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Wo finde ich Granat führende Gesteine im Tauernfenster?
Yoscha:
Ich bin momentan dabei meine Funde aus dem letzten Halbjahr zu katalogisieren und bei einem interessanten Stück fehlen mir noch einige für mich wichtige Informationen.
Es geht um ein granatführendes Kristallingestein, dass ich in Moränenablagerungen bei Oberwössen fand, zusammen mit viel Grünschiefer-Geschiebe.
Die einzig mögliche Herkunft dieser Gesteine ist das Tauernfenster, so weit so gut.
Jetzt kenne ich mich in punkto Alpengeologie zwar mit den Kalkalpen aus, aber eben nicht mit dem Tauernfenster.
Das Handstück selbst ist nicht groß genug, als dass ich eine genaue Bestimmung des Kristallingesteins vornehmen möchte.
Der Granat kommt xenomorph als 1*0,4 cm großes Aggregat im Gestein vor.
Meine Frage daher, wer kennt Granatvorkommen im Tauernfenster und mit welchen Gesteinen sind sie assoziiert?
smoeller:
Hallo,
Meist sind es amphibolitfazielle Gesteine. Typisch sind Glimmerschiefer (typisch Ötztal und Zillertal) oder Hornblende-Garbenschiefer (Berliner Hütte, Zillertal). Möglich sind auch Granatamphibolite. Da Granat in diesen Gesteinen häufig ist, dürfte eine Herkunftsbestimmung wohl schlecht sein.
Man müsste dann in jedem Fall das Einzugsgebiet des Gletschers kennen.
Glück Auf!
Smoeller
Yoscha:
--- Zitat ---Man müsste dann in jedem Fall das Einzugsgebiet des Gletschers kennen.
--- Ende Zitat ---
Es war aus der Grundmoräne des Chiemseegletschers.
stoanklopfer:
Hallo Yoscha!
Dann wirds schwierig. Da kommt die ganze Speisekarte vom Ötztal-Stubai-Kristallin bis zum Tauernfenster in Betracht. Die Moräne gehört nämlich zum Inngletscher, der hier sein Einzugsgebiet hatte. Ohne das Nebengestein genauer zu kennen, kann man nicht viel sagen. Eine Analyse der Granate könnte zumindest etwas weiterhelfen, da die Granate aus dem (Alt-)Kristallin mehrphasig gewachsen sind (variszische und eoalpine Metamorphose) und die des Tauernfensters normalerweise einphasig sind. Aber da würdest Du das gute Stück zerstören müssen.
Schöne Grüße
Volkmar
Yoscha:
In meinen Feldaufzeichnungen hatte ich das Moränenmaterial semiquantitativ abgeschätzt.
Das Geschiebe stammte zu 95% aus dem Kalkalpin, 4% Grünschiefer und 1% Kristallingestein.
Es war hauptsächlich die "Häufigkeit" der Grünschiefer (die das dominierende nicht kalkalpine Material waren), weswegen ich das Tauernfenster als Ausgangsgebiet angenommen hatte.
Bei dem Kristallingestein selbst möchte ich einen Glimmerschiefer ausschließen.
Ich kann momentan leider kein Bild einstellen, da meine Kamera sich beharrlich weigert zu funktionieren.
http://maps.google.de/maps?hl=de&ie=UTF8&ll=47.705914,12.478505&spn=0.003162,0.007296&t=h&z=17&om=0
<- der Fundort in google maps.
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