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Was ist Paradoxit ?
Collector:
Hallo
in der deutschen Sammler-Literatur taucht immer wieder der Begriff "Paradoxit" als Synonym für eine Orthoklas-Varietät auf. Gute Kristalle stammen von Euba in Sachsen, aber auch in Wölsendorf kam er vor. Aus anderen deutschen Landen und aus der übrigen Welt ist er meines Wisens nicht bekannt.
Was ist Paradoxit ? In der internationalen mineral. Literatur wohl unbekannt, auch mindat kennt ihn nicht. Manche Autoren schreiben "fleischrote Vaietät von Adular" (obwohl die meisten Bilder schneeweiße Paradoxite zeigen); manche Sammler sprechen von hydrothermal gebildetem Adular ??? ( obwohl ja Orthoklas sowieso ein Produkt hydrothermaler Alterung sein kann).
*Ist Paradoxit eine rein lokale (sächsische) Bezeichnung für Orthoklas ? Ergo.: Orthoklas ?
*Woher stammt der Begriff ?
*Wer hat ihn geprägt ?
Danke an alle, die weiterhelfen können
Gruß
collector
smoeller:
Hallo,
Auch aus dem Unterharz, und zwar von Hasserode (Grube Aufgeklärtes Glück) (siehe auch im Lexikon) ist Paradoxit beschrieben.
Der Name kommt von dem Wort paradoxon. Der Name stammt von BREITHAUPT und wurde 1866 geprägt, da BREITHAUPT an dem Mineral eine abweichend hohe Dichte im Vergleich mit "normalem" Adular feststellte, die ihm paradox erschien. Es handelt sich um eine Varietät des Orthoklases, die oft dem Adular zugehörig betrachtet wird.
Literatur: Haake,R.: Die Mineralien der Flußspatgrube Schönbrunn bei Oelsnitz im Vogtland. Mineralien-Welt Heft1/94 Bode Verlag Haltern.
heli:
Gib Paradoxit mal in Google ein.
Da findet sich eine Vielzahl von Verweisen - auch auf Autoren, die hier im Forum sind.
Collector:
Hallo Heli
danke, ich hatte bereits die meisten google-Beiträge gelesen, mir fiel aber auf, dass es
*1. so gut wie keine wissenschaftliche Erklärung für eine Varietät Paradoxit gibt
*2. dieser Name eigentlich nur lokal in deutschen Regionen angewendet wurde
*3. die Bezeichnung Paradoxit sehr alt erscheint
*4. bei mindat kein Eintrag ist
*5. Auch meine doch recht umfangreiche europäische und amerikanische Literatur nichts zu Paradoxit hergibt
Insofern konnte ich mit keinem einzigen google-Beitrag etwas anfangen. Die erste und einzige bisherige vernünftige Erklärung, wie es zu dem Namen Paradoxit kam, hat im vorherigen Beitrag smoeller geschrieben. Es ist nur verwunderlich, dass es seit 1866 - Breithaupt - keine weiteren Untersuchungen zu diesem Orthoklas gab.
Kann es sein, dass es ich doch nur um einen "ganz gewöhnlichen Adular" handelt ? (wenngleich auch dann die Definition nicht stimmig ist, da Adular nach heutiger Auffassung Orthoklase sind, welche sich niedrigtemperiert in alpinen Klüften gebildet haben.)
Oder ist es so, dass wir ganz einfach einen alten Namen mit uns schleppen, ohne uns Gedanken zu machen, ob dieser noch Gültigkeit hat ?
Gruß
collector
Schluchti:
"ANALYSIS OF PARADOXITE FROM EUBA, SAXONV. Walther Schüler,
Centr. Mineral. 1921, 737 -8.
The mineral occurred with fluorite in quartz and porphyry veins. The forms
present were (110), (101), and (001); sp. gr. 2.425-2.430. Analysis gave: SiO2
65.24, Al2O3 17.73, FeO 0.14, F2O3 0.09, K2O 12.57, Na2O 1.05, CaO 2.86, MgO
0.24, BaO 0.06, SO3 0.04, F trace, sum 100.02. It is practically a K-feldspar.
E. F. H."
http://www.minsocam.org/ammin/AM9/AM9_19.pdf
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"Zinc usually is not analyzed routinely in electron microprobe
analyses of feldspar, and therefore data on the Zn contents
of natural feldspar are scarce. Therefore, in a
reconnaissance manner, feldspars of Pb-Zn hydrothermal vein
deposits and skarns in association with sphalerite were analyzed
here for their Zn content by electron microprobe. The
occurrence and phase assemblages of these feldspars, known
as paradoxites, are given in Table 2."
Aus: KARL THOMAS FEHR AND ALEXANDRA L. HUBER, Stability and phase relations of Ca[ZnSi3]O8, a new phase with feldspar structure in the
system CaO-ZnO-SiO2, American Mineralogist, Volume 86, pages 21–28, 2001
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