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Malachit oder nicht / Malachit auf Chrysokoll

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uwe:
Durch Schenkung kam eine kleine Stufe aus Katanga, Shala, Mashamba Mine in meine Hand, welche als Malachit ausgewiesen war (Bild Katanga 1). Da das Stüfchen recht ansprechend ist, habe ich es in meine Schauvitrine gelegt. Katanga gehört nicht zum Erzgebirge; aus diesem Grund habe ich mich nicht weiter darum gekümmert. Jetzt bei einer Winterrevisson und Reinigung, kam mir die Stufe wieder in die Hand und nun habe ich doch etwas Zweifel.

Monkline Kristalle können schon so ausehen wie auf dem Bild Katanga 2. Diese sitzen auf einer Schicht Chrysokoll. Für mich wäre diese Ausbildung des Malachites jedoch sehr ungewöhnlich. Bei der Stufe handelt es sich vermutlich um Massenware, so daß bestimmt der eine oder andere eine gleiche Stufe besitzt.

Kann mir jemand der sich mit afrikanischen Mineralen auskennt sagen, ob es sich dabei wirklich um Malachit handelt ?

Gruß
Uwe

smoeller:
Hallo,

Interessantes Stück. Habe vorhin mal im Lexikon geschaut. Dort findet sich vom genannten FO nur Malachit als in Frage kommendes Mineral. Jedoch erscheint mir die Ausbildung reichlich ungewöhnlich. Bei derartigen Stücken ist ein begründeter Verdacht auf Cu-Phosphate/-Arsenate gegeben. In der Ausbildung kenne ich sonst eher Minerale wie Libethenit, Cornubit oder Pseudomalachit/Reichenbachit. Obwohl ich durchaus farblich ähnliche Malachite in ungewöhnlichen Ausbildungen gesehen habe.

Darüber könnte ein einfacher Test Aufschluss geben: Ein kleines Stückchen von einer unauffälligen Stelle ablösen (braucht nur stecknadelkopfgroß zu sein) und unter dem Bino mit etwas HCl (1 Tropfen) beträufeln. Wenn es Malachit ist, löst sich dieser unter Schäumen. Die anderen Minerale geben kein Gas ab.

Glück Auf!
Smoeller

Kerloc:
Hi Uwe

ich würde auf Malachit mit Chrysokoll tippen.

Ich habe eine Stufe die deiner recht ähnlich sieht. Und bei dieser Stufe handelt es sich um Malachit auf Chrysokoll.
Grüßle Martin

giantcrystal:
Ich habe in der Vergangenheit viel in Sambia gesammelt und war immer überrascht, wie vielfältig die Formen des Malachits sein können.

Da gab es zum Beispiel :

- die typischen achatartig gebänderten massiven Malachite, teilweise mit glänzenden xx auf der Oberfläche von Chingola

- nadelige xx in allen Varianten von Chingola und Kansanshi

- tafelige Ausbildungen der Kristalle, tiefgrün von Kansanshi

- eher blockige, tiefgrüne, oft hochglänzende Kristalle, ebenfalls von Kansanshi

- dicke, quadratische Kristalle mit Endflächen (!) bis 4 cm Länge von Kalengwa

Natürlich dachten auch wir damals, das es sich um verschiedene Mineralien (Brochantit, Pseudomalachit etc.) handeln würde, aber die Analyse ergab in aller Regel immer nur Malachit !

Fazit : Meiner Meinung nach handelt es sich einwandfrei um Malachitkristalle auf Chrysokoll. Um sicher zu gehen, einfach mal ein Tröpfchen warmer HCl (10 %) auf eine Stelle tropfen oder ein Kriställchen abmontieren und in warme / heiße HCl (10 %) werfen. Wenns schäumt, ist es mit Sicherheit Malachit

Glück Auf

Thomas

Uwe Kolitsch:
Würde auch für Malachit plädieren (mal nach guter Spaltbarkeit an beschädigten xx Ausschau halten - auch eine Unterscheidung zu Libethenit).

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