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Triasfische? Weinheim/BaWü

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triassammler:
Hallo liebe Kollegen!
Ein großes Fragezeichen in meiner Sammlung muss ich hier mal "von hinten" aufrollen - ich glaube, die richtige Bestimmung zu haben, bin mir aber über den Fundort nicht ganz im Klaren. Konkret: Die abgebildete Platte, ein Massenvorkommen von Fischen, habe ich vor einiger Zeit von einem Sammler erhalten, der sie wiederum vom Finder erhalten hatte. Als Fundort war "Weinheim" (Baden-Württemberg) angegeben. Ich bin mir bei der genauen stratigraphischen/alterstechnischen Zuordnung unsicher, und auch der Vorbesitzer konnte dazu keinerlei Angaben machen. Vielleicht hat ja hier jemand eine begründete Vermutung oder kann sogar Hinweise zum genauen Fundort geben?

Die Fische waren ursprünglich vollständig erhalten (wurden aber leider durch Verwitterung stark in Mitleidenschaft gezogen) und liegen in mehreren Lagen direkt übereinander. Das Vorkommen von Individuen verschiedenster Größe lässt auf ein Massensterben durch Umwelteinflüsse schließen, das alle Fische des Gewässers gleichermaßen betraf. Die hohe Fossildichte spricht für einen isolierten Rückzugsraum. Am wahrscheinlichsten ist die Deutung als Massensterben in Folge des Austrocknens eines abgeschnittenen Gewässers. Einige besser erhaltene Fischreste habe ich auf Grund von Rumpfform und Flossenstellung in die Gattung Paralepidotus eingeordnet.

Die Lithologie der Matrix - dolomitischer, leicht bituminöser, fein laminierter Kalkstein - erinnert mich stark an Unteren Keuper (der Grund, warum das Stück überhaupt in meine Sammlung gewandert ist). Sofern die Bestimmung korrekt ist, spräche auch das für triassisches Alter, zusammen mit dem vermuteten Ablagerungsraum in einem eher heißen und trockenen Klima. Auf den ersten Blick gibt es große fazielle Ähnlichkeiten zu der berühmten Fischlagerstätte im Hauptdolomit (Nor) des Wiestals bei Hallein.

Also, falls jemand einen entsprechenden Aufschluss/Steinbruch in der näheren oder weiteren Umgebung von Weinheim kennt wäre ich über eine Info dankbar!

triassammler:
Und hier noch ein Detailbild...

Erik:
Weinheim im/am Odenwald? http://de.wikipedia.org/wiki/Weinheim

Merkwürdig, dort tritt in weitem Umkreis kein Keuper auf; der findet sich erst etwa 40km südlicher bei Wiesloch. Das Gebiet um Weinheim besteht aus kristallinem Grundgebirge, ein paar übrig gebliebenen Buntsandsteinschollen an den Staffelbrüchen des Rheingrabens und jungen Sedimenten in der Rheinebene.

Gruß, Erik

Helicat135:
Hallo!

Habe ähnliche Platten auf der A8 Baustelle bei Wiernsheim gefunden. Dort waren Fische und Pflanzen abgebildet. Auch stark verwittert und sehr poröses Gestein. Angeblich stammen die aus dem Sandstein um Maulbronn. Hoffe das hilft weiter?

Grüße.

triassammler:
@Erik: Leider habe ich nicht mehr als die ziemlich allgemeine Info "Weinheim" (ja, es ist W. im Odenwald gemeint). Ich ziehe aber in Betracht, dass die Platte in wesentlich weiterem Umkreis gesammelt worden sein könnte und schlicht als Fundortbezeichnung die nächste größere Stadt auf der Straßen-/Landkarte herhalten musste. Jedenfalls schon mal danke für Deine Auskunft! Schaut man sich die Gegend auf Google Maps an, sieht man NE von Weinheim - schon auf der hessischen Seite, jenseits der Schulter des Rheingrabens einige Steinbrüche, die von der Anlage her eher auf Sedimente als auf Kristallin abbauen. Wenn ich im Frühjahr mal lustig bin schaue ich dort vorbei und mache mir ein Bild.

@Helicat135: Klingt sehr interessant, vielleicht könntest Du mal ein Bild von Deinen Funden von der A8 entweder hier im Thread einstellen oder mir zumailen? Als Vergleichsmaterial?

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