder mehrere Flächen glänzen lassen) extrem problematisch ist und dann uns das natürliches Licht halt eben nicht immer zur Verfügung steht. Alle Profis arbeiten in der (Mineralien-) Makrofotografie deswegen mit künstlichen Lichtquellen.  Aber welche? Nach meiner Erfahrung haben sich Leuchtmittel bewährt, die in ihrer spektralen Verteilung einem "schwarzen Strahler" nahekommen. So sind Halogenlampen weitaus besser geeignet als z.B. Leuchtdioden (diese haben im Spektrum große "Löcher" was zwar vom menschlichen Auge wegintegriert wird, aber im Einzelfall (bestimmte Mineralfarben) sehr böse Überraschungen liefern kann. Metallische Mineralien sollte man nicht direkt beleuchten, hier kann eine Lichtbox gute Dienste erweisen. Verwendet man mehrere Lichtquellen müssen diese gleichartig sein. Auf keinen Fall sollte man z.B. natürliches Licht mit künstlichem Licht mischen (Mischlicht), das führt zu seltsamen Resultaten die man auch mit nachträglicher Bildbearbeitung am PC kaum retten kann.
5.) Datenformat: Viele Digicams vieten unterschiedliche Datenformate für die Bilder an, häufig: JPEG, TIFF, RAW. Beim jpg-Format kann man in der Regel noch die Qualität (*, **, ***) einstellen. Aus zwei Gründen empfehle ich RAW: Im Gegensatz zum JPEG Format findet hier keine verlustbehaftete Komprimierung statt (Klötzchen-Artefakte). Und fast noch wichtiger, im RAW Format liegen die Bilder (normalerweise im Gegensatz zu JPEG und TIFF) mit höherer Farbtiefe (also mehr als 24 bit für ein Pixel) vor. Zwar wird man für die Weiterverwendung (z.B. hier im Internet) auf die 24 bit zurückgehen, jedoch kann man das (mit guten Programmen am PC) so machen, dass man entweder den größeren Dynamikbereich zusammenschiebt oder durch zuschneiden Unter- oder Überbelichtung korrigiert (da geht es um mehrere Blendenwerte!).
6.) Auslösung: Man kann natürlich einfach auf den Auslöser drücken - und "Klick". Aber die Gefahr (trotz Stativ) dass man durch die Berührung das verwackelt ist schon gegeben. Früher hat man deswegen gerne mit Drahtauslöser gearbeitet, was man heute natürlich auch noch machen kann. Vielfach gibt es heute aber noch eine bessere Möglichkeit: Spiegelvorauslösung einschalten. Dann klappt nämlich nach der Auslösung sofort der Spiegel hoch, es dauert einige Sekunden und erst dann geht der Verschluss auf (und wieder zu). So wird auch der Spiegelschlag als Verwacklungsursache vermieden.
7.) Objektiv/Auflösung: Häufig wird die Qualität (von all-round-zoom) Objektiven überschätzt, besonders, gerade wenn sie wie hier in extremen Bereichen eingesetzt werden. Die 10, 12 oder mehr Megapixel nutzen nichts, wenn das Objektiv die Auflösung nicht bringt oder um helle Stellen bunte Farbsäume zeichnet. Sicher haben spezielle Festbrennweiten-Makroobjektive ihren Preis, jedoch ist und bleibt das Objektiv DER qualitätsbestimmende (oder begrenzende) Faktor (wenn alles andere stimmt). 

Gruß
Berthold 

Offline Klinoklas

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #21 am: 29 Nov 07, 14:33 »
Der berthold und seine Fotobibel ;)

AMEN

Nee Spaß beiseite. Da ist schon was dran. Mit manuellen Einsstellungen ist auch bei
günstigeren Modellen noch mehr rauszuholen. Die zufinden bedarf aber Zeit und Geduld.
Ich habe Jahrelang im Automatik Modus geknipst, leider ist der meistens dumm wie Brot.
Aber woher soll er auch wissen was wann angemessen ist. (Trotz Programmierung).
Naja jetzt fotografiere ich fast nur noch manuell und habe noch nicht alle perfekten
Einstellungsvarianten entdeckt.

Das dabei jetzt aber bessere Bilder herauskommen sieht ein Blinder mit einem Krückstock.
Deswegen bleibe ich am Ball.

Nichtsdestotrotz sollte ich in Zukunft mal über die Anschaffung einer neuen Digitalkamera nachdenken.
Meine ist jetzt bald 6 Jahre alt  :-X aber wir sind irgendwie mit der Zeit zusammengeschweißt.

Gruß
René

Offline aca

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #22 am: 22 Dec 07, 00:16 »
Hallo,

da muss ich noch einen "draufsetzen"  ;D
wenn auch etwas verspätet, weil ich gerade erst mit einem
"richtigen" Makro-Setup angefangen habe.

An die Qualität von Bertholds berühmtem Streichholz kommt es noch nicht ran,
aber man sieht an den Bildern ein bisschen, wo die Probleme sind.

1. Bild:  verkleinerte Version des Originalbildes (3039 x 2014 Pixel).
2. Bild:  ein Ausschnitt (Schleswig-Hostein und Süd-Dänemark) in Original-Kameraauflösung.
Nicht geschärft.

Equipment:
Nikon D70
10cm Wasserleitungs-Rohr aus Plastik, innen mit schwarzem Fotokarton ausgelegt.
20 Jahre altes, rappeliges Vivitar 24mm Objektiv mit Hau auf der Frontlinse
in Retro-Stellung mit 2-Komponenten-Kleber auf's Plastikrohr geklebt.

Das Ganze auf einen Proxxon KT70 XY-Tisch montiert, das Plastikrohr mit einer Schelle stabilisiert.
Neuinvestition "Optik": 5 Euro für Plastikrohr, Schelle und Adapter.
Neuinvestition für Positionierung etc. 100Euro (!), wer Geduld hat, kriegt alles gebraucht billiger.

Hier geht es beim Arbeiten eigentlich nur noch um ein paar Themen:
1. Positionieren des Objektes
2. Fokussieren
3. Beleuchtung
4. Vibrationen eliminieren
5. Linsenoptik (Beugungsunschärfe, Tiefenschärfe, Dunkles Bild)

Man sieht an dem 2ten Bild, dass die Optik (zumindest bei Blende 11) ausgereizt ist,
das ist wohl ein Mischmasch aus Beugungsunschärfe und Vibrationsunschärfe.
Ich werde noch mal Experimente mit der Blende machen, die Tiefenschärfe muss ich
noch vermessen.

Mineralien knipsen kann man mit meinem Setup aber noch nicht, braucht
wohl noch ein paar Wochen, bis ich mit z-Stacks anfangen kann.
Ich muss echt sagen, ganz schön schwierig... ich ziehe meinen Hut vor allen,
die bei so einer Vergrösserung optisch ansprechende Bilder produzieren.

Gruss
Amir
« Letzte Änderung: 22 Dec 07, 00:20 von aca »

Offline berthold

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #23 am: 22 Dec 07, 08:47 »
Hallo Amir,

Gratulation.

Zitat
Mischmasch aus Beugungsunschärfe und Vibrationsunschärfe

oder physikalische Grenzen. Die maximale Auflösung bei extremer Vergrößerung ist durch die (doppelte) Lichtwellenlänge begrenzt. Wenn wir mal von einer Lichtwellenlänge von 500nm ausgehen, mal zwei macht 1 Mikrometer dann könnten auf einen Milimeter maximal 1000 Pixel scharf abgebildet sein. Wenn die Kamera tatsächlich 3039 x 2014 Pixel bringt dann ist logischerweise bei einer Vergrößerung von ca. 2x3 mm absolut Ende.

Gruß
Berthold

Offline aca

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #24 am: 22 Dec 07, 17:54 »
Die maximale Auflösung bei extremer Vergrößerung ist durch die (doppelte) Lichtwellenlänge begrenzt. Wenn wir mal von einer Lichtwellenlänge von 500nm ausgehen, mal zwei macht 1 Mikrometer dann könnten auf einen Milimeter maximal 1000 Pixel scharf abgebildet sein. Wenn die Kamera tatsächlich 3039 x 2014 Pixel bringt dann ist logischerweise bei einer Vergrößerung von ca. 2x3 mm absolut Ende.

Klingt logisch... (obwohl man das natürlich nicht wahrhaben will  ;D  )
"Zum Glück" bin ich schärfemässig noch nicht ganz auf 1000Pixel/mm,
sieht ja noch sehr verschwommen aus. Es geht also noch einen Tick besser - theoretisch...

Gruss
Amir

Offline thothie

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #25 am: 23 Dec 07, 06:03 »
Keine Ahnung, um was es hier eigentlich gehen soll. Mein Equipment mit Beispielfotos habe ich hier vorgestellt:


http://sauerland-makroland.de.tl/Die-Kamera.htm


Vielleicht passt das ja. :D

Offline berthold

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #26 am: 28 Dec 07, 20:42 »
Hallo,

also, wenn ich mit meiner Kodak 14n so an die Grenze (ähh, meine maximale Vergrößerung) rangehen kommt für das "E" von einer 1Euro-Münze sowas raus.

Gruß
Berthold

Offline trommeln

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #27 am: 28 Dec 07, 21:31 »
Wir haben hier also 2 Sorten Fotografen?

1. Digitalcamera aus dem Supermarkt - wo mit einfachen Mitteln und etwas Beleuchtung ein Stein/eine Stufe fotografiert wird.

2. Spezialeinrichtungen für Micromounts und spezielle Stufen mit Details und Tiefen

Fazit: mit einfachen Digicams kann man etwas so darstellen, dass hier erkannt werden kann um was es sich handeln soll - mit Bildbearbeitung kann anscheinend nicht mehr viel herausgeholt werden. Dafür mit einer geeigneten Beleuchtung. Im Mineralatlas habe ich letzhin einige Fotos gesehen wo man betreffend Weissabgleich auch noch verbessern könnte (gelbstichige Fotos).

Die gepflegte Kamera, ev. auf Mikroskop, hingegen kann wirklich tolle Details herausholen und auch belichtungsmässig und glanzmässig viel bieten. Ist aber entweder teuer oder man muss Aufwand treiben.

Darf ich rein neugierigkeitshalber die Superfotografen bitten mir ein Foto eines glänzenden Steins zu zeigen? Ev. Trick verraten wie man die Steine zum glänzen bringt auf dem Foto? Was macht ihr, dass nicht nur ein Spiegeln zu sehen ist? Bin nämlich nicht zufrieden mit den Fotos meiner Trommelsteine. Wurden halt mit einer Digicam gemacht, jedoch mit einer guten.

Offline berthold

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #28 am: 28 Dec 07, 21:55 »
Hallo,

Zitat
Ist aber entweder teuer oder man muss Aufwand treiben.

Beides, teuer und Aufwand.  ;)

Aber zu Deiner Frage (obwohl ich kein Superfotograf bin  ;) ): Glanz darstellen ist immer problematisch. Deswegen versucht man eher Glanz in den Bilder zu vermeiden. Wichtig erscheint mir also, dass man sehr sparsam mit Glanz  arbeitet, z.B. bei Kristallen nie große sondern bestenfalls einzelne kleine Flächen spiegeln lässt. Und die auch nicht zu stark. Also ich mache bei stark glänzenden Oberflächen folgendes: Diffuse Beleuchtung (Lichtzelt oder indirekt) und wenn ich eine oder zwei Flächen glänzen lassen möchte (was die Räumlichkeit verbessert) dann schwache Lampen knapp im Glanzwinkel.  Mit Pol-Filtern kann man (bei nichtmetallischen Oberflächen) den Glanz ganz gut unter Krontrolle halten.

Der Nachteil von starken Glanzlichtern ist, dass diese "ausfressen", also reine weiße Flächen ohne Struktur sind. Natürlich könnte man mit der Belichtung runter gehen, nur dann wird der Rest vom Bild viel zu dunkel. O.k. jetzt kommt es auf den Dynamikumfang an (man könnte an HDR-Technik denken, bringt aber in diesem Fall nicht viel) aber wie man es auch dreht, starke Reflexe "verblitzen" die Aufnahme.

Gruß
Berthold

Offline franksch

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Re: Kameravergleichstest
« Antwort #29 am: 28 Dec 07, 22:26 »
Hallo Trommeln,
ich bin auch kein Super-Fotograf. Schau Dir meine Titanit- Bilder vom Naßfeld/Gasteiner Tal an. Ohne eine spiegelnde Fläche würden die Kristalle als braune Masse untergehen. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn Ecken und Kanten und somit Kristallflächen auch vorhanden sind. Bei getrommelten Steinen sehe ich da Probleme...
Anmerkung aus eigener Erfahrung: ich hatte der Qualität des Weitwinkelobjektiv, welches ich in Retro- Stellung einsetze, bislang nicht so großer Bedeutung beigemessen. Dies ist aber falsch! Ich habe seit kurzem ein Olympus 28/2,0 Weitwinkel, das wirklich nicht billig war. Ich bin jedoch begeistert und möchte es nicht mehr gegen mein altes auswechseln. Und: ein unbedingt absolut wackelfreies, schweres Stativ ist auch notwendig.

franksch

 

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