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Gelber Speiskobalt - was ist das?
minuwe:
Hallo Markus,
--- Zitat ---Alle diese Minerale sehen fast identisch aus und sind ohne genauere Untersuchung nicht zu unterscheiden.
--- Ende Zitat ---
Gut, dass du das mal so deutlich sagst.
Ich muss immer lächeln, wenn auf den Bergbauhalden die Sammler nach dem Anschlagen der Stücke gleich wissen, was sie in der Hand halten. Um die 20 Minerale kommen in Betracht (die ja auch Mischreihen und innige Verwachsungen bilden und z. T. Pseudomorphosen darstellen), die zumindest äußerlich nicht unterscheidbar sind. Aggregatformen, Bruch, Strich und Farbe so wie so überschneiden sich. Zusätzlich sind sie aus dem engen Fundzusammenhang gerissen, will sagen, nicht direkt dem Berg entnommen. Lediglich etwas eingrenzen kann man mit der Härte und einfachen Lötrohrtests, ggf. diversen Säuretests.
Will mir genau aus diesem Grund die Vickershärtemessung zulegen, welche dann bei Erzanschliffen auch die Messung einzelner eingewachsener Kristalle im Zehntel Millimeterbereich mit hoher Zuverlässigkeit erlaubt.
Glück Auf
Uwe
Haspelknecht:
Hallo Sauerländer!
Ja, warum kein Siegenit? Also erst einmal ist Siegenit im Siegerland recht selten im Vergleich zu den Kobaltarsenerzen. Die Kobaltarsenerze sind es zudem gewesen, die man in der älteren Literatur als Speiskobalt, Kobaltglanz und so bezeichnet hat. Siegenit hat man offensichtlich in der Regel erkannt und als Kobaltnickelkies bezeichnet. Aber wie gesagt, größere Erzanreicherungen von Siegenit sind hier nicht häufig. Im frischen Bruch ist aber auch der Siegenit normalerweise nicht gelblich sonder grausilbrig, evtl mit leichtem rötlichen Stich. Ganz ausschließen kann man Siegenit aber natürlich nicht. Man müsste die Stufe mal sehen, dann könnte ich wahrscheinlich zumindest Siegenit ausschließen. Die Kobaltarsenerze im Siegerland gehören zu den ersten Mineralbildungen hier, Siegenit entstand sehr viel später und ist oft (nicht immer) als Kristalle frei ausgebildet. Die Arsenide und Sulfoarsenide hingegen sind eingewachsen im festen harten Quarz anzutreffen. Manchmal sind die Erzmassen feinkörnig ausgebildet und bestehen aus winzigsten Kriställchen. Auch größere Kristalle und Aggregate eingewachsen in Quarz und Siderit gibt es. Die sind selten. Ich kenne sie vor allem aus Gosenbach und sie wurden stets als Alloklas bestimmt.
@ Uwe:
Ganz genau so ist es. Es kommen etliche Minerale in Frage. Neben den bereits genannten der Arsenkies-Familie + Skutterudit + Safflorit sind auch nickelhaltige Mischkristalle bekannt. Z.B. Cobaltit - Gerdorffit oder Nickelskutterudit, auch nickelhaltiger Alloklas... ein kompliziertes Gebiet!
Und, um nochmal auf den Siegenit zurückzukommen, kommen dann auch Linneit, Polydymit, Carrollit, Fletcherit in Frage, die es im Siegerland auch gibt.... eine unendliche Geschichte. Aber wie gesagt, diese Minerale sollten es nicht sein...
Gruß Markus
-M-:
Hallo,
eigentlich ist die Frage doch längst beantwortet.
Was man damals überhaupt mit -gelbem Speiskobalt- meinte, ist das Eine.
Was man heutzutage in dem Erz an einzelnen Mineralen unterscheiden würde,
ist was ganz Anderes.
Mit Sicherheit, war die Bezeichnung auch damals schon eine bewußte Verallgemeinerung
mit dem Wissen, daß es sich um ein Gemenge an gewissen Erzen handelt,
die ohne Analyse kaum zu unterscheiden sind.
@ minuwe - Stichwort : Vickershärte - kennst du da Quellen, wo die VH von Mineralen angegeben wird ?
Gruß -M-
minuwe:
Vickershärte wird im RÖSLER z. Bsp. angegeben, lässt sich aber auch aus der Mohshärte ableiten (Tabellen). Zwischenwerte müssen halt interpoliert werden.
Glück Auf
Uwe
-M-:
@ - minuwe,
ok danke, werd ich mir wohl mal den Rösler besorgen.
Gruß -M-
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