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Preisentwicklung bei klassischen Fundorten ...

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Waidler:
Hallo Gemeinde!

Wie steht Ihr zu den in letzter Zeit doch recht kräftig angezogenen Preisen bei Klassikern wie Ehrenfriedersdorf, Fichtelgebirge oder Emsfeld?

Ich mein, ein beschädigter Rauchquarz vom Epprechtstein für 120 Teuro (gesehen auf der Börse München) steht für mich ausser Frage - aber dieses Stück ist auch noch verkauft worden!!  :o
Apatite von E-Dorf zu einem vierstelligen Preis??? UND obendrein bin ich mir nicht mehr so sicher, daß dieses Stück nicht doch von Portugal stammt? Auf was kann ich mich noch verlassen? Auf den Preis wohl kaum, den Der ist jenseits von Gut und Böse!

Auch viel mir in den Virinen von Übersee wiederholt auf, das HIER mit der Lokalität nicht soooo genau genommen wird. Da wird schon mal ein Chalcit von Passau für Silberberg verkauft - ist nun mal auch Bayern, ABER Chalcit ist und war für den Silberberg schon zu Abbauzeiten ein sehr seltenes Mineral. Die Paragenese stimmt allerdings in keinster Weise mit dem überein, was ich so im Berg sehe ...  :-\.

Wie denkt Ihr darüber - es geht uns ja ALLE an!

smoeller:
Hallo,

Es ist ja leider so, dass aus diesen klassischen Lagerstätten nichts neues mehr nachkommt und dann wird halt nach dem Modell Angebiot und Nachfrage vorgegangen und es werden halt auch mittelmäßige Stufen zu hohen Preisen verkauft. In meinen Augen auch ein unmögliches Vorgehen. Aber so ist halt der Markt.

Unsere einzige Chance als Sammler: Einfach die betreffenden Stücke nicht kaufen, damit keine Nachfrage entsteht. Wenn der Verkäufer auf dem Stück sitzen bliebe, würde er sich das Vorgehen überlegen.

 Aber es gibt ja immer die Gierschlünde und den Geldadel unter den Sammlern, denen eine Stufe gerade dann Recht ist, wenn der Preis hoch ist. Damit wird den normalen Sammlern dann der Boden unter den Füssen weggezogen, wenn es um Klassiker und Raritäten geht. Wenn der Händler schon für einen beschädigten x 120 Euro haben will, was würde er für einen intakten nehmen?

Ich würde es mir bei den Preisen doch sehr überlegen. Wenn ich den Kauf einer größeren Stufe beabsichtigte, würde ich erst einmal das Stück genauer überprüfen, ob es auch wirklich von der angegebenen Stelle stammen kann. Hier ist der Lokal-/Regionalsammler sicher im Vorteil gegenüber demjenigen, der weltweite oder zumindest deutschlandweite Vorkommen sucht. Danach dann würde ich mir ein persönliches Limit setzen (im Moment eher die mangelnden Finanzen als ein wirklicher Preis). Das Limit sollte sowohl an objektiven Kriterien (Seltenheit, Erhaltungszustand, Alter der Stufe (Etikett?)) als auch persönliche Kriterien (Gefallen, Intuition) orientiert sein. Pauschal kann man da nicht einmal eine Stufe im vierstelligen Bereich ausschliessen, wenn der Wert angemessen ist. Eine alte Silberstufe aus Wittichen mit 5-10 cm großen Fiedern ist durchaus in dem Bereich anzusiedeln und preislich durchaus gerechtfertigt. Aber für einen beschädigten Rauchquarz würde ich vielleicht 1/10 der 120 Euro zahlen, wenn überhaupt.

Bei der Paragenese sollte man sich immer auf seine eigenen Beobachtungen und den gedanklichen Vergleich mit bereits in der eigenen Sammlung befindlichen Stufen verlassen. Gerade bei Händlern aus Übersee ist sicher Vorsicht angeraten. Die kennen in der Regel die Fundorte nicht oder nur aus der Literatur. Also vertrauen sie auf das, was auf dem Zettel steht. Am Besten dann schnell weitergehen.

Glück Auf!
Smoeller

minuwe:
Alles ist relativ. Wer im Monat 20000 € verdient, zahlt für die 120 €- Stufe relativ wenig. Wer "nur" 2000 € verdient, wird da schon überlegen. Dazu kommen immer andere Faktoren, die smoeller schon nannte.

Es gibt keine "gerechten" Bewertungen, und wenn wir alle ehrlich sind, ärgert uns nur die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Und wenn der mit 2000 € EK die nicht kauft, dann nimmt sie halt der mit 20000 €  8).

Man kann eines tun: nicht blind und gierig drauf zu kaufen, das versaut natürlich die Preise und verwöhnt die Händler.

Mich lässt das kalt. Ich freue mich über das, was ich selber finde (hier haben andere Sammler auch mehr Zeit und finden mehr), oder über das, was mein Budget hergibt. Widerstehen kann ich immer.

Glück Auf
Uwe

UlrichW:
Hi Leute,

Also wenn jemand eine Wittichener Stufe für mehrere Tausen Euro kauft, bin ich völlig ruhig. Soetwas hat seinen Preis, keine Frage.

Es treibt mir aber die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich sehe wie Leute, die nicht einmal den Mineralnamen schreiben können, für Massen-Handelsware aus dem Billigsegment unglaubliche Preise verlangen. Genauso packe ich mich an den Kopf wenn eine Stufe für 150Euro einfach so auf den Tisch geknallt wird und mitten im Dreck der anderen Kandidaten liegt. Wem soetwas 150Euro wert ist, der passt auf sein Stück besser auf, die anderen wollen Abzocken.

Was mich immer wundert ist die Rückkopplung zwischen auf dem Börsen gesehenen Preisen und dem eigenen Bestand.

"Booo ey, der Arsenbrackebuschit von der Clara kostet 50 Euro, da ist meiner doch genausoviel wert. " Richtig, wenn man ihn denn verkauft. Wir kennen das doch fast alle: Bietet Unsereiner einen Arsenbrackebuschit an, bekommt er höchstens einige Euro dafür.  Das treibt einen an die Decke, keine Frage.

Aber betrachtet man das Problem mal realistisch, muss man eingestehen, daß es zwei Mineralienmärkte gibt. Den einen offiziellen, mit all seinen Risiken, Steuern und Abgaben und einen inoffiziellen, also den der echten Sammler untereinander. Letzterer hat, soweit ich das beurteilen kann, noch niemanden geschadet. Wer hier fair verhandelt, bekommt Mineralien zu einem erstaunlich günstigen Preis. Das heist aber auch, sich umschauen, sich über den Wert des gesuchten klar zu sein und marokkanische Basarallüren sollten auch aussen vor bleiben.

Wenn man also jetzt hingeht, und einen wirklcih fairen Preis, z.B. im Bieteboard offeriert, wird man sich wundern: keiner hat Interesse. Es ist einfach in den Köpfen, daß jeder nur abzocken will und jedes billige Angebot muss Mist sein...denn auf den Börsen kostet das ja das 5fache!
Ich denke dagegen sollte man anreden, nicht gegen die Narren auf Börsen die glauben ihren Schrott noch verkaufen zu können...oder die die meinen es unbedingt haben zu wollen.

Glück auf
Ulrich

Bergbaumaulwurf:
Glück Auf!
Die selbergesammelten Stücke sind immer die besten!
Auch wenn sie nicht immer die Qualität haben, aber leider gibt es halt Fundorte die der Nachwelt zum sammeln nicht mehr zur Verfügung stehen.
Also muss man kaufen- leider dann auch zu horenden Preisen, wenn man es gewillt ist.
Mein Tip ist fahrt zu kleinen Börsen des Betreffenden Gebietes und die Preise sind dort etwas günstiger.
Habe schon so manches schöne Stück aus der 1 Euro-Kiste gezogen.
Natürlich spielt auch hier das Geld und die Entfernung eine Rolle.
Wer genug von einer Funstelle Hatt sollte einfach sein Überschüssiges Material in den Atlas stellen und vielen ist samit geholfen!!!
Der Bergbaumaulwurf
-Wer sauber aus dem Berg kommt hatt was falsch gemacht!

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